„Wir tun euch gezz rocken!“

„Wir tun euch gezz rocken!“ Dieses Versprechen – die ruhrdeutsche Version des Queen-Klassiker „We will rock you“ – löste Herbert Knebel und sein Affentheater am Mittwoch im Saalbau ein. Zur Rentnergang, besser Rentnerband, um Herbert Knebel gehören noch Ozzy Ostermann, Erich und der Trainer. Als „Männer ohne Nerven“ ist das Quartett diesmal unterwegs – und kokettiert auf der Bühne mit der Last des Alters.

Und dabei kann dann auch der musikalische Protest gegen die „Altenverwahranstalten“ herauskommen, wenn Herbert Knebel auf die Melodie von „San Francisco“ lauthals schmettert: „Ich geh nie, nach St. Franziskus!“ Dabei wurde ihm gleichnamiges Altenheim in seinem Wohnviertel von seinen drei Kumpels doch wärmstens für später empfohlen.

Doch dass keiner der Vier reif fürs Altersheim ist, bewiesen sie eindrucksvoll in dem Wechsel zwischen musikalischen Passagen und Solo-Nummern – von Kappenträger Knebel klassisch eingeleitet mit einem kräftigen „Boah glaubse!“. Und dabei bewies der alte Grantler, dass nach all den Jahren sein Herz immer noch für seine Frau, „die ja Guste heißt“, schlägt. Und dass die ihn auch nach all den Jahren noch überraschen kann: Etwa wenn sie spontan im Hallenbad das Seepferdchen machte – nachdem er sie ins Wasser geschubst hat.

Am Ende verlangt das Publikum im ausverkauften Saalbau stürmisch nach Zugaben. Knebel erscheint im weißen Elvis-Kostüm. Später gibt’s auch noch Dylan. Doch statt „Forever young“ sagt die Rentnerband worauf es wirklich ankommt: „Von innen jung!“

Ach ja, das Saalbau-Aus war selbstverständlich auch Thema. Ob man den wirklich abreißen wolle, fragt Knebel am Ende. „Gut, der sieht scheiße aus, aber die Stimmung hier war immer super“, lobt er das Publikum. Was denn stattdessen dort geplant sei, will er wissen. Den nicht zu überhörenden Zwischenruf „Scheiße“ eines Zuhörers kontert er gekonnt: „Dann könnt ihr den auch gleich stehen lassen.“

Ärgerlich auch: In der Pause war nur eine Theke geöffnet, einige Besucher mussten daher auf ihr Pausengetränk verzichten. Und vor Beginn der Vorstellung kurvten vor allem auswärtige Besucher auf der Suche nach Parkplätzen durch das Rathausviertel – die Plätze am Saalbau und gegenüber auf dem Droste-Hülshoff-Platz waren schnell belegt.