Zwischen Tradition und Ritual

Pralle Rhythmen, Showeffekte mit Swing und Beat – all das gab es im ausverkauften Brauhaus Bottich zu hören. Es war ein rundum gefeiertes Konzert.
Pralle Rhythmen, Showeffekte mit Swing und Beat – all das gab es im ausverkauften Brauhaus Bottich zu hören. Es war ein rundum gefeiertes Konzert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Begeisterung um „Gospel Jamboree“ mit Toni Lorenzo im Brauhaus. Sie faszinierten mit prallen Rhythmen, Showeffekten, Swing und Beat.

Pure Lebenslust und -freude vermittelt die Gruppe „Gospel Jamboree“ um die beiden schon legendären US-Alt-Stars Tommie Harris (Schlagzeug, Gesang) und Toni Lorenzo (Vokal), die den in Bottrop besonders Gospel-reichen Dezember mit einem gefeierten Auftritt im Brauhaus-Club abschloss. Also noch einmal: pralle Rhythmen, Showeffekte, Swing und Beat zu mehr oder minder bekannten und populären Geschichten aus der Bibel – von Moses bis Joshua, von Jesus bis zum Volk Israels. Halleluja!

Fetziges Weihnachtskonzert

Rolf Kickum und der Jazz-Förderkreis hatten wieder diese glänzende, temperamentvolle und originäre Formation für dieses Genre eingeladen. Lorenzo, Chor und Band garantierten vor Jahren ein fetziges, unterhaltsames Weihnachtskonzert - und nun wiederholten sie im ausverkauften, akustisch bestens geeigneten, etwas aufgepeppten Brauhaus-Saal ihren Erfolg. Bei den vier Damen und dem Frontmann Lorenzo, der viele Jahre zum Golden Gate Quartett gehörte und dort mit fulminantem Bass für einen spezifischen Sound verantwortlich war, hat man von der ersten Note an das Gefühl: Sie glauben, was sie singen, und sie singen, was sie glauben. Gospel, einst die Lieder der farbigen Sklaven, bedeuten Tradition und Ritual. Aber es kommt jeweils auf die heutige, moderne oder auch modische Interpretation an.

„Gospel Jamboree“ vertraut auf jazzige Arrangements, die schnell die Körper (auf der Bühne oder im Parkett) in Bewegung setzen. Man entwickelt sofort ein Gemeinschaftsgefühl – das ist wohl das Geheimnis dieser eingängigen Soul-Musik. Rick Cotton (Keyboard), Bernd Hasel (Bassgitarre) und Percussionist Harris intonieren das Programm mit raffinierten Akzenten und groovigem Drive. Sie machen aus dem „normalen“ Konzert eine fesselnde Session. Den ersten Teil des Abends gestaltete das Ensemble „Gospel Inspiration“ aus Bottrop, beheimatet bei St. Ludgerus. Thomas Hessel hat die Damen-Mehrheit und den einzigen männlichen Sänger musikalisch „im Griff“ bei Songs von „Down by the riverside“, „Go down Moses“ oder „The hope of the world“ u.a. Mehrere solistische Nummern belegten die Substanz des Chores.