Bündnisse in schweren Zeiten
02.02.2012 | 18:06 Uhr 2012-02-02T18:06:00+0100
Castrop-Rauxel. In der jüngsten Sitzung des Integrationsrates hat sich der Arbeitskreis Städtepartnerschaften neu konstituiert. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe möchte für die Bündnisse mit Griechenland und der Türkei eine besondere Verantwortung übernehmen.
In der jüngsten Sitzung des Integrationsrates hat sich der Arbeitskreis Städtepartnerschaften neu konstituiert. Sieben Mitglieder wollen sich intensiv um Kooperationen mit der Türkei und Griechenland bemühen, nachdem das Vorhaben zuvor eingeschlafen war. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schabe, der für Jürgen Schulte (SPD) in den Integrationsrat rückte, brachte den Stein erst wieder ins Rollen. Er will die Städtepartnerschaften forcieren. So hat er – angesichts des Sparzwangs – bereits Möglichkeiten der Finanzierung ausgelotet. Diese unterbreitete er dem Gremium am Mittwoch. „Ich habe mich umgehört, ob bei dem ein oder anderen nicht Interesse bestehe, eine Städtepartnerschaft finanziell zu unterstützen. „Und ich habe solche Menschen gefunden“, betonte Schwabe.
„Ich kann mir vorstellen, dass man einen Verein gründet, der sich beiden Partnerstädten annimmt und sowohl den Austausch mit Griechenland als auch mit der Türkei unterstützen könnte“, erklärte er. Darüber hinaus gebe es diverse Stiftungen, die derartige Kooperationen fördern. Schwabe weiter: „Es gilt ebenso auszuloten, ob für die Realisierung von Projekten nicht Bundes- oder Europamittel zur Verfügung stehen.“
Zudem wünscht sich Schwabe eine öffentliche Debatte. Die griechische Partnerin stehe mit Giannitsa ja bereits fest, die türkische hingegen nicht. „Bei ihrer Wahl könnten die Bürger entscheiden lassen, welche Stadt es sein denn soll“, regte er an.
Das Städtebündnis auf breitere Basis stellen – das befürwortete auch Marlies Graeber (CDU). „Vielleicht sollten wir schauen, ob wir auch die örtlichen Schulen und Vereine mit ins Boot holen“, sagte die Ratsfrau und ergänzte: „Das sollten wir bei allen Partnerstädten machen.“
Ein Vorschlag, den das Gremium positiv aufnahm. Nur Ioannis Papadopoulos (Integrationsliste) blieb skeptisch. Er hatte zuvor erklärt, dass es keine Partnerschaft zwischen Castrop-Rauxel und Giannitsa geben werde. Der Grund: die desolate Finanzlage der beiden Städte.
„Selbst wenn Giannitsa derzeit keinen Kontakt will“, entgegnete Bürgermeister Johannes Beisenherz, „so sollten wir die Chance einer Kooperation nicht wegwischen, weder wegen der Lage Castrop-Rauxels noch wegen der Lage Griechenlands.“ Allerdings müsse jede neue Partnerschaft, das unterstrich er noch einmal, „haushaltsneutral“ sein. Christoph Grabowski (FDP) pflichtete bei und plädierte für mehr Optimismus. „Gerade jetzt ist eine Kooperation wichtig, das griechische Volk braucht unsere Solidarität.“
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