Die Geschichte der Rauxeler Pfarrei Herz Jesu

Zum Jahreswechsel schreibt der Castrop-Rauxeler Norden Kirchengeschichte. Die bislang selbstständigen katholischen Pfarrgemeinden in Ickern, Habinghorst und Rauxel verschmelzen zu der Großgemeinde Corpus Christi (Der Leib Christi). Damit enden teilweise über 100-jährige Ären. Ein Blick zurück.

Rauxel.. Die Geschichte der Pfarrei Herz Jesu beginnt exakt im Jahr 1900 mit dem "Schwarzbau" eines Gotteshauses. Das kurioserweise anfangs noch gar nicht offiziell Kirche heißen durfte, wie aus den Annalen hervorgeht. Denn der Gutsbesitzer Clemens Hagemann, nach dem im Übrigen später die nahe gelegene Clemensstraße benannt wurde, hatte ein wenig zu forsch mit dem Bau auf dem Gelände beginnen lassen, das er zuvor der Kirche geschenkt hatte.

Grundsteinlegung an einem Sonntag

Nicht nur die protestantisch geprägte preußische Obrigkeit legte das ihr unliebsame Vorhaben zunächst still, auch die Muttergemeinde St. Lambertus Castrop wollte die Rauxeler Schäfchen keinesfalls so ohne Weiteres aus ihrer Obhut entlassen und stellte Strafantrag wegen Grundsteinlegung an einem Sonntag.

Doch die seinerzeit rund 2500 Rauxeler Katholiken ließen sich nicht beirren. Sie wollten ein eigenes Gotteshaus - und sie bekamen es, weil Hagemann den Bau als Versammlungsraum deklarierte, der für gottesdienstliche Zwecke zur Verfügung stehen sollte. Daher hat das Ursprungsgebäude, in dem am 24. November 1900 die erste Messe gefeiert wurde, auch noch keinen Kirchturm. Danach gab es, wenn man so will, drei weitere bauliche Versionen der Herz-Jesu-Kirche.

  1. Die Kirche mit einem hohen Spitzturm, der 1906 errichtet wurde, stand bis zu seiner Zerstörung durch den verheerenden Luftangriff auf Rauxel vom 3. Januar 1945.
  2. Der Neubau von 1953 hatte einen mit einer provisorischen Abdeckung versehenen Turm.
  3. Die heutige Kirche mit ihrem 1960 errichteten Turm mit eckigem Grundriss bis nach oben.
Auch die Geistlichen der Gemeinde werden in der Chronik noch einmal ausführlich vorgestellt. Dem Bladenhorster Schlosskaplan Otto Hesse (1900 bis 1910) folgten Wilhelm Brams (1910 bis 1949), Anton Remberg (1950 bis 1967), Franz Nowak (1967 bis 1996), Winfried Grohsmann (1996 bis 2006) und seither Zbwigniew Szarata als bisheriger Leiter des Pastoralverbundes Nord.

Genug Raum für Aktivitäten

Und wie sieht die Gemeinde das neue Kapitel? Kirchenvorstand Wolfgang Bergins: "Ich habe den Eindruck, dass alle mit der neuen Gemeinde leben können." Kirche, Kindergarten, Pfarrhaus, Hildegardisheim blieben erhalten und damit genug Raum für Aktivitäten. Auch Gemeindeausschuss-Vorsitzende Gisela Bressan empfindet keinen Riesenschmerz: "Wir werden Herz-Jesu-Gemeinde bleiben. Meine Zukunftssorgen beziehen sich eher auf die allgemeine Entwicklung der Kirche." Die neue Kirchengemeinde Corpus Christi vereint offiziell zum 1. Januar 2015 die Kirchengemeinden St. Antonius und St. Barbara (Ickern), St. Josef (Habinghorst) und Herz Jesu (Rauxel).Das Festhochamt zur Errichtung zelebriert der stellvertretende Generalvikar des Erzbistums Paderborn, Prälat Thomas Dornseifer, am 11. Januar, ab 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef.Die Chronik der Pfarrgemeinde Herz Jesu wird in den Gottesdiensten an Weihnachten und zum Jahreswechsel kostenlos ausgegeben.