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Kulturhauptstadt

Der erste Mammutbaum an der A42 ist gesetzt

20.01.2010 | 11:03 Uhr
Der erste Mammutbaum an der A42 ist gesetzt

Castrop-Rauxel. Die Landesminister Eckhard Uhlenberg und Lutz Lienenkämper setzten den ersten von 1000 Mammutbäumen an den Rand der „Parkautobahn” A 42. Das Kulturhauptstadt-Projekt ist bei Kritikern umstritten.

Kurz vor 11 Uhr hat Peter Wittig ein schönes tiefes Loch gebuddelt. Und auf dem sonst so – nennen wir es: belebten Herren-„Kontakt”-Parkplatz – gegenüber hatte man vorsorglich jeglichen Verkehr verhindert.

Schließlich pflanzte gestern auf dem A 42-Parkplatz „Holthauser Bruch” hoher Besuch einen Mammutbaum. Landesumweltminister Eckhard Uhlenberg und Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper, beide CDU, gaben den Startschuss für das Kulturhauptstadt-Projekt „Parkautobahn A 42”.

Pflegeintensives Sicherheitsrisiko

Wie berichtet, sollen 1000 „Urweltmammutbäume” entlang der A 42 gepflanzt werden, jeweils begleitet von einem roten Pfahl: Ein immer wiederkehrender Hinweis auf den Emscher Landschaftspark, den die A 42 bekanntlich durchquert. Kritiker – unter anderem der BUND für Naturschutz – hatten den Urweltmammutbaum als unpassend für den Autobahnrand bewertet: Denn der würde schnell auf bis zu 35 Meter heranwachsen und gestalte sich mit zunehmender Größe als pflegeintensives Sicherheitsrisiko.

Von solch' negativer Stimmung wollen die Herren Minister natürlich nichts wissen: „Ich halte die Pflanzaktion für ein besonders gelungenes Projekt”, sagt Eckhard Uhlenberger, im Sinne der Ökonomie, denn die Autobahn werde weiter ausgebaut und im Sinne der Ökologie, denn noch nie zuvor habe das Land NRW so viele Bäume neu gepflanzt (wohlwissend, dass für für die Neuanpflanzungen das bisherige „Begleitgrün” zum Teil gerodet wurde). Die „Parkautobahn” sei ein Vorbild für Autobahnen in ganz Europa.

Dazu schwärmt Verkehrsminister Lutz Lienenkämper davon, dass die Autobahn eben nicht länger trist, langweilig, grau sei, die neue A 42 sei ein Erkennungsmerkmal, biete Identifikation für die Bürger.

Nachdem die Herren Minister fotogen ein wenig Erde schüppten, buddeln Gärtner Peter Wittig und seine Kollegen Uwe Speikamp und Dennis Weidemann den ersten aller A 42-Leitbäume ordentlich ein. Die Dorstener Firma erhielt den Zuschlag für das Pflanzen der ersten 165 Mammut-Sprösslinge. „Die stammen aus einer holländischen Baumschule”, sagt Wittig. Er selbst hält die Wahl des Baumes für nicht schlecht: Er sei stabil, „und es gibt Buchen und Eichen entlang der Autobahn, die genauso groß sind, wie ein ausgewachsener Mammutbaum”.

Ein Baum kostet knapp 1000 Euro

480 000 kostet das Gesamtprojekt das Land. Die ersten 165 Bäume, die nun bis Anfang April gepflanzt werden, schlagen mit 150 000 Euro zu Buche. Ein Setzling kostet damit mitsamt Pflanzung und jahrelanger Pflege weniger als 1000 Euro – er ist so günstig, weil der Mammutbaum schnell wächst und damit auch schnell zu züchten ist. Bei aller Kritik erwies sich die Wahl der Sorte „Mammutbaum” finanziell gesehen als Glücksgriff.

Susanne Schild

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