Das aktuelle Wetter Castrop-Rauxel 2°C
Tiere

72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel

25.07.2013 | 18:30 Uhr
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
Für einige ist ein Kaninchen nicht nur ein Haustier, sondern auch eine Delikatesse.Foto: Stephan Eickershoff

Castrop-Rauxel.   Ein 72-Jähriger hat einem Kaninchen in seinem Garten erst die Kehle durchgeschnitten, das Tier dann zum Ausbluten an den Schuppen gehängt und es anschließend gehäutet. Die Anwohner einer Siedlung in Ickern sind entsetzt über die Brutalität und rufen die Polizei. Gegen den Mann wird ermittelt.

Was auf dem Land vielleicht Normalität ist, führte am Mittwochnachmittag bei Anwohnern einer Siedlung in Ickern zu Entsetzen. Der 72-Jährige Nikolaus P. hatte einem Kaninchen in seinem Garten erst die Kehle durchgeschnitten, das Tier dann zum Ausbluten an den Schuppen gehängt und es anschließend gehäutet. Und das nicht zum ersten Mal. Als „grausam“ bezeichneten die geschockten Nachbarn diesen Vorgang und riefen die Polizei.

Schlachten ist keine Straftat

Diese bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass zur Zeit ermittelt werde, „ob es sich bei diesem Vorfall vielleicht um eine unsachgemäße Schlachtung handelt“, sagt Polizeisprecher Michael Franz. Generell sei das Schlachten von Kaninchen allerdings keine Straftat, erklärt Svenja Küchmeister vom Kreis Recklinghausen. „Grundsätzlich ist das Schlachten und Töten von Kaninchen denjenigen gestattet, die dazu die nötigen Fähigkeiten haben“, erklärt sie. Heißt also: die das richtige Werkzeug haben und wissen, wie man tötet.

Anders sähe es allerdings bei einer Schächtung aus – also beim Ausbluten der Tiere nach einem Schnitt durch die Kehle. „In so einem Fall muss das Tier vorher betäubt werden“, sagt Küchmeister. „Das hatte ich ja vor“, verteidigt sich Nikolaus P., der die ganze Aufregung nicht ganz nachvollziehen kann. „Beim Schlag auf den Kopf habe ich wohl nicht richtig getroffen und das Karnickel ist dann abgehauen.“ Ein Freund habe es wieder eingefangen, „ich selbst schaffe das ja gar nicht mehr mit meinem Rücken“, sagt der 72-Jährige. Das Tier habe fürchterlich geschrien, schrieb die Leserin in ihrem Brief. Das bestätigt auch der Hobby-Schlachter. „Also habe ich ihm gleich die Kehle durchgeschnitten.“

„Ich reiße ihnen die Köpfe ab und lasse sie ausbluten“

Was sich in der Tat sehr grausam anhört, ist für den Griechen, der 1961 als Gastarbeiter nach Deutschland kam, völlig normal. Schon seit 50 Jahren schlachtet er seine Tiere für den Verzehr selbst. „Vor 47 Jahren hatten wir sogar Schweine und Gänse hier im Garten. Aber da hat keiner etwas gesagt.“ Mittlerweile hat er nur noch Kaninchen und Tauben. Und auch die werden auf nicht sehr schöne Weise getötet. „Ich reiße ihnen die Köpfe ab und lasse sie ausbluten“, sagt der Grieche emotionslos.

Doch die Nachbarn empören sich nicht nur darüber, dass er grundsätzlich seine Tiere selbst tötet, es sei ihrer Meinung nach unangemessen, dass es alle Nachbarn mitbekommen. Zudem grenze der Garten des 72-Jährigen gleich an einen Kinderspielplatz.

Aber Nikolaus P. verspricht: „Ich höre jetzt auf, die Tiere zu schlachten. Ich möchte keinen Ärger. Und auch mit der Polizei möchte ich nichts zu tun haben.“

Katharina Paris



Kommentare
31.07.2013
18:47
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von Fuega | #78

Mein Gott wie kleinkariert kann man sein. Fleisch wächst nicht auf Bäumen! Und mit etwas Verstand im Kopf würde man sich eher gut mit dem Nachbarn stellen. Der hat mit Sicherheit besseres Kaninchenfleisch als jeder Supermarkt.

