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Vandalismus

20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel

14.08.2012 | 18:50 Uhr
Der Awo-Kindergarten Deininghausen in Castrop-Rauxel wurde verwüstet.Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

Castrop-Rauxel.   Nach der Zerstörungs-Orgie von fünf minderjährigen Jungen in einer Kindertagesstätte in Castrop-Rauxel schätzt ein Gutachter den Schaden auf 20.000 Euro. Der Vandalismus in der Kita im Stadtteil Deininghausen ist Stadtgespräch. Anwohner sind erschüttert und debattieren über geeignete Strafen.

Noch immer schütteln die Bürger von Deininghausen nur den Kopf, wenn sie zu den Ereignissen der vergangenen Tage befragt werden. Am Mittwochabend vergangener Woche hatten fünf zehn- bis 13-Jährige Jungen ein Fenster der AWO-Kindertagesstätte in Deininghausen aufgehebelt und anschließend die frisch renovierten Räumlichkeiten verwüstet (geschätzte 20 000 Euro Schaden) .

Ein Jahr lang war der Kindergarten aufwändig erweitert und renoviert worden. In kürzester Zeit wurde diese Arbeit von den Jungen zunichte gemacht. Die Nachricht von farbverschmierten und mit dem Hammer zerschlagenen Wänden und Möbeln sorgt für Unverständnis im Stadtteil.

Neuer Anstrich fällig

„Wie kann so etwas passieren?“, empört sich Marion Utz. Es müsse doch jemandem aufgefallen sein, dass diese Jungs durch den eigentlich geschlossenen Kindergarten gelaufen seien und dort randaliert hätten. „Ich kann nicht verstehen, warum niemand die Polizei gerufen hat“, redet sie sich in Rage. Unfassbar sei auch, dass die jungen Täter selbst vor den Wellensittichen nicht Halt gemacht hätten.

„Die armen Tiere“, kann sie dazu nur sagen. Im Kiosk ihres Sohnes trifft sich der Stadtteil – hier ist der Vorfall das Thema Nummer eins. „Wir kennen die Jungs ja sogar persönlich.“ Ähnliche Stimmen ertönen vor dem Lebensmittelladen am Bärenplatz. „Das ist eine Sauerei“, wettert Friedhelm Fritz. „Den jungen Leuten fehlt es heutzutage an Respekt“, verkündet er. Eine strengere Erziehung müsse her. „Was da passiert ist, ist einfach nur schlimm“, findet auch Gerda Butzke. „Das sind doch keine Lausbubenstreiche mehr“, sagt sie traurig, und: „Was soll nur aus diesen Kindern werden?“

Vandalismus in der Kita

Ebenso erschüttert ist Petra Peyer. Am Dienstag erst aus dem Urlaub zurückgekommen, habe sie es gar nicht fassen können. Vandalismus an sich sei ja schon schlimm, doch wenn bereits so junge Menschen derartige Probleme verursachten, müsse definitiv etwas passieren.

Auf die Nachricht, dass die Jungen bereits aus freien Stücken beim Reinigen der Spielzeuge geholfen hätten, reagiert sie gereizt. „Das ist nicht genug“, findet Peyer. „Wären das meine Kinder, würden sie so lange kein Taschengeld mehr bekommen, bis die Schadenssumme erstattet ist. Ein ‘Du-du-du’ ist nicht genug.“

Betroffene Eltern rufen an

Im Internet, wo Manfred Herold vom Stadtteilbüro den Vorfall auf seiner Facebook-Seite publik gemacht hat, schließen sich viele dieser Meinung an. Auch berichtet Herold von Anrufen betroffener Eltern, deren Kinder sich schon sehr auf die Neueröffnung der Kindertagesstätte gefreut hätten. Herold: „Ein Vater hat mir erzählt, dass sein Sohn zwar nächste Woche in die Schule kommt, aber trotzdem am kommenden Montag noch mal zur Eröffnung des Kindergartens kommen wollte - das wird jetzt leider nichts.“

Nurten Cakir, stellvertretende Leiterin der Kita, meldete jedoch am Dienstagnachmittag, dass die Reinigungs- und Renovierungsarbeiten bereits auf Hochtouren laufen. Zwei der Gruppenräume hätten bereits einen neuen Anstrich erhalten. Wenn alles glatt liefe, könnte die Kita den Betrieb am 27. August wieder aufnehmen.

