Auch Castrop-Rauxel ist Charlie!

Hunderte Bürger bezogen am Abend ebenso klar wie still Position gegen islamistischen Terror. Gut 400 Menschen kamen gestern trotz Dauerregens in die Altstadt und entzündeten Lichter der Solidarität.

Castrop.. Bürgermeister Johannes Beisenherz, der ganz kurzfristig erst am Vortag zu dieser Gedenkveranstaltung aufgerufen hatte, hielt über Megaphon nur eine kurze Ansprache. Darin zeigte er sich beeindruckt von der großen Resonanz. "Wir ringen alle um Fassung", erklärte Beisenherz und führte aus, dass unter den 17 unschuldigen Menschen, die in Paris und Umgebung Opfer religiöser Fanatiker wurden, auch zwei Menschen aus der direkt an Paris angrenzenden Partnerstadt Vincennes waren: "Die Tochter einer Bürgerin aus Vincennes starb bei dem Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo und ein Mann aus Vincennes war unter den Opfern in dem Supermarkt an der Stadtgrenze. Wir sind tief betroffen."

Es folgte ein minutenlanges, stilles Gedenken und ein Gang vom Lambertusplatz zum Platz der alten Synagoge. Dort wurden die in der Hand getragenen Lichter abgestellt.

"Uns Muslimen macht der Terror dieser Dummköpfe immer mehr zu schaffen. Ich bin hier, um zu zeigen: wir hier sind die richtigen Muslime", sagte der 32-jährige Hakan Sönger. Mit sich trug er ein Transparent, mit dem er klar machte, dass die Terroristen nicht der Islam seien.

Aus allen Stadtteilen waren Bürgerinnen und Bürger dabei. Sie zeigten große Transparente und kleine Schilder mit dem Slogan "Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie"). "Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass wir uns von Terrorismus nicht einschüchtern lassen", sagte Ralf Piegsa von Schwerin. Robert Mathis aus Ickern freute sich, "dass so viele junge Leute gekommen sind." Wie etwa die 13-jährige Lara Staschewski von Schwerin. Was in Frankreich passiert ist, geht uns alle an, nicht nur die Leute, die Betroffen sind", meinte sie.

Nach gut einer halben Stunden war es ein würdiges Statement mit der Botschaft: Auch Castrop-Rauxel ist Charlie!