Darum wartet die Bahn mit der Graffiti-Entfernung

Der "Graffiti-Auslöscher" darf nicht helfen: Der 68-jährige Klaus Walter Krumm hatte angeboten, die Schmierereien am Hauptbahnhof für wenig Geld unbürokratisch zu entfernen. Jetzt begründet ein Bahnsprecher, warum das nicht so einfach geht.

Castrop-rauxel.. Krumm leitet das Kleinunternehmen "G-Eraser" (Graffiti-Auslöscher). Mit einer entsprechenden Nachfrage bei der Bahn sei er in rüdem Ton abgewiesen worden, berichtet er.Unter anderem mit dem Hinweis, er könne sich ja an einer neuen Ausschreibung für diesen Job 2016 beteiligen.

Projekt ist für Krumm gestorben

Moderater im Ton, aber unverändert in der Sache, bestätige ein Bahnsprecher jetzt diese Auskunft. Wörtlich erklärte er: "Das beschriebene Prozedere hinsichtlich Registrierung beim Zentraleinkauf und Teilnahme am Ausschreibungsverfahren ist das gängige Verfahren. Dieses Verfahren sorgt für Gerechtigkeit gegenüber den Vertragspartnern und steht allen Anbietern offen. Daher können Firmen, die nicht am Prozedere teilgenommen haben, auch keinen Zuschlag erhalten."

Damit ist die Sache für Krumm allerdings gestorben, weil er ja rasch, pragmatisch und ohne viel Bürokratie den Graffiti am Hauptbahnhof zu Leibe rücken wollte.

Die Auskunft, dass die Graffiti-Entfernung keine Priorität für die Bahn besitze, interpretierte der Sprecher so: "Eine Graffiti-Entfernung an solchen Anlagen ist mit größeren Sicherheitsmaßnahmen verbunden. In aller Regel müssen die Gleise für den Zugverkehr gesperrt werden, damit das Personal ungefährdet arbeiten kann." Sperrzeiten seien wegen Zugausfällen sehr kostenintensiv. Da Graffiti an Schallschutzwänden den Bahnbetrieb in der Regel nicht beeinträchtigten, habe deren Entfernung nicht oberste Priorität.