Laura Konieczny



Kommentare
15.08.2012
20:37
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Name von Moderation entfernt | #27

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15.08.2012
20:25
20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von Schneewittchen68 | #26

Was hier viele anscheinend übersehen: es geht nicht nur um die "Verschönerung" durch die Farbe. Es wurde mit einem Hammer randaliert, Feuerlöscher benutzt, gezündelt und obendrein wurden noch unschuldige Lebewesen getötet. Das als "Dummer-Jungen-Streich" abzutun lässt schon tief blicken. Wie wäre es denn, wenn diese Jungs mal zu den Mitmenschen, die voller Verständnis für ihre Taten sind, gehen und die Autos (sofern vorhanden), Wohnungen oder Tiere mit Farbe zu "verschönern". Könnten sie dann noch auf so viel Verständnis hoffen? Ich habe da so meine Zweifel!

15.08.2012
20:04
#22 dir werde ich bestimmt nicht meine Adresse geben.
von meigustu | #25

denn du willst mir ja offensichtlich nur eine Lektion erteilen und outest dich damit als einer der nur darauf wartet das irgend eine Amtsperson wie vor 80 Jahren den Vandalismus zum Volkssport erklärt.

15.08.2012
15:07
@von guentherpaul | #13 - freie Entfaltung versus ewirg Gestriger
von Kingston | #24

Von mir aus können sich die Kinder an dem Eigentum ihrer Eltern nach Herzenslust fei entfalten und einen Schaden von 20T€ anrichten wenn die Eltern es für richtig finden, dass mit freier Entfaltung auch Zerstörungswut gemeint ist oder auch bei den anderen Kommentarschreibern die Wände beschmieren die sowas gutreden hier.
Was mich angeht, dann bin ich lieber ein ewig Gestriger und achte das Eigentum Anderer. Meine freie Entfaltung als Kind selber oder die meiner Kinder hörte jedenfalls da auf wo ich anderen Schaden zugefügt oder Tiere getötet habe.
Heute ist es für diese "Kinder" noch eine Kindergarteneinrichtung und ein Wellensittich und morgen .... nein danke - dafür hatte ich nie und werde auch nie Verständnis haben!

15.08.2012
13:14
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Name von Moderation entfernt | #23

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15.08.2012
12:14
Früher nur Musterknaben ??
von Karl-J.Schmitz | #22

Das behauptet doch niemand ernsthaft. Aber das mutwillige Zerstören von fremdem Eigentum (in diesem Ausmass) hat es früher nicht gegeben.
Und @meigustu #20 - gib mir die Adresse ich komme gern vorbei und verschönere dein zuhause wie die "Blagen".

3 Antworten
20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von wkah | #22-1

"Aber das mutwillige Zerstören von fremdem Eigentum (in diesem Ausmass) hat es früher nicht gegeben."

Blödsinn - gab es früher auch
Ich habe Ende der 70er selber ein Jugendheim gesehen, welches zerlegt wurde.

20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von dumper | #22-2

Na klar,man darf aber auch nicht vergessen zu erwähnen das auch damals noch intensiv nach den Tätern gefahndet wurde ,und meistens auch mit Erfolg .Die Folgen waren dann Wochenendjugendarrest ,Sozialstunden und/oder Geldstrafen .

20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von wkah | #22-3

Die Täter stehen doch wohl im vorleigenden Fall auch fest

Welche Strafe sie erwartet steht auch noch nicht fest oder ?

Das mit dem Wochenendjugendarrest vergessen sie mal ganz schnell - von den damaligen Tätern hat niemand einen Arrest erhalten

15.08.2012
12:00
20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von dirk7603 | #21

Strafen hin oder her. wie wäre es mal mit mehr Jugendeinrichtungen. Ich - 1976 Jahrgang - ging früher immer in die Teestube eine einrichtung in einer evangelischen Kirchegemeinde.

Ich war quasi im selben Alter wie die Kids - nur wir hatten dort unseren Raum zum ausleben. dort gab es Kicker, wir haben uns eine Theke selbst geschreinert oder eine Hale-Pipe fürs Skateboard. Das alles betreut von einem Mitarbeiter der sich um uns gekümmert hat.

Ich will damit sagen, dass solche Angbeote in der heutigen Zeit auf der Strecke bleiben bzw. sehr selten geworden sind. Anstatt das Geld in unsere Kinder zu investieren, werden damit die Banken und andere Staaten gerettet. Die Städte müssen halt sehen wie sie ihre Schulden in den Griff bekommen, aber dann wird wieder laut aufgeschrien wenn so ein Fall eintritt. Einfach nur heuchlerisch!!!!!!

15.08.2012
11:27
#15 die Küchenzeile sieht mit Streifen auf jeden Fall besser aus
von meigustu | #20

als in dem Behördengrau was der Mann drauf macht. Lässt sich der ein oder andere Möbeldesigner davon inspirieren, haben die Kinder eine Initialzündung gegeben, die unseren heimischen Herstellern einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Vielleicht ist diese Firma ja dann noch so fair und übernimmt die Strafe der Kids.

