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Wirtschaft blickt mit Zuversicht nach vorn

26.12.2012 | 19:00 Uhr
Wirtschaft blickt mit Zuversicht nach vorn
Fachkräfte werden auch 2013 in vielen Bereichen gesucht.Foto: KREIMEIER, Detlev

Bottrop. Mit Zuversicht geht die Wirtschaft in und um Bottrop ins neue Jahr. „Wir bewegen uns immer noch auf einem erfreulich hohen Niveau“, sagt Benedikt Hüffer, Präsident der für die Region zuständigen Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen.

Die derzeitige konjunkturelle Abschwächung ist für ihn „gesamtwirtschaftlich nicht problematisch“. Die Kammer erwartet nach einem schwächeren Winterhalbjahr in der zweiten Hälfte 2013 eine leichte konjunkturellen Erholung.

Industrie als Zugpferd

Rückblick und Ausblick der IHK-Spitze zum Jahreswechsel: IHK-Präsident Benedikt Hüffer.Foto: Roman Mensing

IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing rechnet für das ablaufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von rund einem halben Prozent. Auch wenn der Auslandsumsatz unter dem Vorjahreswert bleibt, habe die Exportquote in der Region inzwischen die 40-Prozent-Marke überschritten. So war das internationale Geschäft einmal mehr das Zugpferd – auch für mehr Jobs. „Die Industrie macht die Region zum Gewinner“, resümiert Hüffer. Denn nach einer IHK-Studie entsteht durch jeden neuen Arbeitsplatz in der Industrie ein zusätzlicher Arbeitsplatz im Dienstleistungsbereich.

Schon weil 2013 der doppelte Abiturjahrgang ansteht, bleibt das Thema Fachkräfte auch im neuen Jahr ganz oben auf der Agenda der IHK. Ihre Doppelspitze rät allen Unternehmen, zusätzliche Lehrstellen für Abiturienten zu schaffen und sich Fachkräftenachwuchs zu sichern, bevor die Zahlen der Schulabgänger ab 2015 kräftig sinken.

Karl-Friedrich Schulte-UebbingFoto: Roman Mensing

„Politisch bedroht“ sieht der Schulte-Uebbing die betriebliche Bildung, die er als „Eckpfeiler des wirtschaftlichen Erfolgs“ bezeichnete, durch die geplante Einführung einer Ausbildungsgarantie in Nordrhein-Westfalen. Sie führt nach IHK-Ansicht zu einer Verschulung der Ausbildung und einem staatlich gelenkten Ausbildungssystem.

Ein weiteres Handlungsfeld sieht die Kammer in der regionalen Infrastruktur. Sichere Datennetze stehen dabei ebenso im Fokus wie die zukünftige Energieversorgung. Im Bereich Straßenverkehr dringt die IHK auf „sinnvolle Netzschlüsse“, unter anderem auf den Ausbau der B 224 zur A 52. Schulte-Uebbing: „Die Liste wichtiger Straßenbauprojekte, die der Regionalrat auf Vorschlag der IHK vor wenigen Tagen Richtung Düsseldorf verabschiedet hat, ist zwar angesichts fehlender Straßenbaumittel als Wunschzettel bezeichnet worden. Doch diese Projekte sind tatsächlich notwendige Investitionen, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Region und ihre Standortattraktivität für Unternehmen zu erhalten und weiter zu entwickeln.“

Von Michael Friese


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