Castrop-Rauxeler wollen Flüchtlingen helfen

Sie wollen Hilfe für Flüchtlinge, die nach Castrop-Rauxel kommen: 102 Mitglieder stark war die Facebook-Gruppe "Refugees Welcome to Castrop-Rauxel" am Freitagabend. Ziel ist die Unterstützung der unfreiwilligen Neu-Castrop-Rauxeler. Geldspenden stehen dabei nicht im Vordergrund. Den Mitgliedern geht es um andere Hilfe.

Castrop-rauxel.. Nach der Veröffentlichung der geplanten Unterkunft für Flüchtlinge an der Vördestraße hat der Rauxeler Jürgen Kahl die Gruppe "Refugees - Welcome to Castrop-Rauxel" im sozialen Netzwerk Facebook gegründet. Auch, um ein Zeichen für eine Willkommenskultur zu setzen, nachdem es abfällige Kommentare von Usern im Netz in der Facebook-Gruppe "Du bist Castroper wenn..." gegeben hatte.

"Sinn und Zweck der Gruppe sollen der Empfang oder die Begrüßung neuer Flüchtlinge, Hilfestellung bei den ersten Schritten in Castrop-Rauxel, Unterstützung in vielen Lebenslagen soweit möglich und natürlich auch das Vertrautmachen mit unseren Lebensgewohnheiten sein", formulierte Kahl in einem Schreiben an Bürgermeister Johannes Beisenherz, das er mit Ausnahme der Unabhängigen-Bürger-Partei (UBP) auch an die Vorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Fraktionen richtete.

Geld- und Sachspenden im Hintergrund

"Wir sind dabei, reichlich Infos und Kontaktadressen zu sammeln, wie wir die Hilfe am Besten organisieren können", erklärte Kahl am Dienstag im Gespräch mit dieser Redaktion. Geld- und Sachspenden stünden zwar nicht an erster Stelle, gleichwohl werde auch geschaut, wie sich diese Unterstützung verwirklichen lässt.

Aktuell beträgt die Zahl der Flüchtlinge in Castrop-Rauxel 321. Es hat also kaum eine Veränderung seit rund drei Wochen gegeben. Erwartet werden aber deutlich mehr Menschen. Trotz der zwölf vielleicht Ende Mai beziehbaren Wohnungen an der Vördestraße läuft die Quartiersuche weiter.

Zur Facebook-Gruppe "Refugees - Welcome to Castrop Rauxel" geht es hier.

So beschreibt Jürgen Kahl seine Gruppe bei Facebook
"Wir heißen Flüchtlinge in Castrop-Rauxel willkommen. Entsetzt über die vielen ablehnenden und menschenverachtenden Beiträge zur Flüchtlingsproblematik treffen sich in dieser Gruppe ausschliesslich Castrop-Rauxeler Bürger, die den Flüchtlingen positiv und unvoreingenommen gegenüberstehen.


Hier treffen sich Castro-Rauxeler Bürger zum Gedanken- und Ideenaustausch, wie man Ankunft und Aufenthalt der Flüchtlinge in Castrop-Rauxel etwas menschenwürdiger gestalten und den Neuankömmlingen Hilfestellung in allen Lebenslagen bieten kann, wobei der finanzielle Aspekt eher im Hintergrund steht."