Und ganz ehrlich, würden die Blagen das wieder so hinkriegen, würde ich Sie für meine Küche engagieren.

1 Antwort
20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von sauerlandisse | #20-1

Man sollte sich hüten das Geschehen zu verharmlosen. Sie gehen doch vermutlich auch nicht hin und zerstören die Küche ihres Nachbarn, nur weil ihnen die Farbe nicht gefällt, oder?

15.08.2012
11:08
20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von wkah | #19

Wann sind eigentlich die ganzen "Musterknaben" die schreiben:
heutige Kinder keine Werte mehr
heutige Kinder keine Erziehung mehr
usw.

geboren?

Also in den 70er und 80er Jahren gab es solche Sachen auch.

Soll die Verwüstung nicht entschuldigen - aber früher gab es scheinbar nur "MUSTERKINDER"

3 Antworten
20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von dumper | #19-1

Ich bin Jahrgang 53 .Als ich 1959 in die Schule kam ,da gab es für permanentes stören im Unterricht noch eins drüber. Ab der 5. Klasse,gab es auch noch eins in die ******.
Hab ich mich zu Hause beschwert,gabs Nachschlag. Nicht das ich das befürworte,aber geschadet hat es auch nicht . Mein alter Herr war den ganzen Tag arbeiten,und das 10,manchmal auch 12 Std.am Tag ,wenn der nach Hause kam ,wollte er seine Ruhe. Also hat Muttern das Regiment gehabt . Wir haben sehr schnell gelernt was Ursache und Wirkung ist . Die Nachkriegsgeneration hat nicht soviel Freizeit gehabt wie mitte der 70er Jahre ,da gab es kein Fernsehen oder elektrische Waschmaschine. Die Hausfrau war mit dem Haushalt ganzen Tag beschäftigt.
Haste ne Scheibe eingeworfen oder anderen Mist gebaut, stand abends der Schupo im Wohnzimmer und hat die Sache mit dem Alten geklärt und du hastest dann mal wieder ein negatives Feedback .

20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von dumper | #19-2

Nachtrag. Wenn ich dann höre lasst die lieben Kleinen doch,die müssen sich doch entwickeln,dann kommt mir persönlich die kalte Kot..ze hoch. Unser eins geht nicht malochen damit durchgeknallte Blagen dann ungestraft privates oder öffentliches Eigentum einfoch so zerstören können .(Natürlich ungestraft,versteht sich doch von selbst ) Da dieser Kindergarten eine öffentliche Institution ist ,und von den Steuern die wir mit unserer Lohnsteuer finanzieren ,sollte man sich jetzt nicht hinstellen und den Vorfall bagatellisieren. Die Kosten dafür bezahlt jeder der mit seiner nichtselbständigen Arbeit zur Zwangsabgabe gezwungen wird .

20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von wkah | #19-3

ich bin Jahrgang 1956

und ich behaupte, die damalige Jugend war nicht besser

15.08.2012
11:01
20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von Harry.Hirsch | #18

Ich will jetzt nicht in der Haut der Jungen stecken!
die können sich erstmal auf der Straße nicht mehr blicken lassen.....
Ohmann!
Nein, es liegt nicht daran, das Kinder keinen Respekt mehr hätten oder so ein Quatsch.
Es liegt einfach nur daran, das sich keiner mehr um Kindert kümmert oder kümmern kann. Heutzutage müssen beiede Elternteile arbeiten gehen, damit man die Familie einigermaßen versorgt bekommt und auch der Staat ist der Totalausfall. Alles was irgendwie wegzukürzen geht ist weggekürzt. Es gibt kaum noch Jungendzentren, Kindergartenplätze oder Spielplätze.
Die Kinder haben heutzutage einfach keinen Raum mehr um Kind zu sein!

Das ergebniß sieht man hier sehr deutlich. Die Kinder nehmen sich ihren Raum. Und gibt man ihnen keine positiven Impulse, dann suchem sie sich sie selber, und lernen zum Beispiel, wie man ein Fenster aufhebelt.

1 Antwort
20.000 Euro Schaden in verwüsteter Kita in Castrop-Rauxel
von sauerlandisse | #18-1

Trotzdem müssen Kinder in dem Alter wissen, dass man so etwas nicht macht. Kinder und Jugendliche fordern immer wieder "Respekt", was immer sie auch darunter verstehen mögen. Aber dem muss man selbst auch erst einmal haben!

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