30.07.2013
15:55
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von Demonlord666 | #77

Die größten Tierquäler in Bezug auf Nager sind nach Meiner Meinung Eltern die solche Tiere in die Obhut ihrer Kinder geben und sich dann nicht drum kümmern oder der Meinung sind, 6jährige könnten ausreichend Verantwortung für ein Tier übernehmen. Kaninchen leben normalerweise in großen Gruppen, daher ist Einzelhaft im Kinderzimmer schon Quälerei genug. Hinzu kommt dann dass Kinder diese Tiere eben als Spielzeug oder Kuscheltier betrachten, über welches man nach Belieben verfügen kann. Meerschweinchen übrigens ebenso. Hausschlachtung gehörte früher zur Normalität und Fleisch wächst nun mal nicht im Kühlregal.

26.07.2013
20:56
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von Aufmerksamer2013 | #76

Ist schon wieder ein Grüner freigekommen? oder ist ein Sommerloch, wieso mischen sich die Leute in sowas ein??? Der macht das seit 50 Jahren und Frisches Kaninchen ist eine Delikatesse. Ich empfehle mal statt Super RTL oder KIKA oder Disney Channel den kindern mal N24 oder N-TV als sender oder vielleicht auch Pro sieben ab 19,00 Uhr . Es sind Ferien, also steht ein besuch bei Wiesenhof oder der Schlachterei in Bochum an. Aber solange die Kuh Lila ist und der Joghurt von Natur ausfrische erdbeeren ernthält, ist die kleine rosa Welt noch in Ordnung.

26.07.2013
18:57
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von Riffralf | #75

was für ein Schwachsinn, wie sonst soll man Kaninchen denn schlachten?

ich kann verstehen, dass Nachbarn sowas für brutal halten und meinen, ihre Kaninchen werden bereits gehäutet und zerteilt gebohren, aber dass sich die Ermittlungsbehörden für sowas nicht zu blöde sind, ist skandalös.

26.07.2013
18:13
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von Seraquael | #74

Das alles ist ja wohl ein schlechter Scherz. Das der arme Mann jetzt aufhöhrt seine Tiere selbst zu schlachten ist der eigentliche Skandal, nicht das er es gemacht hat. Der sollte seine Nachbarn wegen falscher Beschuldigung und Belästigung anzeigen.

Kaninchen sind in erster Linie Nutztiere. Die im Haus zu halten, zu knuddeln und drücken, mit irgendwelchen Trockenfutterpellets zu überfüttern bis sie schließlich von einem Stromschlag gelähmt oder getötet werden weil sie irgendein Kabel annagen: Das ist Tierquälerei!

And by the way: Das eröffnen der großen Blutgefässe am Hals nach einem Betäubungsschlag gehöhrt zu den schnellsten und schmerzlosesten Schlachtmethoden überhaupt, so wie das Ausbluten allgemein. Das bestätigen Zuchtverbände und Tierärzte. Einen Schnitt oder Schlag/Schuss müssen Tiere immer beim Schlachten ertragen.

Außerdem Tauben oder Wachteln den Kopf abzudrehen/-reißen gehöhrt ebenfalls zu den schnellsten und schmerzlosesten Schlachtmethoden, sogar laut Verband.

26.07.2013
15:49
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von Helmchen1980 | #73

Was für eine arme Welt...
Wolken sind Rosa, Tiere nur zum knuddeln und... Herzlich Willkommen in der Barbietraumwelt...

Wie es Gott sei dank schon mehrmals geschrieben wurde, ist dies ein völlig natürlicher Vorgang!

Nebenbei gibt es sogar ein gesetzt, dass es jedem(!) erlaubt auf seinem Grundstück Kaninchen zu jagen und das ohne Jagdschein. Man darf sie zb mit Netzen fangen und unter extremen bedingungen ist es auch einem nichtjäger evtl möglich eine schießerlaubnis zu beantragen. Aber mal eben darf man nicht schießen, auch kein Jägern
Die Tiere dürfen allerdings nicht gequält werden. Das sollte sich von selber verstehen

26.07.2013
15:12
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #72

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

26.07.2013
14:28
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von Knollenollen | #71

Ey Leute, der Mann hat sein Mittagessen selbst geschlachtet und dies über Jahre hinweg.

