Bei Wind und Wetter an der frischen Luft

Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

Castrop-Rauxel..  Ihr Spielplatz ist der Wald. Die Bäume sind ihre Klettergerüste, Blätter und Äste ihr Bastelmaterial. Bei Wind und Wetter sind die Knirpse draußen an der frischen Luft, in der freien Natur. Wenn es regnet, können sie durch die Pfützen hüpfen oder Matschburgen bauen, wenn es schneit, einen Schneemann bauen, und wenn die Sonne lacht, im hohen Gras verstecken spielen.

„Da werde ich ganz neidisch, dass ich selbst nicht mehr Kind bin“, sagt Christina Cichowski lächelnd und fügt hinzu: „Sowas hätte ich mir früher auch gewünscht.“ Die 31-jährige Mutter, sie ist überzeugt vom Konzept eines Waldkindergartens. Ihren Sohn Manuel würde sie sofort anmelden. Allerdings gibt es derzeit noch keinen Waldkindergarten in ihrer Nähe. Aber das soll sich ändern. Dorothee Zijp, die Leiterin des Natur- und Begegnungsbauernhofes, plant die Gründung einer solchen Betreuungseinrichtung am Rapensweg.

Jugendämter ermitteln den Bedarf

„Das Interesse bei den Eltern ist jedenfalls da“, berichtet sie von zahlreichen Anfragen. Auch den Tag der offenen Tür auf ihrem Bauernhof besuchten viele Mütter und Väter, um sich über das Konzept des Waldkindergartens zu informieren.

„Für das integrative Betreuungsangebot wollen wir das benachbartes Grundstück nutzen“, erklärt Dorothee Zijp. Dort können die Kinder in der Natur spielen, Flora und Fauna kennen lernen, auf Entdeckungstour gehen – im Frühling, im Sommer, aber auch im Herbst und im Winter. „Bei ganz extremem Wetter, bei Hochwasser oder Sturm, werden wir allerdings die Möglichkeit haben, einen Raum des Kulturzentrums Agora zu nutzen“, so Zijp. Zudem biete eine Jurte, ein großes Zelt, eine Rückzugsmöglichkeit. „Und all unsere Utensilien, die wir brauchen, wollen wir in einem Bauwagen, eigens für Waldkindergärten, aufbewahren“, sagt die NaBeBa-Chefin, die am liebsten möglichst zeitnah loslegen würde.

Dafür braucht sie allerdings grünes Licht der Städte Waltrop und Castrop-Rauxel. Die Jugendämter werden nun aber erst einmal den Bedarf ermitteln. Erkennen Städte und Land die Gründung des Waldkindergartens an, so erfolgt eine finanzielle Förderung.

„Ich hoffe, dass wir überzeugen können“, sagt Dorothee Zijp. Für sie jedenfalls liegen die Vorteile jener Betreuungsform auf der Hand: „Kinder brauchen die Natur, um sich zu entwickeln, sie können mit allen Sinnen lernen.“ Die Knirpse sollen mit Matsche spielen, auf Bäume klettern können. Das sei viel gesünder für das Kind, als es in Watte zu packen.

„Mir ist es wichtig,“, betont Christina Cichowski, „dass mein Sohn Natur erfährt.“ Auch bei vermeintlich schlechtem Wetter. „Man kann sein Kind doch entsprechend anziehen.“

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