Der Schulstreit geht weiter
19.10.2012 | 18:45 Uhr 2012-10-19T18:45:00+0200
Castrop-Rauxel. Es mussten weit mehr als 80 Realschüler an eine Haupt- oder Gesamtschule wechseln. Ein Großteil davon kam von der Fridtjof-Nansen-Realschule. Das hatte der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Rajko Kravanja in der Freitagausgabe unserer Zeitung in einer Stellungnahme behauptet und damit seine Kritik am Förderkonzept der Realschule untermauert.
Jetzt gibt es heftigen Widerspruch von Seiten der FNR-Befürworter.
Horn: 26 Abschulungen
„Während meiner zweijährigen Amtszeit, und nur die habe ich zu verantworten, haben 26 Schülerinnen und Schüler die FNR Richtung Haupt- oder Gesamtschule verlassen“, erwidert darauf FNR-Schulleiter Alfred Horn. Bei sieben Jugendlichen sie das auf den ausdrücklichen Wunsch der Eltern geschehen. Jedoch könne die SPD seinem Vorgänger auch nicht vorwerfen, „dass er, wie alle Realschulleiter, ein noch heute schulgesetzlich verankertes Instrument angewendet hat, meist in Übereinstimmung mit den Eltern“. Der Wechsel von der Real- zur Hauptschule sei allerdings schon immer mit viel Frustration auf Seiten der Schüler verbunden gewesen, „und ist deshalb auch nicht mein Weg als Schulleiter“.
Neu sei für ihn die Tatsache, so Horn weiter, dass die Schulaufsicht das FNR-Förderkonzept für nicht zulässig halte. Nach Ansicht Horns steht das Konzept „vollständig auf der Basis der gültigen Ausbildungs- und Prüfungsordnung“.
CDU: unter der Gürtellinie
Als „unter der Gürtellinie“ bezeichnet Jan Cornely (CDU Habinghorst/Pöppinghausen) „kurz vor dem Wahltermin“ die Kritik der SPD an der Fridtjof-Nansen-Realschule. Was die Schule über Jahre geleistet habe, könne nicht über Nacht durch so eine Behauptung beschädigt werden.
SPD: 127 Kinder abgeschult
Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Rajko Kravanja legt nun allerdings Zahlen vor. Zugleich weist er darauf hin, dass die Realschule im Vergleich zu den anderen Schulen grundsätzlich die höchste Abschulungsquote habe. Laut offizieller Schulstatistik im Zeitraum von 2007 bis 2011 seien insgesamt 127 Realschüler abgeschult worden, pro Jahr seien das etwa 25 Abschulungen. Zudem habe allein die Janusz-Korczak-Gesamtschule – mit Stand: zweites Halbjahr 2011/2012 – 44 abgeschulte Kinder der Fridtjof-Nansen-Realschule aufnommen. An der Franz-Hillebrand-Hauptschule seien es etwa 20 ehemalige FNR-Realschüler.
„Realschule braucht also eine Schule, wohin sie abschulen kann – eine ganze Klasse pro Jahr“, betont Kravanja.
20:43
es ist ganz einfach, Mobbing, ja ein Hässliches Wort"gibt es an unserer Schule nicht", Aussgae des vorherigen Schulleiters. Ne unsere Lehrer Mobben nicht. Nein wie komm ich nur darauf!!!!! Ich habe es selber Erlebt was Mobbing aus einem Kind macht wenn die Schule dieses Wort nicht kennen möchte, gleich 2 Mal hat mein Kind es durchlebt, traurig ja und keiner von den sogenanten Pädagogen hat auch irgendwas gemacht. Nein????? wenn ein Kind mit dem Gesicht zu Wand sitzen muss, vom Päd... so hingesetzt glaubt dann jemand das es sich Umsetzt????? Ist ja kein Mobbing????? WAS dann. So werden bei der FNR die Klassen dezimiert, damit es so lief wie der Rektor es wollte. Aber es geht nicht um die Realschule, es geht um 76% gegen Sekundar !!!!!!!!!!!!!!!! ich frage mich warum demnach in Castrop die NPD regiert????? ich dachte immer die Mehrheit enscheidet!!!!!! seid wann den die Minderheit???? Oder "egal wie man es dreht am ende mache ich was ich will" Petra Glöß .
18:45
@ Heidebusch
In der Tat ein sehr interessanter Gedankengang, der da von Ihnen vorgestellt wurde.
@Freundlich_sein...
Bezüglich Ihrer an mich gerichteten Frage: ja ich merke was und zwar:
1. Ihr Kommentar enthält kein einziges Argument. Bloße Behauptungen und schlecht, falls überhaupt, recherchierte und dazu noch irrelevante Zahlen sind dafür kein Ersatz.
(Sie wissen doch sicherlich seit wann in Castrop eine Gesamtschule besteht.)
2. Auch wenn Sie meinem Gedankengang, der anscheinend einfach nicht in Ihr (schul)politisches Weltbild passen will, folgen können, bin ich mir recht sicher, dass
dies den meisten Lesern hier gelingt, wie der Beitrag von Heidebusch zeigt.
