Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof kriegt gelbe Karte

Der Zugang zu den Gleisen am Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof hat das Potenzial zum Angstraum: Er ist eng, dunkel und nicht besonders einladend. Im Stationsbericht 2014, den der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr jetzt vorgelegt hat, spielt das jedoch keine Rolle. Dennoch ist das Abschneiden des Bahnhofes nur noch akzeptabel.

Castrop-rauxel.. Klar. Schlimmer geht immer. Aber: Schön ist auch irgendwie anders. Der Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof hat im Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) mittelmäßig abgeschnitten. Gravierende Mängel sind auf den ersten Blick erkennbar, haben bei der Beurteilung - mit Ausnahme von Graffitis - kaum eine große Rolle gespielt.

"Die Verschmutzung mit Graffiti ist auch im Jahr 2014 die entscheidende Ursache für schlechte Bewertungen von Stationen", heißt es in dem Bericht des VRR. Und weiter: "Diese Verunreinigungen tragen in den Augen der Fahrgäste erheblich zum negativen Gesamtergebnis einer Station bei." Laut VRR nähmen Fahrgäste die Bahnhöfe und Haltestellen als Ganzes wahr. Auch am Castrop-Rauxeler Bahnhof bestimmen Schmierereien das Bild. Bitter ist auch die Erkenntnis, dass das Abschneiden des Hauptbahnhofes in den vergangenen drei Jahren mit einer gelben Ampelphase beschrieben wird. Das gelbe Licht steht für "noch akzeptabel".

Bedeutet: Geringfügige Mängel sind vorhanden, eine Verbesserung ist nach Aussage der VRR-Tester jedoch nicht dringend erforderlich. Immerhin bedeutet es aber auch, dass der Bahnhof in seiner Funktion nicht eingeschränkt ist. Das jedoch ist nur das Gesamtergebnis. In puncto Sauberkeit hatten die Tester noch nichts auszusetzen, erteilten grünes Licht. Beim Stichwort Funktion zeigt der VRR dem Hauptbahnhof jedoch die "rote Karte". Hinter Funktion verstecken sich unter anderem die Fahrkarten-Automaten.

"Gibt es nur einen und der ist kaputt, ist das ein K.o.-Kriterium für die Station", erklärt VRR-Sprecher Holger Finke auf Anfrage. Anders sehe es aus, wenn eine Station zehn Automaten habe und einer nicht funktionsfähig sei. "Das würde zwar auch vermerkt, hätte aber keine gravierenden Punktabzüge zur Folge", so Finke. Auf dem Bahnsteig gibt es "rotes Licht" für die Optik des Hauptbahnhofes. Die Schmierereien und Graffitis sind für den VRR ein Unding. Allerdings könnte der Hauptbahnhof im Zuge des Ausbaus des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) modernisiert werden. Zumindest lässt sich ein entsprechender Vermerk des VRR im Stationsbericht so deuten.

Grünes Licht für Süd und Merklinde

Die Stationen Castrop-Rauxel Süd und Castrop-Rauxel-Merklinde haben von Testern durchweg grünes Licht bekommen. Verbunden jedoch mit dem Hinweis, dass beide Stationen modernisiert werden müssten, die Finanzierung jedoch nicht gesichert ist. Ob und wann eine Modernisierung ansteht, ist unklar.

Insgesamt hat der VRR 294 Stationen begutachtet. An 112 Stationen hatten die Tester nichts zu beanstanden. 119 Stationen sind laut VRR "noch akzeptabel". 63 Stationen sind beim Test durchs Raster gefallen und nicht akzeptabel. Dazu zählt unter anderem der S-Bahnhof Witten-Annen-Nord.