Anmeldeziel der JKG: 75 plus
10.02.2012 | 18:49 Uhr 2012-02-10T18:49:00+0100
Castrop-Rauxel. Ganz genau 3333 Unterschriften haben Schüler, Pädagogen und Eltern der Janusz-Korczak-Gesamtschule (JKG) für den Erhalt der Gesamtschule in Ickern gesammelt – und jetzt an Bürgermeister Beisenherz übergeben.
Ganz genau 3333 Unterschriften haben Schüler, Pädagogen und Eltern der Janusz-Korczak-Gesamtschule (JKG) gesammelt. „Weil wir die Zahl so schön fanden, haben wir dann mit dem Sammeln aufgehört“, scherzte Lehrer Helmut Butz gestern bei der Übergabe der Listen an Bürgermeister Beisenherz. Ein kleiner Scherz, der aber die Brisanz des Themas nicht schmälern sollte. Denn hinter jedem Namen auf der Liste steht schließlich der Wunsch nach dem Erhalt der Gesamtschule in Ickern.
Eigentlich, erklärte Butz dann auch wieder ganz ernst, habe man sich gar nicht in den schulpolitischen Kampf um die Zukunft der weiterführenden Schullandschaft in der Europastadt einmischen wollen. Als diese Einmischung dann aber von einer anderen Schule im Stadtteil erfolgt sei, „da konnten wir doch nicht länger schweigen.“ „Wir sind die Schule, wo gemeinsam gelernt wird. Und das ist sowohl von Vorteil für die starken, als auch für die schwächeren Schüler“, betonte der engagierte Pädagoge. Eine Sekundarschule ist seiner Ansicht nach noch nicht einmal eine „Gesamtschule light“.
Dass sie in so kurzer Zeit so viele Unterschriften in ihrem Stadtteil gesammelt haben, darauf sind nicht nur Jürgen Kraus und Michaela Meyer stolz. Beide haben Kinder an der Korczak-Gesamtschule, und beide kennen auch den schlechten Ruf, den die Schule schon seit Jahren in Castrop-Rauxel hat. Nachvollziehen kann Michaela Meyer das nicht. Als sie mit ihrer Familie nach Ickern gezogen ist, hat sie ihren Sohn trotz aller Unkenrufe an der Korzcak-Gesamtschule angemeldet – und das noch nicht eine Minute bereut. „Sein Zeugnis jetzt, wieder absolut super“, erklärte sie gestern, ganz stolze Mutter. „Sogar Asi-Schule werden wir manchmal genannt. Und keiner weiß, woher das kommt“, sagt auch der didaktische Leiter der JKG, Hermann Böcker. Man habe allerdings in der Vergangenheit auch versäumt, dagegen anzugehen, räumte Butz ein. Doch das hat sich geändert. „Wir machen jetzt eine gute Öffentlichkeitsarbeit und wir kennen unsere Stärken, zum Beispiel unser neues Technik-Profil“, so Butz. Überhaupt biete man beim Abitur mehr Wahlmöglichkeiten als das Berufskolleg.
Voll und ganz von ihrer Gesamtschule überzeugt sind Kyra Hauptmeier und Mirelle Müller auch jetzt schon. Beide gehen in die 13, und beide haben sie kräftig beim Unterschriften-Sammeln geholfen. „Ob ich es an einer anderen Schule bis zum Abi geschafft hätte, ich weiß es gar nicht“, sagt Kyra. Und für Mirelle ist die JKG die Schule, die ihr auch außerhalb des Unterrichts die besten Möglichkeiten bietet. „Außerdem nehmen die Lehrer uns ernst , das ist ein gutes Gefühl“, sagt sie.
Entscheidend, erklärte Bürgermeister Beisenherz, sei letztlich der Elternwille. „Mit 100 Anmeldungen hätten Sie die notwendige Vierzügigkeit erreicht. Doch Butz nannte andere Zahlen: „Für eine bestehende Gesamtschule reicht auch die Dreizügigkeit, da würde die Bezirksregierung nie einen Riegel vorschieben.“ Deshalb würde man in diesem Jahr mit einer Anmeldezahl von „75 +“ sehr zufrieden sein.
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