Diebstähle verunsichern Castroper Senioren

Angefangen hat es zu Beginn des Jahres mit Waschpulverkartons, die aus einem der Waschräume in der Seniorenwohnanlage am Castroper Holz verschwanden. Es folgten ein Rollator und schließlich eine Kiste mit 24 Flaschen Wein. Die Versicherungen wollen nicht zahlen. Der Grund: Die Haustür lasse sich nicht abschließen.

Castrop.. Heide Wittrien wohnt seit über sechs Jahren in dem Komplex, in dem Senioren ihre eigenen Wohnungen bewohnen. Die Anlage liegt ein wenig versteckt, aber von außen frei zugänglich hinter dem Seniorenheim Castroper Holz. Die Waschmaschinenräume, in denen der Rollator und der Wein weggekommen sind, liegen im Erdgeschoss und sind nicht verschlossen.

Das Problem: Die Haustür war es zum Zeitpunkt der Diebstähle auch nicht. Deshalb zahlt die Versicherung den Schaden nicht. Wittrien sagt: "Die Haustür war noch nie abschließbar, seit ich hier wohne." Ein Ortsbesuch zeigt: Die Tür lässt sich einfach aufdrücken.

Anzeigen liegen vor

Bei der Polizei Recklinghausen ist der Fall bekannt. Pressesprecherin Ramona Hörst sagt auf Anfrage: "Uns liegt die Anzeige eines gestohlenen Rollators vom 27. Januar vor und eine Anzeige über 24 gestohlene Flaschen Wein vom 6. Februar."

Heide Wittrien sagt, sie fühle sich mittlerweile unsicher in der Anlage. Mehrfach hätten die Bewohner die Verwaltung des Gebäudes, das der Oikos Immobilien GmbH & Co. KG aus Castrop-Rauxel gehört, gebeten, dafür zu sorgen, dass das Schloss ausgetauscht wird. "Passiert ist aber nichts, meistens waren die Verantwortlichen gar nicht zu sprechen", sagt die 74-Jährige. Ein Umstand, der sich bei Recherchen unserer Zeitung ebenfalls bestätigte. Die Geschäftsführung der Wohnanlage war für unsere Redaktion nicht zu erreichen. Stattdessen wurden wir vertröstet.

Haltlose Vorwürfe

Die Vorwürfe, die von Wittrien erhoben wurden, seien haltlos, sagte dagegen Konstantinos Boulbos, der Eigentümer von Oikos Immobilien. Bei Oikos wisse man nichts von Beschwerden der Mietern. Nach der kaputten Haustür befragt sagt er: "Das Problem ist uns bekannt, es sind jeden Tag Mitarbeiter vor Ort. Das Schloss ist schon längst bestellt. Es wird in den nächsten Tagen eingebaut."

Dass der Rollator und der Wein verschwunden seien, sieht Boulbos trotzdem nicht in der Verantwortung des Unternehmens. "Solche Sachen gehören ja auch nicht in einen Waschraum, so was sollen die Leute in der Wohnung aufbewahren." Ins Haus komme man schließlich auch bei einem intakten Schloss ganz einfach, wenn man bei einem der Bewohner schelle.

Außerdem sei laut Boulbos gar nicht erwiesen, dass der oder die Täter von außerhalb gekommen seien. Für ihn ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass die Sachen auch hausintern weggekommen sein könnten.