Castrop-Rauxeler Wohnhaus steht plötzlich in Herne

Renate Niewel steht vor dem neuen Herner Ortseingangsschild.
Renate Niewel steht vor dem neuen Herner Ortseingangsschild.
Foto: Abi Schlehenkamp
Sie ist in Castrop-Rauxel geboren, zur Schule gegangen, hat dort geheiratet und gearbeitet. "Jetzt wollen sie uns da nicht mehr haben", sagt Renate Niewel enttäuscht. Sie wohnt an der Karlstraße 131. Neuerdings angeblich auf Herner Stadtgebiet.

Behringhausen.. Das Haus stehe in Herne, "oder eben im Niemandsland", erklärt Niewel und verweist auf das Ortseingangsschild von Herne und das Ortsausgangsschild von Castrop-Rauxel. Aus Richtung Castrop-Rauxel kommend steht das Ortsausgangsschild rund 200 Meter vor dem Haus der 71-Jährigen - kurz danach, aber auch weit vor dem Haus, der Verweis auf Herne und den Ortsteil Börnig/Holthausen. Die Schilder seien versetzt worden. Bei Bauarbeiten. Vor zwei oder drei Monaten, wie Renate Niewel erzählt.

Dass es auch keine Straßenbeleuchtung mehr gibt in diesem "Niemandsland", sei zwar auch ärgerlich. Aber so schlimm nun auch wieder nicht. Sie habe sich bei der Stadt nach dem Grund erkundigt, berichtet sie im Gespräch mit unserer Zeitung. "Es hieß, die Stadt habe kein Geld", erinnert sie sich.Und fügt hinzu: "Es ist schon ein Armutszeugnis, wenn Castrop-Rauxel zu arm für 200 Meter Beleuchtung ist." Inzwischen hat sie sich selbst geholfen und für mehr Licht am Sechsfamilienhaus gesorgt.