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Stadtteilfest in Ebel

Zusammen etwas bewegen

07.09.2008 | 15:01 Uhr

In dem kleinen Stadtteil haben viele Gruppen eine Feier auf die Beine gestellt, die wichtig ist für die Integration

Mit riesengroßen Hüpfburgen, fetziger Rockmusik und kulturellen Leckerbissen feierte der zweitkleinste Stadtteil Bottrops, Ebel, am Samstag zum zweiten Mal sein „Stadtteilfest" auf dem Gelände der Grundschule Ebel. Schon von Weitem kann man die wackelnden Wände der gelben Hüpfburg erkennen. Knapp 20 Kinder katapultieren sich in die Luft, kaum aufgekommen, springen sie schon wieder weiter. Auch die blaue Kletterburg mit ihren Strickleitern wird von einer Horde von Kindern belagert. Ebel - ein aussterbender Stadtteil? Eher genau das Gegenteil.

 Hunderte Leute sind auf dem Schulhof und gerade guckt ein großer Teil von ihnen der Aufführung der Kinder vom Kindergarten St. Matthias zu: Als Leoparden, Elefanten und Käfer haben sich die Kinder verkleidet und führen ein kleines Theaterstück auf. Dass in dem 1600 Einwohner großen Stadtteil Ebel viele Kulturen vertreten sind, schmeckt und sieht man an diesem Tag sehr gut: Neben Bratwurst und Co. gibt es auch verschiedene türkische Spezialitäten an den Ständen zu kaufen.

 „Ich fühle mich dazu berufen, diesen einzigartigen Stadtteil aufrecht zu erhalten und mit dazu beizutragen, dass wir in Ebel gerade durch solche Veranstaltungen näher zusammenrücken", sagt der 51-jährige Mitorganisator Kurt Metzgen, der seine Kindheit hier verbracht hat und nun wieder hier lebt. „Natürlich hätten wir das Ganze hier heute ohne die Unterstützung, durch sämtliche Vereine und Firmen nicht auf die Beine stellen können." Als einen von vielen Schritten betrachtet der 54-jährige Dieter Pillath, Leiter des Referats Migration der Stadt Bottrop, dieses Stadtteilfest: „Natürlich ist auch gerade die Integration neuer Bürger in einem Stadtteil immer ein langer Prozess, aber besonders hier in Ebel finden die Leute ihr gemeinsames Interesse in den Kindern und das bringt sie ein Stück näher zusammen."

 Doch es sind nicht nur die heutigen Bewohner aus Ebel gekommen. Rund herum parken Autos aus anderen Städten. Auch die 22-jährige Studentin Britta Acksel hat von Münster nach Bottrop gefunden: „Auch wenn sich Ebel den sich verändernden Strukturen anpassen muss, zeigt der heutige Tag, dass wir ein Stadtteil sind, der zusammen etwas bewegen will."

Jörn Heyenrath

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