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30.09.2009 | 18:20 Uhr
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Dank der Initiative „Zukunft fördern” nehmen 40 Hauptschüler zurzeit an einem „Kompetenzcheck” teil.

Im sowieso unruhigen Alter von 15 Jahren hat der gemeine Jugendliche meist anderes im Sinn, als die Entscheidung seines Lebens zu fällen: Was will ich werden? Die Franz-Hillebrand-Hauptschule begeleitet ihre Schüler in der Berufsfindungsphase – zurzeit testen 40 Neuntklässler ihre Stärken.

Was soll später aus dir werden? „Koch”, meint Marcel. „Kfz-Mechatroniker”, wünscht sich Abdel. „Dolmetschen ist schon lange mein Traumberuf.”, sagt Rebecca. „Darüber habe ich mich schon vor einem Jahr im Internet informiert.”

Nicht alle ihrer Schulkollegen wissen, was sie wollen und wie sie dazu die passenden Informationen finden. Ihren bisherigen Wissensstand stellten die Neuntklässler gestern Mittag ihren Mitschülern vor, teils mit schweißnassen Händen und zittriger Stimme, aber immerhin: Sie hatten den Mut, sich selbst zu präsentieren. „Das müsst ihr lernen, wenn ihr in die Betriebe geht, um euch für ein Praktikum oder eine Lehrstelle zu bewerben”, rät Dagmar Podworny eindringlich.

Die Freiberuflerin begleitete die Schüler im Auftrag des Projekts „Zukunft fördern” des Landesministeriums. Ihr half Anja Blodau vom Verein „Jugend in Arbeit”. Zuerst baten die Damen die Jugendlichen zum Online-Test. Sich selbst einschätzen musste man sich da und kleine Aufgaben lösen, aus den Bereichen Mathe, Grammatik und Textverständnis. In München wurden die Ergebnisse ausgewertet. Jeder Schüler bekam eine 23-seitige Beurteilung zurück. Die besprach Dagmar Podworny in Einzelgesprächen mit dem jeweiligen Schüler. Und auch, in welchen Beruf die jeweiligen Stärken passen.

Es ist doch so: Die meisten Mädchen wollen Erzieherin oder Kosmetikerin werden, die Jungs schrauben gern an Autos oder brutzeln immer öfter gerne Steaks (Schuld daran haben wahrscheinlich die etlichen TV-Kochshows.) Über eine Auswahl von zehn, zwanzig Berufen aber geht die Vorstellungskraft nicht hinaus. Dass anderes interessant sein könnte, auch das will Dagmar Podworny vermitteln – und die Wege dorthin: Wo wird man im Internet fündig?

Dass Berufsinformationsveranstaltungen wichtig sind, ist unbestritten. Dennoch nehmen nicht viele Schulen die Angebote der Landesinitiative „Zukunft fördern” wahr. „Vor allem die Hauptschulen haben einen klaren Fokus auf die Berufswahl gelegt”, lobt Anja Blodau. Ein Engagement, dem Gymnasien und Realschulen hinterherhinken.„Hauptschulen sind viel besser vernetzt, haben Kooperationen mit Firmen.” In Gymnasien gebe es – wenn überhaupt – oft nur einen Überblick über Studienmöglichkeiten. Das wird in Zeiten des Abiturs nach zwölf Jahren nicht besser werden. „Dazu sind die Lehrpläne viel zu dicht”, sagt Dagmar Podworny.

Der Kompetenztest sei in ihren Augen „eine gute Basis” – für den langen Weg zur richtigen Entscheidung.

Susanne Schild

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