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Kältewelle

Die Kälte und ihre Folgen

07.02.2012 | 17:32 Uhr
Die Kälte und ihre Folgen
Hart gefrorener Boden auf dem Friedhof Ickern: Der Boden für neue Grabstätten muss wegen des starken Frostes mit dem Presslufthammer aufgehackt werden. Selbst für den Bagger muss das Erdreich vorher aufgelockert werden. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

In Castrop-Rauxel beeinträchtigt die herrschende Kälte das Leben der Menschen. Am Wochenende platzten Wasserleitungen. Auf dem Friedhof können Gräber nur noch mit Hilfe von Presslufthämmern ausgehoben werden.

Die sibirischen Temperaturen haben in Castrop-Rauxel Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Bürger, die auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen frieren. Doch einige Menschen arbeiten sogar jetzt im Freien und müssen die eisigen Temperaturen jeden Tag aufs Neue aushalten.

Mehrere Rohrbrüche

Am Wochenende hatten die Mitarbeiter von Gelsenwasser und des EUV reichlich zu tun. Gleich vier Mal hieß es „Wasserschaden“. Trinkwasserzuleitungen aus Grauguss-Material waren zu Bruch gegangen. Betroffen waren Wohnhäuser in der Jupiter-, Hertz-, Wilhelm- und Maslingstraße. Die Reparaturarbeiten zogen sich den ganzen Tag von 5 Uhr morgens bis in den Nachmittag hinein hin. Zuvor mussten Mitarbeiter des EUV die vereiste Zuwegung zur Bruchstelle wieder befahrbar machen. Denn das austretende Wasser hatte zu einer spiegelglatten Oberfläche geführt. Wegen der gekappten Wasserversorgung konnten sich die Bewohner der betroffenen Häuser nur mit Hilfe von Tankwagen einen Wasservorrat anlegen.

Solche Rohrbrüche sind laut Gelsenwasser nichts Ungewöhnliches. In Castrop-Rauxel handele es sich jedoch eher um eine zufällige Ballung bei den defekten Rohrleitungen, erklärt André Ziegert von der Gelsenwasser-Pressestelle. Um Wasserschäden im Haus zu vermeiden, rät Ziegert allen Hausbesitzern die Wasserzähler vor Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu schützen. „Meistens befinden sie sich in unbeheizten Kellern“, so der Gelsenwasser-Pressesprecher. Häufig helfe bereits das Einwickeln der empfindlichen Ableseuhren, um sie vor einem großen Schaden zu bewahren.

Wasser- und Frostschäden sind das eine Phänomen des strengen Winters. Tief gefrorene Böden sind manchmal ein spezielleres Problem. Gerade auf den Friedhöfen im Stadtgebiet. Verstorbene Menschen können aber trotz des knüppelharten Untergrunds beerdigt werden.

Harter Friedhofsboden

Dafür sorgen die Mitarbeiter der städtischen Abteilung Friedhof bei klirrender Kälte. Dick eingepackt buddelten sie auch am bisher kältesten Tag des Jahres Löcher auf dem Friedhof in Ickern aus. Nur mit Presslufthämmern brachen sie durch die harte Erdschicht durch. Zehn bis 20 Zentimeter der Erdoberfläche müssen so gelöst werden, danach können die Gräber mit dem Bagger weiter ausgehoben werden. „Das ist für unsere Mitarbeiter natürlich nicht angenehm“, sagt Klaus Breuer, Leiter für den Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen. Daher erhielten die Mitarbeiter jederzeit die Erlaubnis, die Aufenthaltsräume aufzusuchen. Ein weiteres Problem ist der Verschleiß des stadteigenen Werkzeugs. „Die Hydraulik und Metallteile können wegen der Kälte Schaden nehmen“, erklärte Breuer.

Gefrorenes macht auch vielen Castropern zu schaffen, die ihren organischen Müll in der Biotonne entsorgen. Trotz Leerung blieb so manche Tonne gefüllt. In vielen Fällen gefrieren feuchte Gartenabfälle oder auch die mit Flüssigkeit vollgesogenen Schalen von Kartoffeln. Hanna Fenner vom EUV-Service rät, die Tonnen auf dem Boden mit alten Zeitungen auszulegen und Zwischenschichten einzubauen. Sie verzeichnet derzeit eine gestiegene Nachfrage nach Nachleerfahrten.

Stefan Rebein

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