Zusammenarbeit mit der Wirtschaft
05.08.2011 | 17:36 Uhr 2011-08-05T17:36:00+0200
Bottrop. Die nordrhein-westfälischen Fachhochschulen feierten in dieser Woche ihr 40-jähriges Bestehen. WAZ-Redakteurin Helga Pillar sprach darüber mit Prof. Eberhard Menzel, dem Präsidenten der Hochschule Ruhr West.
WAZ: Die Fachhochschulen wurden erst nur für wenige Berufe eingerichtet. Wie wurde damals argumentiert und wie erklären Sie sich den FH-Siegeszug?
Prof. Menzel: Zum einen ist der Zugang zur FH ein breiterer, da man dort für ein Studium nicht unbedingt das Abitur benötigt. Mit einer Fachhochschulreife oder als so genannter beruflich Qualifizierter - mit der entsprechenden Aus- und Vorbildung - kann man bei uns ebenfalls studieren. Zudem liegt der besondere Schwerpunkt einer Fachhochschule auf der praxisorientierten und anwendungsnahen Lehre. Und die meist kürzere und überschaubare Studiendauer ist für viele Studieninteressierte attraktiv. Unsere Professorinnen und Professoren kommen alle aus der Wirtschaft und müssen mindestens drei Jahre Berufserfahrung außerhalb einer Hochschule vorweisen. Das ist an Universitäten anders. Ein weiterer Punkt ist sicherlich, dass der Unterhalt einer FH und das Studium dort günstiger sind. So soll in NRW der Anteil der Studienplätze an FHs im tertiären System erhöht werden. Im Bereich der öffentlichen Hochschulen liegt ihr Anteil bei gerade mal 21 Prozent, nimmt man die privaten Hochschule hinzu, liegt man bei 29 Prozent - und damit immer noch unter dem Bundesdurchschnitt von 31 Prozent. Allerdings haben FHs in den letzten fünf Jahren hohe Zuwächse bei den Studierendenzahlen verzeichnet. Gegenüber den Universitäten mit über 14 Prozent knapp doppelt so hohe wie an den Universitäten mit etwa 8 Prozent.Daher sind vor zwei Jahren ja mit der Hochschule Ruhr West in Mülheim an der Ruhr und Bottrop vier neue Fachhochschulen in NRW gegründet worden.
Wo liegt der Unterschied zwischen FH und Uni?
FH-Studiengänge sind eher anwendungsorientiert – an einer Universität hat man einen höheren Theorieanteil. Der größte Unterschied zwischen den beiden Systemen ist die engere Zusammenarbeit von Fachhochschulen mit der Wirtschaft. Wir als HRW haben gute Kontakte zu Unternehmen der Region. Darüber hinaus müssen unsere Studierenden ein Praxissemester in einem Unternehmen absolvieren und häufig wird auch die Bachelor- oder Masterarbeit dort geschrieben. Die Studierenden erhalten so bereits während des Studiums einen engen Draht zu potenziellen Arbeitgebern.

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