„Blasen“-Spülung in der XXL-Maschine
07.02.2012 | 16:18 Uhr 2012-02-07T16:18:00+0100
Castrop-Rauxel.Seit November sind Ingrid Rösler und Udo Wiedemann mit ihrer Firma K&R Trading GmbH im Mittelstandspark West an der Von-Hofmann-Straße zu Hause - und sie fühlen sich hier äußerst wohl.
Zehn Jahre gibt es die beliebte Cas-Card, den Prozente bringenden Willkommensgruß der Verwaltung an Unternehmen, die sich neu in dieser Stadt niederlassen. Jetzt konnte Bürgermeister Johannes Beisenherz die mittlerweile 4000. Cas-Card übergeben: Seit November sind Ingrid Rösler und Udo Wiedemann mit ihrer Firma K&R Trading GmbH im Mittelstandspark West an der Von-Hofmann-Straße zu Hause - und sie fühlen sich hier äußerst wohl.
Bereits im Vorfeld der Ansiedlung habe man beste Betreuung erfahren, lobt Wiedemann das Service Center Wirtschaft: „Im Gegensatz zu anderen Städten in der Region, die sehr arrogant sind, hat die Wirtschaftsförderung hier richtig Gas gegeben.“ K&R betreibt Handel mit Industrieverpackungen und Hygieneartikeln. Beliefert werden u.a. Krankenhäuser. „Wir haben alles auf Lager, vom speziellen Waschpulver, das bei 40 Grad die Keime tötet, bis hin zu Pampers“, sagt Ingrid Rösler und ergänzt: „Die Kunden sind hoch zufrieden mit uns.“
Mit sieben Arbeitsplätzen ist K&R in den Hallen der ehemaligen Firma IFT Fasertechnik gestartet. Drei bis vier weitere Arbeitsplätze sollen noch geschaffen werden. Seit neun Jahren gibt es die Firma, die bislang ihr Büro in Herne und ein Außenlager in Recklinghausen führte. Nun wird alles am Standort Mittelstandspark West gebündelt und Neues kommt hinzu.
So wird noch in diesem Monat auf dem Betriebsgelände eine hoch spezielle Reinigungsanlage für Industrieverpackungen zwecks Wiederverwertung errichtet - vergleichbar dem Mehrwegsystem bei Pfandflaschen. Ingrid Rösler: „Container abholen, gereinigt zurückbringen, das ist der geplante Kreislauf.“ Aber: „Wir nehmen nicht alles zur Säuberung, nix, was giftig ist.“ Auch der Reinigungsprozess selber soll nach Möglichkeit ohne Chemie ablaufen, K & R setzt da beim Vorspülen auf Hochdruck.
Mit den Industrieverpackungen sind keine kleinen Eimerchen gemeint. Vielmehr geht es um die bis zu tausend Liter fassenden viereckigen Plastikbehälter, die von einem quadratischen Drahtkorb umfasst sind. In der Fachsprache heißen sie „Intermediate Bulk Container“ (IBC) und werden für den Transport und die Lagerung flüssiger und rieselfähiger Stoffe genutzt. Verwendung finden sie bei der Produktion von Chemikalien, Lebensmitteln, Kosmetik und Pharmazeutika. Hinzu kommen die großformatigen blauen PE-Fässer, die auch gerne im Gartenbereich als Regentonnen Verwendung finden.
Tja, und die sogenannte „Blase“, also der Plastik-Kubus der fetten IBC, will natürlich nach der Entleerung zwecks Neubefüllung professionell gereinigt werden. Dies soll nun mit der Waschanlage in XXL geschehen, die in einer Schicht einen Durchsatz von 100 Containern bietet. Wiedemann dachte sich die Waschstraße zusammen mit einem Anlagebauer selbst aus. „Das wird ein Prototyp. 95 Prozent der Mitbewerber können das nicht, was wir dann können.“ Die Investition in die Reinigungsanlage beläuft sich auf rund 250 000 Euro, noch einmal etwa 200 000 Euro fließen in die Abwasseraufbereitung.
Der Markt sei gigantisch, benötige doch ein Hersteller zwischen 40 000 und 60 000 Container. Die Aussichten seien geradezu rosig, man wolle deshalb ganz vorne mitspielen. Allein vier neue Kunden warteten nur darauf, dass die Anlage endlich steht.
Udo Wiedemann gibt sich äußerst zukunftssicher und sagt mit Blick auf die Wirtschaftsförderung: „Wir wollen richtig wachsen Ich hoffe, dass das Grundstück nebenan nicht so schnell verkauft wird.“
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