Andere Fleischtöpfe locken
20.07.2012 | 18:36 Uhr 2012-07-20T18:36:00+0200
Castrop-Rauxel. Fleischermeister Wilhelm Schäfer (56) aus Frohlinde staunt noch heute über seinen Kollegen Christoph Grabowski: „Ich habe ihm nie dazu geraten, sich selbstständig zu machen. Das hätte ich an seiner Stelle nie gemacht.“ Doch Christoph Grabowski wagte vor sechs Jahren, entgegen aller Ratschläge, den Schritt. Obwohl er ihn nie bereut hat, beendet er nun doch dieses Kapitel: In den nächsten Wochen schließt der 48-jährige Fleischermeister seine Geschäfte an der Kleinen Lönsstraße in Castrop sowie an der Ickerner Straße in Ickern.
Allerdings hat Christoph Grabowski, im Privatleben auch Vorsitzender der FDP, auch einen guten Grund, zurück ins Angestelltendasein zu gehen: Der Frischemarkt Niggemann aus Bochum möchte ihn gerne als Leiter der Fleischabteilung einstellen. Ein Angebot, das den Fleischermeister stolz wie Oskar macht: „Für mich ist das wie ein Priester, der in den Vatikan geht.“
Dort wird er mit Sicherheit auch ganz andere Umsätze erleben wie in seinen beiden Castrop-Rauxeler Geschäften: „Niggemann macht viele Millionen Euro Umsatz mit Fleisch.“ Die Experten hätten ihn erlebt, wenn er selbst in der nördlichen Bochumer Innenstadt eingekauft hat: „Sie haben gesehen, wie pingelig ich dabei bin.“
Das soll er nun im Auftrag des Unternehmens nicht nur in Deutschland, sondern auch international machen. Allein bei der Aussicht, auf dem Großmarkt in Paris Rungis aktiv werden zu dürfen, läuft Christoph Grabowski das Wasser im Mund zusammen. Doch es sind nicht nur diese Filetstücke einer Berufslaufbahn, die ihn froh stimmen: „Ich habe seit Jahren keinen Urlaub mehr gemacht. Vielleicht ist das dann möglich.“
Mit ihm fühlt auf jeden Fall Wilhelm Schäfer. „Die Zeiten sind vorbei, dass man in diesem Job Millionär wird“, sagt der Frohlinder, absichtlich übertreibend. Doch damit drückt er aus, dass die Fleischtöpfe für das traditionelle Metzgerhandwerk immer höher hängen. „Allein zwischen Kirchlinde, Schwerin und Gronewald in Castrop hat sich die Quadratmeterzahl im Lebensmittelverkauf in den letzten Jahren verdreifacht.“ Da bleibe für einen Selbstständigen wie ihn nicht mehr viel Raum.
Dazu kämen die Auflagen durch die EU und andere Institutionen. Sie hätten für das Aus seiner Filiale im vergangenen Jahr auf Schwerin gesorgt, und um sein Geschäft in Frohlinde auf neuesten Stand zu bringen, müsste er 200 000 Euro investieren: „Das tue ich mir aber nicht an.“ Ohne eine eigene Immobilie, ist er sich sicher, sei das Geschäft gar nicht mehr zu betreiben. Wilhelm Schäfer: „Ich sehe nicht ein, dass ich mein Haus verkaufe, um die Filiale zu erhalten.“
Christoph Grabowski sieht es ähnlich und hört auf. Und Wilhelm Schäfer, gesundheitlich angeschlagen, weiß: „Ich stelle mich hier nicht als Greis hin.“
14:38
Besser so als Arbeitslos, nun geht das Sterben der Läden weiter, da sollte die Stadt mal was machen. Aber Schulen schließt man mal einfach so, sind ja nur Kinder. Wenn das so weiter geht sieht es bald Dunkel aus in Castrop, nur noch Ketten und keine Selbständigen mehr, aber was hilft jammern, wo von sollen die Leute das auch bezahlen 60% Rentner 20% Kinder ? na , da bleibt aber nicht viel übrig vom Geld, Hier muss Wirtschaft her und zwar bald, damit die Einnahmen wieder steigen. Nach Schlecker nun Grabowski und dann ???? Real ???? oder Mediamarkt?????
10:24
Herr Grabowski, vorab ich wünsche Ihne sehr vel Erfolg und viele Auslandsaufenthalte auf französischen Märkten.
Teilen Ihre Mitarbeiter Ihre in der Öffenlichkeit gezeigte Euphorie ?
Ich hoffe doch, da Sie ja immer nach sozialer, leistungsrechten Politik streben und fröhlich einer neuen beruflichen Zukunft entgegen blicken, hnen die Schicksale Ihrer Mitarbteiter am Herzen liegen.
Hoffentlich vergessen Sie vor lauter Euphorie und streben nach positiver PR Ihre solziae Verantwortung als Arbeitgeber nicht.
Des Weiteren stellt sich mir die Frage, warum Sie so sehr darauf bedacht sind, daß das Ende Ihres Gewerbes nicht als Niederlage empfunden wird?
Herr ExLeser,
danke für ihre Glückwünsche zu meinen selbsterwählten Schritt.
Es ist zwar nicht meine Art, mich auf solcher Weise zu rechtfertigen, ich werde es diesmal trotzdem tun.
1. Die örtliche Presse (Ruhr-Nachrichten) hat mich vor zwei Wochen zu meinen Entschluss mich zu verändert, gefragt ob Sie etwas schreiben dürfen, was ich zu dem Zeitpunkt verneint hatte.
Herr Jens Lukas (Sportredakteur der RN) hat meine Homepage betreut, deswegen wusste die RN es,
Da die Ruhr-Nachrichten nicht locker gelassen habe, hatte ich mit ihnen am Donnerstag ein Gespräch. Lesen können Sie es auf deren Homepage.
2. Ja meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich für mich!
Lesen Sie allein dazu die Anzeige, die meine Erstverkäuferin gestern im StadtAnzeiger für mich geschaltet hat!
Vorletzte Seite, fängt an mit "Hallo Christoph DANKE"
3. Natürlich habe ich als Unternehmer eine soziale Verantwortung
Bis auf eine Mitarbeiterin, haben alle ein Arbeitsplatz.
Auch die Auszubildene macht nahtlos ihre Ausbildung weiter, daür ein großes Dankeschön an dem Betrieb Rewe Engelhardt.
4. Herr ExLeser, ich sehe mein Wechsel zu einem Arbeitsgeber als neue Herausforderung, weil das nicht irgendein Betrieb ist!
Ich habe sogar von meinen Kollegen der Fleischerein Glückwünsche bekommen.
Aber ich verstehe das es Menschen, die daraus auch ein Scheitern sehen, falls man sein Betrieb schließt.
Diese Zeitung hat mich übrigens nach dem Artikel der RN angerufen, um es schreiben zu wollen.
Falls Sie aber noch Fragen haben, stehe ich ihnen auch telefonisch zu:-))
0230542788 o. 01714843082 da bekommen Sie die Antworten auch persönlich