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Castrop-Rauxel

„Deininghausen ist schön“

27.02.2013 | 18:22 Uhr
„Deininghausen ist schön“
WAZ Leserstammtisch im Dein Café Deininghausen am Dienstag, 26.02.2013. Castrop-Rauxel, WAZ-Redakteure Rüdiger Hagenbucher (li.) und Katja Büchsenschütz (re.) unterhalten sich mit den Gästen. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPoolFoto: Karl Gatzmanga

Castrop-Rauxel. Deininghausen ist schön, durchaus lebenswert und mitnichten problematischer als andere Stadtteile der Europastadt auch – da waren sich die Besucher des Lesercafés dieser Zeitung, das am Dienstagabend im Stadtteiltreff am Bärenplatz öffnete, einig. Allein, der schlechte Ruf des Stadtteils halte sich beharrlich.

Viele sind hierher zurück gekehrt

Für Rosemarie Vagts durchweg unverständlich. Sie lebt seit 40 Jahren in dem grünen Stadtteil und das überaus gerne, ihr Zuhause an der Erfurter Straße würde sie gegen nichts tauschen wollen. „Viele, die zwischenzeitlich weggezogen waren, sind längst hierhin zurückgekehrt“, berichtet Rosemarie Vagts. Sicher, früher sei Deininghausen verrufen gewesen, aber der Vandalismus etwa sei merklich zurückgegangen. Und Julius Rümenapp vom Verein „Bürger für Deininghausen“ betont: „In der Kriminalstatistik liegen wir im Mittelfeld.

„Supergerne“, wie sie sagt, lebt auch Gisela Drees-Pattard in Deininghausen. Vor zwei Jahren entschied sie sich bewusst für den Stadtteil. Es wäre perfekt hier, gebe es nur eines nicht zuhauf: Tretminen. Gisela Drees-Pattard, selbst Hundehalterin, könnte aus der Haut fahren: „Überall liegen Hundehaufen rum! Das kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich einen Hund habe, dann mache ich seine Hinterlassenschaften auch weg.“ Vielleicht würden Kotbeutel-Spender helfen, regt sie an. „Die Beutel kann man beim EUV sogar kostenlos abholen“, weiß Rosemarie Vagts dazu zu berichten.

Ein weiterer Punkt, der im Zusammenhang mit Deininghausen gerne aufs Tapet gebracht wird, ist die Nahversorgung. „Außer dem kleinen Laden neben dem Stadtteiltreff haben wir hier nichts“, sagt Julius Rümenapp beinahe ein wenig resigniert. Im Gegenteil, findet Karin Ludwig vom Verein Dein Treffpunkt: „Das ist doch Luxus, dass wir den Laden hier haben.“ Man müsse nur mal in andere Stadtteile blicken. „Es gibt mittlerweile einige Vororte, die keinen Nahversorger mehr haben“, räumt auch Dieter Mertens, Vorsitzender des Vereins „Bürger für Deininghausen“ ein. Selbst die geplante Netto-Ansiedlung an der Pallas-straße brächte den Denininghausenern kaum Vorteile: „Wer erstmal im Auto sitzt, fährt dahin, wo er direkt alles bekommt.“ Das sei heutzutage eben so und nicht nur in dem Stadtteil zwischen Grutholz und Oststraße gang und gäbe.

Eine spezielle Deininghausener Problematik ist dagegen die geplante Übernahme der Griffin-Mietwohnungen von der Schweizer „Corestate Capital Partners“. Mietervereine fürchten nun, dass der neue Besitzer die klassische Strategie eines Finanzinvestors verfolge, seine Bestände binnen fünf Jahren wieder zu verkaufen, ohne zu investieren.

Wie es sich generell in Deininghausen leben ließe, davon wollte sich an diesem Abend Kristin Masjostman ein Bild machen. Die 25-Jährige kommt aus Bielefeld und beginnt demnächst ein Studium in Dortmund. Auf der Suche nach günstigem Wohnraum ist sie übers Internet in Deininghausen gelandet, hat sich gleich mehrere Wohnungen angesehen: „Die machten alle einen ganz guten Eindruck.“ Ob sie aber hier landet? Festlegen wollte sie sich da noch nicht.

Von Rüdiger Hagenbucherund Katja Büchsenschütz



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