„Wir sehen ein größeres Risiko“

Nach dem Nachweis einer PCB-Belastung der Emscher durch Grubenwasser aus dem Bergwerk Prosper-Haniel sieht die Emschergenossenschaft die Bergaufsicht und die RAG in der Pflicht, die Auswirkung des neuen Grubenwasserkonzeptes auf das Gewässersystem zu überprüfen. „Wir sehen durchaus ein größeres Risiko, können aber die Größenordnung nicht abschätzen. Das ist eine Aufgabe für RAG und Bergaufsicht“, sagt Michael Steinbach, Sprecher der Emschergenossenschaft. Die CDU kritisiert Landesumweltminister Johannes Remmel, weil er im Umweltausschuss nicht über die Messergebnisse berichtet habe.

PCB-Belastungen in NRW-Gewässern sind nichts wirklich Neues, meint Steinbach. Messungen des Landes hätten in den vergangenen Jahren Überschreitungen der Grenzwerte an Emscher, Niers, Ruhr, Wupper und Ems dokumentiert, nicht aber in der Lippe. Steinbach: „PCB kommt aus mehreren Quellen.“ Die RAG hatte stets betont, in den Grubenwässern ihrer Zechen liege der PCB-Gehalt unter der Nachweisgrenze, zuletzt bei Messungen auf Auguste Victoria in Marl. Jetzt haben Messungen des Landesumweltamtes nach Einschätzung der Bezirksregierung Arnsberg als Trägerin der Bergaufsicht ergeben, dass mit PCB belastete Grubenwässer aus dem Bergwerk Prosper-Haniel in die Emscher gelangt sind. Wenn die RAG, wie im neuen Grubenwasserkonzept vorgesehen, die Wasserpegel in den Schächten stärker steigen lässt, würden noch mehr Hydrauliköle ausgewaschen, die PCB enthalten, fürchten Umweltschützer.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Anette Bunse, Vizefraktionschef Josef Hovenjürgen und der CDU-Bundestagsabgeordnete Sven Volmering haben den Umweltminister gefragt, warum er am Mittwoch dem Umweltausschuss nicht mitgeteilt habe, dass Messergebnisse über einen PCB-Austrag aus Grubenwasser in die Ruhrgebietsgewässer vorlägen. Der Unterausschuss Bergbausicherheit des Landtages wird sich heute mit dem Thema „PCB-haltige Hydraulikflüssigkeiten in RAG-Bergwerken“ beschäftigen.