Zweite Messung an der Peterstraße
29.12.2010 | 17:44 Uhr 2010-12-29T17:44:00+0100
Bottrop.An der Peterstraße wird wieder eine Messstation zur Luftqualitätsüberwachung aufgestellt wie es sie schon einmal im Jahr 2007 dort gab.
Sie wird jetzt ab dem 3. Januar für 12 Monate die Luftqualität messen. 2007 hatte es dort deutliche Überschreitungen der Feinstaubwerte gegeben - jetzt sollen die damaligen Ergebnisse mit den heutigen verglichen und so die Wirksamkeit der Maßnahmen des Luftreinhalteplans Ruhrgebiet kontrolliert werden - zum Beispiel die Einführung der Umweltzonen.
Mit den in der Messstation installierten Geräten wird aber nicht nur der Feinstaub (PM 10) gemessen: Automatisch und kontinuierlich wird auch noch die Konzentration von Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffmonoxid (NO) aufgenommen.
Grundlage der Messungen ist die EU-Luftqualitätsrichtlinie. Sie sieht europaweit die Beurteilung der Luftqualität vor, insbesondere wenn Anwohner betroffen sein können. In Deutschland setzt dies die Bundesimmissionsschutzverordnung um. Mit den Messungen wird die Höhe der Luftbelastung festgestellt und mit dem für die Feinstaubfraktion PM10 seit 2005 geltenden Grenzwert sowie für den seit 2010 für Stickstoffdioxid (NO2) einzuhaltenden Grenzwert verglichen.
Überschreitungen von Grenzwerten haben Luftreinhaltepläne mit Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zur Folge. Ziel ist es auf jeden Fall, die festgelegten Grenzwerte für Luftschadstoffe dauerhaft zu unterschreiten.
Die an der Messstation Peterstraße erfassten Messdaten können dann ab der nächsten Woche im Internet unter www.lanuv.nrw.de aufgerufen werden.
Die Peterstraße war damals für die erste Messung einer mobilen Station genommen werden, weil dort der rege Verkehr und die enge Bebauung erhöhte Luftbelastungen vermuten ließen. Stickstoffdioxid-Messungen vorab hatten dieser Vermutung auch erste Bestätigung gegeben.
Allerdings betonte man im Bottroper Umweltamt, dass enge Straßenschluchten mit viel Autoverkehr wohl in jeder anderen Stadt auch schlechte Werte geliefert hätten. Und so waren die Ergebnisse letztlich nicht überraschend, die Stadt hatte bewusst auch für diese Innenstadtlage die Werte wissen wollen.
Entlastungsversuche
Schon in der ersten Jahreshälfte 2007 waren an der Messstation mehr Grenzwert-Überschreitungstage (mittlerer Tageswert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft) registriert worden. 35 solcher Überschreitungstage pro Jahr lässt das Gesetz zu - am Ende des Jahres 2007 hatte die Messstation 56.
Bereits im April 2007 hatte die Messstation an der Peterstraße den zweitschlechtesten Wert der 65 Messstationen des Landes eingefahren. Mit der Nassreinigung der Straße, Grün auf dem Mittelstreifen, dem Einsatz schadstoffärmerer Busse und Müllabfuhr außerhalb der Verkehrsstoßzeiten kam es zu hausgemachten Entlastungsversuchen.
23:45
Da ich Anwohner bin, würde ich vorschlagen den Verkehr einzudämmen. Natürlich keine PKW sondern ein Durchfahrtverbot für LKW, und schärfere Kontrollen der grünen Plaketten.