Wäre was anderes gewesen, wenn er einem Menschen die Kehle durch geschnitten und ihn zum ausbluten aufgehängt hätte....

Bezüglich polizeilicher Ermittlungen, sollten die mal lieber mehr Streifen fahren und einige andere kontrollieren, die gegen deutsche Gesetze verstoßen.
Wird ja immer schlimmer hier in Deutschland.

Übrigens beiß ich Ratten die Köpfe ab und benutze sie als Fingerpuppen....

26.07.2013
13:35
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von thorsten2 | #70

Und die entsetzten Anwohner denken vermutlich dass Kühe lilla sind.

Soll der Züchter die Kaninchen etwa mit Fell und lebend essen ?

Geht doch mal in einen " modernen " Schlachthof und im Anschluss in einen Discounter Hackfleisch für 1,99 / Kg kaufen.

Lasst den armen Züchter in Ruhe sein selbst geschlachtetes Kaninchen essen !

26.07.2013
13:35
72-Jähriger schlachtet und häutet Kaninchen im Garten in Castrop-Rauxel
von xxyz | #69

Es ist schon erstaunlich, wie lange sich so ein normaler Vorgang, der sich täglich millionenfach auf der Welt für die Nahrungsbeschaffung abspielt, auf der Titelseite hält.

Die Fins und Torben-Hendricks dieser Welt müssen auch lernen, woher das Schnitzel kommt. Das ist eine Erfahrung, die jeder Mensch in seiner Entwicklung macht. Dass beim Töten auch Fehler ablaufen können und nicht alles klinisch ist, ist bekannt.

Kein Wunder, dass unsere Polizei so schlechte Quoten hat, wenn sie sich um solche Sachen kümmern muss. Das ist doch das traditionelle Ruhrgebiet.,

Aus dem Ressort
Bombendrohung: Angeklagter hofft auf Bewährung
Berufungsprozess gegen...
"Es werden viele sterben. Ich will eine Million." Mit diesen Worten hatte ein Computerfreak aus Castrop-Rauxel vor einem Jahr die Flughäfen Düsseldorf und Berlin bedroht - aus Spaß, wie er heute sagt. Dafür wurde er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Im Berufungsprozess hofft er nun auf Bewährung.
So lässt sich einfacher Strom sparen
Tipps der...
Immer mehr Menschen in Castrop-Rauxel haben Schwierigkeiten, ihre Stromrechnung zu bezahlen. Bevor es zu Sperrung des Anschlusses kommt, hilft die Verbraucherzentrale (VZ) weiter: Susanne Voss erklärt, welche Stromfresser die Rechnung in die Höhe treiben und mit welchen Angeboten betroffenen...
"Palmenmann" bekommt Marketing-Preis 2014
Castrop-Rauxel...
An 50.000 Menschen weltweit verschickt Thomas Knappe als "Der Palmenmann" exotische Pflanzen von Castrop-Rauxel in die Welt. Dafür hat er am Donnerstagabend den Marketing-Preis 2014 der Stadt Castrop-Rauxel bekommen.
Jubiläumsbaby hört auf den Namen "Nele"
Frauenklinik am EvK...
Nele Pelzing ist 3.770 Gramm schwer und 53 Zentimeter groß. Das kleine Mädchen erblickte am Dienstag um 0.46 Uhr das Licht der Welt in der Frauenklinik am Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel. Damit ist Nele unser 20.000. Baby seit Bestehen des EvK an der Grutholzallee, sagt Chefarzt Robert...
Rohrschaden im Trinkwassernetz - Vollsperrung
Dortmunder Straße
Ein Wasserrohrbruch hat am Donnerstag (27.) weite Teile der Dortmunder Straße in die Knie gezwungen. Die Straße musste gesperrt werden. Das Wasser aus der Trinkwasserleitung hat die Straße großflächig unterspült - eine Umleitung ist eingerichtet.
Fotos und Videos
Fünfer-Olympiade im Adalbert-Stifter-Gymnasium
Bildgalerie
Fotostrecke
Latenight-Shopping in der Altstadt
Bildgalerie
Fotostrecke
Diese Kostüme haben die Jury der Halloween-Show überzeugt
Bildgalerie
Fotostrecke