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Amtsgericht

Auf Politesse zugerast

07.02.2012 | 17:43 Uhr
Auf Politesse zugerast

Castrop-Rauxel.   Ein 36-Jähriger soll auf eine Politesse zugerast sein, nachdem er von ihr ein Knöllchen kassiert hatte. Zudem soll er Polizisten beleidigt und ihnen den Hitlergruß gezeigt haben.. Nun muss sich der Mann vor Gericht verantworten.

Den Hitlergruß habe er den Polizisten nicht gezeigt – er wisse doch gar nicht, was der Hitlergruß ist. Und er sei auch nicht mit Karacho auf eine Politesse zugerast, weil er zuvor ein Knöllchen von ihr kassiert hat. Lediglich die unschönen Worte, die er den Polizisten an den Kopf geknallt haben soll, die seien tatsächlich so gefallen.

Beleidigung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Nötigung: Der Angeklagte soll sich an nur einem Tag dieser Straftaten schuldig gemacht haben. Im September vergangenen Jahres fischte die Polizei den 36-Jährigen bei einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Lange Straße aus dem Verkehr. Er soll zu schnell unterwegs und zudem nicht angeschnallt gewesen sein. Da er sich von den Beamten ungerecht behandelt gefühlt habe, heißt es in der Anklageschrift, habe er die Polizisten zunächst wüst beschimpft und ihnen anschließend den Hitlergruß gezeigt.

Noch am selben Tag soll der Auszubildende eine Mitarbeiterin der Ordnungsamtes ins Visier genommen haben. Er soll auf der Lange Straße auf sie zugebrettert sein, so dass sie zur Seite springen musste. Sowohl die Politesse selbst als auch eine Kollegin bezeugten dies vor Gericht. Die Geschädigte identifizierte den Angeklagten eindeutig als Fahrer des Wagens, der auf sie gerast war. Ihre Kollegin hingegen war sich da weniger sicher.

„Ich weiß überhaupt nicht, worum es geht“, erklärte der Angeklagte. An einen solchen Vorfall könne er sich überhaupt nicht erinnern. „Das muss die sich eingebildet haben“, sagte der Beschuldigte, der wohl schon einmal mit der Mitarbeiterin des Ordnungsamtes aneinander geraten war. „Vielleicht bin ich zügig gefahren und sie war zufällig in der Nähe.“

Auch den Hitlergruß habe es nicht gegeben. „Ich habe nur die Hand gehoben, um mich von den Polizisten zu verabschieden“, so der Angeklagte. Die Beleidigungen allerdings räumte er ein – er habe sich von den Beamten schlecht behandelt gefühlt. Zudem, so beteuerte der Angeklagte, sei er an jenem Tag psychisch angeschlagen gewesen.

Der Richter unterbrach die Hauptverhandlung und wird sie Ende Februar fortsetzen. Er will dann weitere sieben Zeugen, darunter auch die Polizisten, hören.

Sabine Latterner

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