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Castrop-Rauxel

An Bord: die Lebensretter

16.01.2009 | 18:15 Uhr

Bei der DLRG werden Groß und Klein, Jung und Alt ausgebildet. Vom Nichtschwimmer bis zum Rettungsschwimmer. Mit jeder Menge Verantwortungsbewusstsein

"Mit dem vereinseigenen Rettungsboot patrouillieren die DLRGler den Kanal", erzählt Thomas Königsbüscher. Foto: Gödde/HG

VEREINT IN CASTROP-RAUXEL Wenn andere abspannen und die Seele baumeln lassen, schieben sie Dienst. Zwar macht das oftmals auch Spaß, ist aber zuweilen recht stressig, manchmal nervig und seltener sogar lebensrettend. Seit 1929 gibt es die DLRG Kreisgruppe in Castrop-Rauxel. Aktuell zählt der Verein 450 Mitglieder.

"Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Ausbildung vom Nichtschwimmer bis zum Rettungsschwimmer", erzählt der stellvertretende Vorsitzende Thomas Königsbüscher. Dabei hat sich die DLRG in den letzten Jahren zu einem mittelgroßen autarken Grüppchen oder wie Königsbüscher sagt, zu einem Generationen übergreifenden Familienunternehmen entwickelt. Die Kleinen kommen, werden von größeren, erfahrenen Mitgliedern ausgebildet, um im Idealfall später selber die Schulungen zu übernehmen.

Denn die Mitglieder der DLRG sind es, die im Sommer am Kanal patrouillieren, bei Unfällen Erste Hilfe leisten und im Zweifel auch einen verletzten Schwimmer retten können. Circa 30 Personen sind von Mai bis September an jedem Wochenende im Einsatz. Ein vereinseigenes Rettungsboot steht den Helfern zur Verfügung. "Unser Schlauchboot ist leider defekt. Wir brauchen ein neues, wissen aber nicht, wie wir es finanzieren sollen", berichtet Königsbüscher.

Helfen kostet. Selbst ein Verein dieser Größe und Infrastruktur hat zu knapsen. "Dadurch, dass das Hallenbad monatelang wegen Reparaturarbeiten geschlossen war, konnten wir kein Training und keine Kurse anbieten. Das hatte zur Folge, dass wir keine neuen Mitglieder aquirieren konnten und ein paar ältere absprangen", berichtet Königsbüscher. Es ist ein Teufelskreis: Dieses Geld fehlt für das Schlauchboot. Und das wiederum sei wichtig für die Ausbildung des Nachwuchses in Sachen Bootsführerschein. "Wir versuchen die Jugendlichen auf diesem Weg möglichst spielerisch an die Aufgaben der DLRG heranzuführen", sagt Königsbüscher. Denn man habe erkannt: Je früher die jungen Menschen in dem Verein mit Aufgaben betreut werden, je größer ist die Chance, dass sie bleiben. Und erkennen: Der Verein bietet unterschiedlichste Ausbildungen an, die ich in meinem späteren Leben nutzen kann. Die beim DLRG ausgebildeten Jugendhelfer, Übungsleiter, Sanitäter oder Trainer können in ganz Deutschland eingesetzt werden, auch an Urlaubsorten wie der Nord- oder Ostseeküste. Bootsführerscheine gelten ein Leben lang, und können über den Verein wesentlich preiswerter erstanden werden. Allerdings: Wird die Ausbildung gefördert, muss man sich für eine bestimmte Zeit verpflichten, diese auch für den Verein einzusetzen.

Genau dann eben, wenn andere die Seele baumeln lassen. Aber der Stress macht auch Spaß. Meistens jedenfalls.

Kontakt: DLRG, Geschäftsstelle, Tel: 6380267; Wachstation, Kanalstraße 147, Tel: 890797.

Von Angelika Wölke

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