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Jugendarbeit

Zeltlager vor dem Rathaus

11.09.2012 | 19:38 Uhr
Zeltlager vor dem Rathaus
Die Schwarzzelte der Pfadfinder stehen ausnahmsweise einmal nicht im Grünen, sondern auf dem Rathausplatz.Foto: DPSG

Bottrop. Der Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) schlägt seine Zelte am Wochenende demonstrativ auf dem Rathausplatz auf. Mit einer 24-Stunden-Aktion von Freitag um 18 Uhr bis Samstag um 18 Uhr wollen die jungen Leute auf die vier Jugendorganisationen unterm BDKJ-Dach aufmerksam machen

- und auf die Arbeit, die Pfadfinder, Katholische Junge Gemeinde, Malteserjugend und Kolpingjugend jedes Jahr für Hunderte von Kindern und Jugendlichen leisten.

„Ohne uns geht’s nicht. Das wollen wir zeigen“, sagte Pfadfinder-Leiterin Ann-Kathrin Wesche bei bei einem Besuch in der WAZ-Redaktion. Um die 300 Besucher erwarten die jungen Leute in ihrem Zeltlager. „Gut 150 Leute haben uns gesagt, dass sie kommen werden“, sagte BDKJ-Sprecher Timm Reißig. Via Facebook hätten noch einmal 125 Teilnehmer zugesagt.

„Der Rathausplatz wird voller Zelte sein. Wir werden da auch ein großes Schwarzzelt aufschlagen“, kündigt Ann-Kathrin Wesche an. Besucher können so erleben, wie sich etwa Ferienfreizeiten abspielen, die die Jugendaktionen jedes Jahr anbieten. Mit Workshops, Spielaktionen im Stadtpark und der Innenstadt wollen die Jugendorganisationen das Zeltlager auf dem Rathausplatz begleiten, und an Informationsständen werden die vier Jugendverbände sich und ihre Ziele vorstellen.

Dezernent nimmt Sparvorschläge überraschend zurück

In gut zwei Wochen haben die Macher des Zeltlagers ihr Aktionsprogramm auf die Beine gestellt, das ursprünglich als Protest gegen die Sparpläne der Stadt vorgesehen war. Dass es nun nur noch eine Demonstration der guten Tat wird, liegt an einem überraschenden Rückzieher, den der Erste Beigeordnete Paul Ketzer im Jugendhilfeausschuss ankündigte.

73 000 Euro, mit denen die Stadt bisher die Sommer- und Wochenendfahrten oder Jugendbegegnungen, die ehrenamtliche Jugendarbeit unterstützt, sollten ersatzlos gestrichen werden. Ein Vorschlag, der bei den Ausschussmitgliedern auf Widerspruch stieß. Denn, so Vorsitzender Bastian Hirschfelder (CDU), eine Kürzung um 100 Prozent zerstöre Strukturen. Das wollen alle Parteien verhindern. Der Ausschuss kritisierte auch, dass der Kinder- und Jugendförderplan bis 2014 gültig sei. Dem widersprächen die Sparvorschläge.

So ganz sicher sind sich die jungen Leute ihrer Sache aber noch nicht

Dezernent Paul Ketzer zog daher folgende Sparvorschläge zurück: die Zuschüsse für Jugendlager und Wanderungen und die Förderung ehrenamtlicher Betreuer. Mittel in Höhe von insgesamt 65 700 Euro sollen erhalten bleiben. Nur bei der Sonstigen Jugendarbeit (4100 Euro), bei den Jugendbegegnungen (900 Euro) und beim Ferienhilfswerk für Asylbewerber (2300 Euro) bleibt es bei den Kürzungen.

„Unser Fazit kann daher nur positiv sein“, betont BDKJ-Sprecher Timm Reißig. So ganz sicher sind sich die jungen Leute ihrer Sache allerdings noch nicht. Das letzte Wort hätten ja die Parteien im Stadtrat, meint Pfadfinderin Ann-Kathrin Wesche und hofft, dass diese die Entscheidung Ketzers nicht doch noch revidieren werden.

Norbert Jänecke und Matthias Düngelhoff



Kommentare
12.09.2012
11:13
Zeltlager vor dem Rathaus
von unkenrufe | #1

Liebe BDKJler,

traut der Bottroper Verwaltung und den großen Parteien nicht zu sehr. Erst wenn der Hauptausschuss in Eurem Sinne entschieden hat, seit ihr auf der sicheren Seite. Bei der Stadtverwaltung gibt es keine Wertschätzung für eure umfangreiche ehrenamtliche Arbeit. Die investieren lieber in Projekte mit vielen teuren Hauptamtlichen und mageren Erfolg.

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