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Vollversammlung

Ärzte gegen Notdienst-Änderung

18.11.2009 | 21:12 Uhr

Die Castrop-Rauxeler Ärzteschaft lehnt mit großer Mehrheit eine Änderung der gegenwärtigen Notdienstregelung ab. Bei der Vollversammlung der heimischen Mediziner gestern fiel am Abend bei vier Gegenstimmen der Beschluss, das vor zehn Jahren eingeführte Castrop-Rauxeler Modell beizubehalten.

 „Wir haben nun einen eindeutigen Auftrag, mit den Beteiligten – Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung (KV) – zu verhandeln“, sagte der Sprecher der örtlichen Allgemeinmediziner und Notdienstbeauftragte, Michael Greff, im Gespräch mit der WAZ/WR.

Die Ärzte wenden sich damit gegen die Pläne der KV, in ihrem Einzugsbereich (Westfalen-Lippe) die Zahl der Notdienstbezirke von derzeit 178 auf 48 zu reduzieren. Nach gegenwärtigem Planungsstand ist eine gemeinsame Notfallpraxis für Castrop-Rauxel, Herne und den Norden von Bochum mit Sitz an einem Herner Krankenhaus im Gespräch. Weite Wege wären an den Wochenenden für die Notfallpatienten also die Folge.

Hintergrund für die geplante Neuordnung ist die ausgedünnte ärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Während derzeit die Ärzte in Castrop-Rauxel im Schnitt an fünf Wochenenden im Jahr Notdienst haben, müssen ihre Kollegen „auf dem Land“ alle zwei bis drei Wochenenden ran, in manchen Regionen sogar an jedem, weiß Greff, der deshalb auch Verständnis für die Klagen der Landärzte hat. Die Frage, warum es denn angesichts der unterschiedlichen Strukturen nicht auch unterschiedliche Notdienstregelungen in den Regionen geben könne, konnte der Vertreter der KV gestern allerdings auch nicht beantworten.

Die KV hat mit der vorgesehenen Notdienstreform insgesamt sieben Forderungen vorgegeben, „fünf davon haben wir bereits vor zehn Jahren erfüllt“, sagte Greff: eine Reduzierung der Notdienstbezirke, die zentrale Anlaufpraxis (im St. Rochus), eine Steuerung durch eine zentrale Leistelle, fachgebundene Notfalldienste und einen Fahrdienst. Was bleibt, ist die Forderung nach einem Notfalldienst unter der Woche und „die Unterstützung der ländlichen Region“.

Thomas Wrycza

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