Brauer aus Castrop-Rauxel will ins Guinessbuch

Kupferbottiche, Wasser, Malz, Gerste und Hopfen - das ist das Handwerkszeug von Christoph Kirchhelle aus Castrop-Rauxel. Im Brauhaus Rütershoff braut er seine Kreationen. Und macht am Tag des Bieres bei einem weltweiten Rekordversuch mit - der einen Eintrag ins Guinessbuch bringen könnte.

Castrop-rauxel.. Um 15 Uhr wird eingemaischt. 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Durch einen Artikel in einem Branchen-Magazin für Brauer ist Christoph Kirchhelle auf diesen Weltrekordversuch aufmerksam geworden. "Ich habe den Artikel gelesen und habe mich sofort angemeldet", sagt er.

Für alle Brauereien, die an der "Best Brew Challenge" teilnehmen, gibt es nur eine Regel. Sie müssen sich an das Deutsche Reinheitsgebot halten. Das ist wiederum auch der Hintergrund des Wettbewerbs. Vor 499 Jahren ist diese Lebensmittelverordnung in Ingolstadt erlassen worden.

Sie enthält die Passagen, an die sich Brauer auch heute noch halten. Bier darf nur aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe bestehen. "Wird diese Basis mit weiteren Zutaten vermischt, darf das Bier nicht mehr Bier genannt werden", erklärt Kirchhelle. Auch bei dem weltweiten Wettbewerb, den eine Heidelberger Brauerei ins Leben gerufen hat, dürfen nur die vier Basis-Zutaten verwendet werden.

Kreativer Spielraum ist gegeben

Das wiederum bedeutet nicht, dass in allen Brauereien weltweit das gleiche Bier entstehen wird. Denn: Die Brauer haben kreativen Handlungsspielraum. "Ich habe ein paar Ideen. Es wird ein Spezialrezept", sagt Kirchhelle. Denn: Es muss beispielsweise nicht eine bestimmte Sorte Malz verwendet werden. Auch, ob es ein Starkbier, ein Pils oder eine andere Sorte werden soll, ist nicht reglementiert.

"Wir setzen auf die Kreativität der Teilnehmer", heißt es auf der Homepage des Wettbewerbs. Ziel ist es, den weltweit größten Gemeinschaftssud entstehen zu lassen. Dafür müssen sämtliche Arbeitsschritte akribisch protokolliert und von Augenzeugen beobachtet werden. "Die Verwaltungsarbeit lauert überall", sagt Kirchhelle, der sich ein Grinsen nicht verkneifen kann.

Bei Fiege in Bochum gelernt

Seit zehn Jahren braut Kirchhelle im Brauhaus Rütershoff. Gelernt hat er das Handwerk in Bochum. Bei Fiege. Er hofft, dass es klappt mit dem Weltrekord. Aber warum eigentlich? "Vielleicht ist es ja ein schöner Erfolg für die Stadt, sich im Guinness-Buch wiederfinden zu können", sagt er.


Etwa 200 Hektoliter, also 20.000 Liter, Bier werden jährlich in der kleinen Castrop-Rauxeler Privat-Brauerei produziert. 250 Liter werden es für die "Best Brew Challenge werden". Ein Ansporn für den Bier-Experten: Das beste Bier wird nachgebraut.

Auch deshalb ist eine lückenlose Dokumentation wichtig. Das Rezept muss aufgeschrieben werden. Es reicht nicht, wenn er es im Kopf hat. Brauen ist für Kirchhelle Handarbeit. Und ein kreativer Prozess. Auch wenn das für Außenstehende vielleicht nicht direkt einleuchtend ist, wenn sie einen Blick auf die Kupferbottiche werfen...

Der Tag des Bieres
Mit dem Tag des deutschen Bieres wird seit 1994 vom Deutschen Brauer-Bund der Erlass der bayerischen Landordnung im Jahr 1516 gefeiert. Der Tag des Deutschen Bieres findet jährlich am 23. April statt, dem Jahrestag des Erlasses.
Einige mittelständische Familienbrauereien in Süddeutschland, die sich in der "Gütegemeinschaft Traditionsbier" zusammengeschlossen haben, brauen seit 2003 jeweils zum Tag des Deutschen Bieres limitierte Spezialbiere.