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Bifteki aus dem Castrop-Rauxeler Omnibus

22.05.2011 | 16:58 Uhr
Mike Frisch hat einen alten Linienbus zum rollenden Grill-Imbiss umgebaut.

Castrop-Rauxel.   Wenn Hades statt Chef der Unterwelt ein Gastronom geworden wäre, hätte er sich wohl ein Gefährt wie Mike Frisch ausgesucht. Der Castrop-Rauxeler hat einen alten Schulbus aufgemöbelt und zur rollenden Imbissbude mit dem Namen "Hades-Grill" umgebaut.

Lodernde Flammen säumen den unteren Rand des ausrangierten Liniengefährts. Über dem Eingang thront Hades, der Herr des Totenreiches, als meterhoher Aufsteller mit Zweizack in der Hand. Keine Frage, der rollende Hades-Grill wäre wohl ganz nach dem Geschmack des Unterwelt-Herrschers aus der griechischen Sage gewesen. Zumal darin deftige griechische Gerichte und heiße Grillklassiker zubereitet werden.

Die Idee für einen weit und breit wohl einmaligen Grillimbiss hatte Mike Frisch schon vor einigen Jahren. Darin wollte er Speisen zubereiten und verkaufen, wie er es schon in Griechenland häufiger getan hat. Und die der 32-Jährige selbst am liebsten mag: Gyros, Bifteki und Souflaki. Der Castrop-Rauxeler hat familiäre Wurzeln im Mittelmeerland und half dort während seiner Aufenthalte seinen griechischen Verwandten bei der Arbeit in deren Imbissbuden.

Griechische Speisen

Goldener Windbeutel 2011

„Da hatte ich schon immer Spaß dran“, sagt er und lächelt. Doch bis zur Verwirklichung seines beruflichen Traums musste der 32-jährige Castrop-Rauxeler zuerst ein passendes Fahrzeug finden. Es sollte besonderen Pfiff haben. Schließlich stieß er auf einen ausrangierten Linienbus.

Griechische Speisen wollte Frisch, dessen Mutter Griechin ist, auf jeden Fall in seinem mobilen Grill anbieten. Doch nicht nur mit dem Fahrzeug, sondern auch thematisch wollte er sich unbedingt abheben von Imbissen, die beim Namen scheinbar immer auf die gleichen Namenspatrone aus der griechischen Sagenwelt oder einschlägige Städtenamen setzen. Da der 32-Jährige die rollende Imbissbude vornehmlich auf rockigen Festivals platzieren möchte, fiel schließlich die Wahl auf den Gott der Unterwelt. Der Slogan war gefunden, nun ging es an die Umsetzung. Umfangreiche Umbauarbeiten waren vonnöten. Mehr als zwei Monate schraubten er, viele seiner Freunde und Bekannte an dem Omnibus.

Zehn Stunden pro Tag

„Jeden Tag bestimmt zehn Stunden“, sagt Frisch im Rückblick. Bis auf einige Kleinigkeiten ist der Hades-Grill schon vollendet. Die Küche ist komplett vorhanden. Im hinteren Bereich locken aufgemöbelte und umgebaute Busbänke und Tische zum Verweilen ein. Ein stilechtes Restaurant-Ambiente im Busbank-Stil ist so entstanden.

Dort ist Platz für 20 Gäste und Frisch plant, das Kontingent der Sitzgelegenheit mit Außenbestuhlung aufzustocken. Eine Unterbodenbeleuchtung soll außerdem noch für ein Aufsehen erregendes Erscheinungsbild sorgen. Insgesamt hat Frisch etwa 100.000 Euro investiert.

Seine Feuertaufe hat der Hades-Grill beim Frühlingsfest in Ickern schon bestanden. Viele neugierige Blicke zog das Gefährt auf sich und viele Kunden an. Und das Interesse an dem ungewöhnlichen Imbiss scheint damit erst entflammt zu sein. Die angepeilte Zielgruppe fährt auf den Imbiss-Bus ab. Gebucht wurde das Castrop-Rauxeler Gefährt bereits für ein Metal-Fest in Dessau mit 10 000 Besuchern und für die Harley Days in Hamburg. Dort werden bis zu 600 000 Motorrad-Fans erwartet. Selbst gefahren hat Frisch seinen Imbiss-Bus übrigens noch nicht. Nur Vater Uwe besitzt die entsprechende Fahrerlaubnis und steuert das Gefährt zum jeweiligen Einsatzort. Den Führerschein will der Castrop-Rauxeler jedoch in Angriff nehmen, sobald die Geschäfte ins Rollen kommen. Der Anfang ist gemacht.

Stefan Rebein



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