Zwischen Wahrheit und Wahnsinn

Neujahrskabarett in Passmanns  Kultkneipe. Benjamin Eisenberg (o.) sorgt mit seinen Gästen stets für ausverkauftes Haus.
Neujahrskabarett in Passmanns Kultkneipe. Benjamin Eisenberg (o.) sorgt mit seinen Gästen stets für ausverkauftes Haus.
Foto: FUNKE Foto Services
Bereits zum vierten Mal lud Bottrops Kabarettist Benjamin Eisenberg zum Neujahrskabarett ein. Nicht nur seine Kollegen, wie Helmuth Sanftenschneider oder René Steinberg folgten der Einladung, sondern auch das Publikum läuft dem beliebten Lokalmatadoren die Türen ein: drei Mal ausverkauft heißt es in Passmanns Kulturkneipe.

Bottrop. Auch 2015 begann wieder kabarettistisch. Drei Tage lang herrschten Lokalmatador Benjamin Eisenberg und drei seiner Kabarett-Kollegen mit Witz, Satire, Ironie und natürlich Politik in Passmanns Kulturkneipe. Bereits zum vierten Mal in Folge steigt das Neujahrskabarett im wieder ausverkauften Haus und kitzelte auch mit Poesie und Musik das Publikum aus der Winterstarre.

Eisenberg, René Steinberg, Marco Jonas Jahn und Helmut Sanftenschneider lassen dabei das Vergangene Revue passieren, schauen aber bereits mit einem Zwinkern auf das Kommende. Beim Mix aus bissigen oder urkomischen Sprüchen, Bildern und Musikstücken gelingt den Künstlern eine Gratwanderung zwischen Wahrheit und Wahnsinn. Eisenberg nimmt sein Publikum mit auf eine satirische Zeitreise und bringt natürlich Fakten auf den Tisch: Oder wussten Sie, dass wir Napoleon das Bier verdanken oder Alice Schwarzer nur ihre Steuern hinterzog, weil der Feminismus auch vor Straftaten nicht halt machen darf? Böse aber köstliche Satire über Pegida, Privat-TV und die AfD folgt bei Sanftenschneider, der seinem Traum von einer Karriere bei „Das Supertalent“ mit Panflöte und falschem Akzent Nachdruck verleiht.

Jahns satirische Sicht auf Autoversicherungen, Kindergeburtstage oder silvesterliches Bleigießen unterhalten das Publikum ebenso wie Steinbergs geballte Parodien. Das Publikum ist sofort mit dabei, singt, klatscht und jubelt über das zweistündige Programm. „Es lohnt sich einfach immer wieder“, sagt Besucher Michael Vossen. „Auch beim letzten Mal wurden wir köstlich unterhalten, einfach anspruchsvolles Kabarett über das man - trotzdem - herzlich lachen kann.“

Eisenberg hatte schon vor Jahren die Neujahrskabarett-Idee und holt seitdem immer wieder spannende Kollegen der Szene in seine Heimatstadt. Die Nachfrage ist dementsprechend groß -wie das drei Mal ausverkaufte Haus erneut beweist.

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