Zwei „Helden des Alltags“ beim großen Reitturnier

Bereits seit Mittwoch sind Manfred und Ursula Schulte-Zweckel – obwohl bereits im Ruhestand –  ehrenamtlich beim Reitturnier auf der Anlage von Diekmann in Kirchhellen mit ihrer „Futterkrippe" im  Einsatz.
Bereits seit Mittwoch sind Manfred und Ursula Schulte-Zweckel – obwohl bereits im Ruhestand – ehrenamtlich beim Reitturnier auf der Anlage von Diekmann in Kirchhellen mit ihrer „Futterkrippe" im Einsatz.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Reit- und Springturnier in Kirchhellen werden an fünf Tagen über 5000 Besucher erwarten. Manfred und Ursula Schulte-Zweckel helfen ehrenamtlich.

Bottrop-Kirchhellen..  Beim großen Reit- und Springturnier in Kirchhellen erwartet die Besucher seit Mittwoch spannende Unterhaltung, kunstvolle Hindernis-Umläufe und viel Spaß im und rund um das Turnier. Bis einschließlich dem morgigen Sonntag, 17. Mai, kann man den ganzen Tag über professionelle Reiter und ihre Pferde aus Deutschland erleben.

Ausrichter hierbei ist der Ländliche Reit- und Fahrverein Kirchhellen e.V., ausgetragen wird das Turnier es auf dem Gelände der Familie Dieckmann, die ihre Reitanlage im Lohbraucksweg dafür zur Verfügung stellt. „Viele Familienmitglieder sind seit langem Vereinsmitglieder“, erklärt Gerold Dieckmann. „Wir wollten vor drei Jahren etwas Neues auf die Beine stellen und haben das alte Vereinsgelände verlassen, um mehr Kapazität bieten zu können.“

Seit 40 Jahren Mitglied im Verein

Rund 2200 Starts sind dieses Mal dabei, mit einem Einzugsgebiet aus einem Umkreis von rund 200 Kilometern. „Letztes Jahr hatten wir 3300 Starts und das Turnier ging neun Tage, aber wir wollten es diesmal ein wenig kleiner halten.“ Denn alle 60 Beteiligten sind ehrenamtliche Helfer. Teils kommen sie aus dem Verein, teils aus den heimischen Ställen der Dieckmanns.

Unter den freiwilligen Helfern sind auch zwei „Helden des Alltags“, die das Turnier mit Herzblut unterstützen. Die Eheleute Ulla und Manfred Schulte-Zweckel sind seit nunmehr 40 Jahren Mitglieder des Vereins und unterstützen jedes Turnier mit ihrer „Futterkrippe“ für die zweibeinigen Gäste. Obwohl die beiden schon vor sieben Jahren ihr gemeinsames Geschäft und fast alle Verkaufswagen aufgegeben haben, überließen sie einen dem Reit- und Fahrverein.

„Wir wollten den Leuten helfen. Wir sind wie eine Familie“, erzählen die Eheleute. Während ihrer Selbstständigkeit reisten sie durch ganz Deutschland und versorgten hungrige Turnierteilnehmer. „Sauer- und Münsterland, Berlin, Gera, Schleswig-Holstein, wir waren wirklich überall“, erinnert sich Manfred Schulte-Zweckel. Jedes Wochenende unterwegs – da hieß es irgendwann, auf die Bremse zu treten.

Doch ganz sein lassen können sie das Geschäft bis heute nicht. „Wir holen den Wagen nur noch einmal im Jahr und genau zu diesem Turnier heraus“, stellt er klar. „Natürlich sehen andere Veranstalter uns hier und wollen uns auch anwerben, aber wir tun das wirklich nur noch für diesen Verein und auch nur noch die wenigen Tage im Jahr. Der Aufwand ist einfach zu groß.“

Arbeit gibt’s von früh bis spät

Denn obwohl die beiden um die 70 sind und sich ihre Ruhe wohl verdient hätten, arbeiten sie an den Turniertagen von früh bis spät. Denn auch an so einem Imbiss-Stand sammelt sich viel Arbeit an. „Das geht vom Fleisch für Krakauer und Bratwurst bis zum Käse, der Petersilie und dem Salat zum Garnieren. Es gibt immer viel zu tun.“

Das sei auch für eine Liebesbeziehung nicht ganz einfach. „Unser ganzes Arbeitsleben lang sind wir jeden Tag zusammen aufgestanden, haben den Tag gemeinsam verbracht und sind abends wieder nebeneinander eingeschlafen. Das schafft auch nicht jede Ehe“, sagt Manfred Schulte-Zweckel stolz.

Auch Dieckmann zieht vor den beiden Eheleuten den Hut. „Die Unterstützung und das Engagement der beiden sind mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.“ Werden die beiden trotz der Strapazen auch nächstes Jahr wieder beim Turnier mit dabei sein? „Wir glauben schon.“