3. Hochinteressant ist allerdings, dass SIE anscheinend schon am Ende des vierten Schuljahres wissen, welche Kinder einmal für die Oberstufe NICHT GEEIGNET sein werden! Zur Information: FNR-Absolventen haben dass schon häufiger bewältigt.
Trotzdem wünsch ich Ihnen aber noch einen schönen Rest vom Wochenend.
MfG Buerger_CAS
15:13
Wollen wir den Faden doch mal weiter spinnen. Wie hätten H.Beisenherz oder die Eltern des H.Kravanja wohl reagiert, wenn das Gymnasium ihrer Kinder einer Sekundarschule hätte weichen sollen? Übrigens nach der Rettung der FNR auch eine interessante Alternative^^, sowohl potenzielle Hauptschüler als auch Realschüler würden von wirklich starken Gymnasiasten lernen und profitieren.
Dieser Vorschlag würde allerdings nicht einmal den Weg bis zum Rat finden, da dann auch einflussreiche Bürger auf die Barrikaden gehen würden bzw selbst rot-grüne Ratsmitglieder diesen Vorschlag in der Luft zerreißen.
14:18
@ Bürger
Ihr Kommentar geht voll am Thema vorbei . Da sieht man das sie sich nicht wirklich mit Schulentwicklung Landesweit auseinander setzten .
Herr Kravanja ist Anfang 30 , der Sohn vom Bürgermeister wohl auch so um den Dreh.
Also ist die Schulzeit weit mehr als 10 Jahre vorbei .
Wobei Herr Kravanja ja sicher von seinen damaligen Lehrern die Empfehlung bekommen hat und seine Eltern dieser gefolgt sind .Oder denken sie er hats damals selbst entschieden??
Was ist ihm denn jetzt anzulasten?
Das er geignet war aufs Gymnasium zu gehen?Das der Elternwille umgestzt wurde?
Merken Sie was?Genau! Die FNR-Befürworter sind irgendwann in den 80gern stehen geblieben.Vo weiterentwicklung keine Spur und hier geht es nicht um Kinder die geeignet für die Oberstufe sind .
Völlige, unsinnige Unterstellung an einem Leser, der gipfelt mit der Unterstellung, stehen geblieben sein. Solche Meinung würde bedeuten, dass alle derzeitigen Realschüler und deren Eltern zurückgeblieben wären.
Ihre Meinung, die Sekundarschule zu befürworten, ist schlicht und einfach ihre Meinung. Punkt.
Gedankengänge, die Gymnasien zu schließen, wäre doch auch mal ein Aspekt. Ist natürlich ironisch gemeint. Aber dann würde mal dieses Thema auch mal neutraler Bewerten können.
Selbstverständlich können FNR-Schüler für die Oberstufe sein. In Deutschland traut sich ja kein Politiker, ein Projekt zu gestalten, bei dem man nicht nach dem 4. Schuljahr, sondern erst nach dem 6. Schuljahr entscheiden müsste.
Was will man mit der Gesamtschule erreichen:
Die Entwicklung ein paar Jahre schieben? Könnte vernünftig sein.
Mittlere Reife, mit nicht den hohen Ansprüchen, wie eine Realschule? FATAL1
Und genau das haben viele Eltern beim Elternabend von sich gegeben. Klappte ja auch.
01:24
Die ganze Stadt ist voll mit Plakaten (ja!) (ja!) (ja!) fnr
Haben wir schon wieder Wahlkampf?
Natürlich ist das Wahlkampf! Es geht darum, Rot-Grün eine Niederlage zu bereiten. Die Argumente interessieren schon lange nicht mehr. Dabei sind 127 Abschulungen in fünf Jahren ein ganz starkes Argument für die Sekndarschule, auch wenn Herr Horn nur für ein Fünftel verantwortlich gewesen sein will. Es spricht dafür, dass die FNR trotz toller Konzepte nicht in der Lage ist, ALLE Schüler gleichermaßen zu fördern. Man kann der FNR nur wünschen, dass Sekundarschulen einegführt werden. Dann kann sie weiter Bildungsstrukturen aus dem vergangenen Jahrhundert pflegen und muss sich nicht mit den ungeliebten Hauptschülern herumplagen.
Danke für die Antwort. Im ersten Moment dachte ich, es geht um "Rettet die Eisbären!" ;-)
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21:42
Der Bevölkerung soll jedoch die Sekundarschule, weitgehend eine Gesamtschule ohne eigene Oberstufe, als neues pädagogisches Wundermittel verkauft werden. Es möge
jeder selbst entscheiden, wie überzeugend er die Kanpagne gegen die FNR durch die genannten Personen findet.
Ich für meinen Teil halte es da mit einem alten Ratschlag meiner Mutter:
bei dem Metzger, der seine eigene Wurst nicht isst, sondern selber bei der Konkurrenz holt, bin ich nicht so dumm einzukaufen.
