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Alter Durchlass wird im November gesprengt

11.10.2012 | 20:00 Uhr
Alter Durchlass wird im November gesprengt

Castrop-Rauxel. Der alte Beton-Koloss gleicht zunehmend einem Schweizer Käse. In dem Bauwerk sind viele, viele Löcher. Und es werden täglich mehr. 4000 werden es am Ende sein. 4000 kleine Sprenglöcher.

Damit sind die Tage des alten Emscher-Durchlasses in Henrichenburg nun endgültig gezählt: Die Sprengung seiner steinernen Überreste erfolgt Anfang November. „Stehen bleiben kann er nicht“, erklärt Ralf Bruns vom Wasserstraßen-Neubauamt in Datteln. „Alle Altlasten müssen raus“, ergänzt er. Denn: „Wir müssen an der Stelle Platz haben, um wieder einen neuen Emscher-Durchlass errichten zu können, wenn der neue dann irgendwann mal in die Jahre kommt“, begründet er.

„Also haben wir verschiedene Möglichkeiten durchdacht, wie man das alte Bauwerk abreißen kann“, fährt er fort. Eine erste Überlegung sei gewesen, den Durchlass unter Wasser zu sprengen. Das wäre aber ein zu schwieriges Unterfangen, so der Bauleiter. Letztlich fiel dann die Entscheidung für eine Sprengung im Trockenen, für die seit einigen Wochen die Vorbereitungen laufen.

„Wir haben das alte Bauwerk zunächst mit zwei Dämmen eingefasst und die mit Spundwänden gedichtet“, erklärt er. Somit liegt der imposante Emscher-Durchlass nun in einer riesigen Baugrube, die vor allem auch der Sicherheit dient. „Alles, was darin passiert“, sagt Ralf Bruns, „hat keinen Einfluss auf die Umgebung.“

Dort, in dieser riesigen Baugrube, sind Arbeiter derzeit damit beschäftigt, die vielen Sprenglöcher in den Beton zu bohren. „Wir haben den Durchlass zunächst statisch untersucht und überlegt, welche Bereiche stehen bleiben müssen, um die Standfestigkeit zu gewährleisten“, so Bruns. Immerhin fließt oberhalb das Kanalwasser über den alten Koloss hinweg.

„Das, was nicht erforderlich ist, haben wir abgerissen, und das verbleibende Gefüge werden wir durch eine Lockerungssprengung zerstören.“ Heißt: Die ausführende Firma zündet zeitversetzt – über mehrere Sekunden hinweg – 4000 kleine Sprengladungen. Dadurch wird der Durchlass in sich zusammenfallen, die Baugrube wird geflutet, am Ende bleiben nur kleine Beton-Blöcke stehen. „Die Überreste werden wir dann unter Wasser ausbaggern und die Fahrtrinne des Kanals ebnen“, erklärt Ralf Bruns. Spätestens Anfang 2013 soll der alte Emscher-Durchlass, sollen 18000 Kubikmeter Beton dann endgültig Geschichte sein. Nur noch seine steinernen Überreste werden an ihn erinnern: „Wir werden den alten Beton weiterverwenden“, so Bruns. „Es wird gebrochen und dient später dem Bau von Schotter-Wegen.“

Sabine Latterner



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