Das Revier als Metropole
10.12.2008 | 17:16 Uhr 2008-12-10T17:16:07+0100Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhrgebiet propagiert beim Wirtschaftsempfang in der Sparkasse den Abschied von der Kirchturmpolitik. "Stage Kinetik" als Werbeträger für Castrop-Rauxel geehrt
Die Antwort auf die drängendste Frage blieb Peter Lampe schuldig. "Dass der Gesundheitscampus NRW ins Ruhrgebiet kommen wird, ist wichtig. Doch aus dem Konkurrenzkampf der einzelnen Bewerber halte ich mich raus", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Initiativkreises Ruhrgebiet bei der Verleihung des Marketing-Preises an die Ickerner Bühnenspezialisten "Stage Kinetik".
Von der Deutschen Bank bis zur Telekom, von Eon bis zur WAZ-Mediengruppe: Mit 69 Mitgliedsunternehmen, die weltweit 2,5 Millionen Mitarbeiter beschäftigen und 700 Milliarden Euro Umsatz tätigen, will der vor 20 Jahren gegründete Initiativkreis das Revier nach vorne bringen. "Entscheidend ist dabei, dass sich unser Ballungsraum mit 5,4 Millionen Menschen als Metropole versteht. Nur so kann das Ruhrgebiet zukunfts- und konkurrenzfähig bleiben und der sinkende Bevölkerungszahl und Erwerbsquote entgegen wirken", propagierte Peter Lampe am Montagabend vor 80 Gästen im Sparkassen-Casino den Abschied von jedweder Kirchturmpolitik.
Wirtschaftlich sei das Revier zwar gut aufgestellt. Stahl und Chemie, Energie und Logistik seien die Säulen. Nachholbedarf gebe es aber insbesondere bei Forschung und Entwicklung. "Die derzeitige Quote von 1,3 vH des Bruttoinlandsproduktes ist unterirdisch. Staat und Wirtschaft sind gefordert, die Ausgaben von 1,5 Milliarden Euro bis 2015 zu verdoppeln", so Peter Lampe.
Ein vom Initiativkreis und der Landesregierung angestoßener "Innovationspakt" soll neue Netzwerke knüpfen - u.a. in der Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft, in der im Revier bereits jetzt 300 000 Menschen tätig sind. In den nächsten Jahren sei ein weiteres Plus von 50 000 Mitarbeitern zu erwarten.
Als "hervorragende Idee" wertet Lampe die Bündelung von Forschung, Entwicklung und Bildung (Fachhochschule) auf einem Gesundheitscampus. Über die Chancen der Castrop-Rauxeler Bewerbung wollte - besser: konnte - sich der Geschäftsführer des Initiativkreises als Interessensvertreter des gesamten Ruhrgebiets aber nicht äußern.
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