21:24
Noch ein Wort zum aktuellen Vorwurf der Abschulung an der FNR. Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht doch einfach der persönliche Umgang mit diesem Thema bei führenden Sozialdemokraten unserer Stadt. Welche Bildungseinrichtung
sah z.B. der junge, wenngleich doch volljährige Juso Kravanja als die für ihn geeignete
Schule an? Die weitgehend abschulungsfreie Gesamtschule? Nein, das EBG sollte
die Grundlagen für ein erfolgreiches Studium gewährleisten. Welche Schulform und welche Einrichtung sollte den Erstgeborenen von Herrn Beisenherz auf das Leben vorbereiten? Die ideologiekonforme, weitestgehend abschulungsfreie und für das Sozialverhalten doch ach so förderliche Gesamtschule? Aber nicht doch. Das ASG war hier die Schule der Wahl. Es ist doch überraschend. Die Vorreiter gegen die FNR wählen für sich und ihre Kinder das Gymnasium, welches auch nicht ganz abschulungsfrei ist.
20:33
Die Art und Weise in der Herr Kravanja und Teile seiner örtlichen Parteiorganisation eine seit über fünf Jahrzehnten in Castrop und Umgebung angesehene und erfolgreich arbeitende Realschule versuchen mit Schmutz zu bewerfen ist langsam wirklich unerträglich. Die FNR ist aufgrund ihrer Leistungen in weiten Teilen der castroper Bevölkerung fest verankert. Sie stellt eine Schule dar mit der sich sehr viele Castroper
identifizieren. Wer eine solche Einrichtung derartig mit Dreck bewirft, beschädigt unsere Stadt! Er sollte aber vielleicht doch besser auf die Windrichtung achten. Möglicherweise besudelt er sich sonst nur selbst, aber das sei nun wirklich Jedermann, also auch Herrn Kravanja, freigestellt. Man benimmt sich halt nur so gut man kann.
13:49
Die Fronten werden auf beiden Seiten deutlicher und zunehmend inakzeptabler für mich. Der große Wandel in der Schulreform ist auch hie rin C.-R. nicht auszubremsen. Ich erwarte von den Fachleuten konstruktive Unterstützung. Dazu gehört auch Herr Horn! So wie er mit blockiert und meinungsbildend unterwegs ist ist es eine Frage der Zeit, wann er nicht mehr zu den Spitzenbeamten im System gehören kann. Dieser Wandel ist keine Castroper Erfindung!!!!!!!! Und dieser Wandel verändert die Schulform nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrer Binnenstruktur mit neuer Kompetenzvermittlung. Die Initiative"(FNR" reduziert ihren Aufruf in Maßstäbe des 20. Jahrhundert!!
12:17
Oje,Herr Kravanja von der SPD versucht nun die Qualität der FNR zu mindern
aufgrund der Tatsache, dass dort Schüler abgeschult werden oder Sitzen bleiben.
In der Sekundarschule gibt es diese Vorgehensweise nicht, dort wird jeder Schüler
ohne Sinn und Verstand durch gezogen egal ob Lernvermögen oder Lernbereitschaft
in ausreichendem Masse vorhanden sind.
Schüler nicht abzuschulen bzw Sie in ihrem bisherigen
Klassenverband zu belassen obwohl sie den Anschluss verloren haben,
belässt diese in ihrer Problematik sich einen zweifelhaften Ruf erlangt
zu haben und vergrößert die Differenz im Lernstoff.
Man nimmt ihnen die Chance auf einen vorurteilsfreien Neuanfang
bei dem Lerndefizite aufgeholt werden können.
Aus heutiger Sicht bin ich dankbar, nach Abschulung auf eine niedrigeren Schulform einen guten Schulabschluss erlangt zu haben.
Selbst wenn die Sekundarschule abschulen würde,könnte Sie es nicht.
Nach dem geplanten rot-grünen Kahlschlag ist Sie die niedrigste Schulform.
leider denken Sie nun analytisch im Muster der auslaufenden Schulform. Diese Schulform, nämlich das dreigliedrige Schulsystem nach dem bisherigen Muster ist ein Auslaufmodell. Bitte gehen Sie doch mit und unterstützen den Wandel so konstruktiv, wie Sie sich hier auch zu Recht eingeben. Wir können den Wandel nicht verhindern und eine Generation später wird niemand mehr kritisch darüber reden, weil der große Wurf zu einem anderen u. individuellerem Kompetenzziel bei den Schülerinnen u. Schülern beitragen wird, als es bislang das Ziel war-
Bemerkung zu "von Heidebusch"
Lassen Sie sich nicht von Beiträgen, wie von "fiddi" nicht aus der Ruhe bringen.
Anstand ist auch ein Auslaufmodell. Aber nur, weil es leider zu viele Nachahmer von verbalen Entgleisungen gibt.
Wenn man nämlich im täglichen Unterricht und/oder Klassengleiche oder Zeugnisgleiche Schüler sieht, welchen unterschiedlichen Unterrichtsinhalt haben, wird man wahrhaben müssen, dass jede Kommune eine eigene PISA-Studie braucht.