Winterdienst will besser werden
11.02.2011 | 18:11 Uhr 2011-02-11T18:11:00+0100
Die Beschwerden über den Winterdienst hatten explosionsartig zugenommen. Nun legt die Führung der BEST Ideen für Verbesserungen vor. Die kosten Geld.
Der massive und lang anhaltende Kälteeinbruch ab Anfang Dezember wird Konsequenzen für den städtischen Winterdienst haben: Die Salzbeschaffung wird überprüft. Die technische Ausstattung der Fahrzeuge wird angepasst, Räum- und Streuwagen bekommen für den nächsten Winter Schneeketten, auch einige Müllfahrzeuge. Die Anschaffung eines neuen 6-Kubikmeter-Streuers als Ersatz für den vorhandenen 3,5-Kubikmeter-Streuer wird empfohlen, zudem sollen die Handräumdienste einen 5-Tonnen-Dreiseitenkipper erhalten, um Fußgängerüberwege und Kreuzungen maschinell räumen zu können.
All dies gibt es nicht zum Nulltarif. Werden die Neubeschaffungen realisiert, steigt die Winterdienstgebühr spürbar an. Kommt die umfangreichere Salzbeschaffung und -einlagerung hinzu, verdoppeln sich die Gebühren von derzeit 45 Cent pro laufender Meter in der Winterdienststufe 1 (verkehrswichtige Straßen), und 41 Cent in Stufe 2 (nachrangige Straßen).
Das geht aus dem Zwischenbericht zum Winterdienst hervor, den das städtischen Entsorgungs- und Reinigungsunternehmen BEST in der kommenden Woche seinem Verwaltungsrat vorlegen wird.
Der erste Einsatz des Winterdienstes war am 26. November erfolgt, vom 30. November bis zum 11. Dezember wurde schon ein Zweischichten-Betrieb gefahren. Vom 13. Dezember bis zum 5. Januar gingen die Fahrzeuge und das Personal der BEST dann in den Dauereinsatz.
15 Winterunfälle haben Bürger der Stadt angelastet und sich dabei auf mangelnde Winterwartung berufen. Diese Anzeigen werden von der Stadt mit einer Stellungnahme versehen an die Versicherung gesandt, die dann entscheidet, ob ein Verstoß seitens der Stadt vorliegt. Bisher wurde in acht Fällen die Regulierung abgelehnt mit der Begründung, es seien die gesetzlichen Vorschriften eingehalten worden. Sieben Fälle befinden sich noch in der Bearbeitung.
Die hatte zunehmend ihre Not, Streumittel zu beschaffen, denn die Lagerung von mehr als ausreichend geglaubten 450 Tonnen erwies sich bei diesem Frost als zu gering. Es wurde nachgeordert, aber teils nur schleppend oder auch gar nicht geliefert. Aus Spanien konnte man sich schließlich noch zwei Lkw-Ladungen Salz beschaffen. „Insgesamt wurden in diesem Winter schon 957 Tonnen Salz und 220 Tonnen Splitt ausgebracht. Das ist beim Salz eine Steigerung von 30 Prozent und bei Splitt eine von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, schreibt BEST-Chef Uwe Wolters in seinem Bericht.
Extremniveau
Hinzu kommt der Personaleinsatz auf Exremniveau. Gegenüber dem Winter 2008/2009 hat sich die Zahl der Einsatzstunden schon jetzt verdoppelt. Ende des letzten Jahres wurden 5078 Stunden registriert. Arbeitszeit plus hoher Verbrauch an Streumitteln haben zum Stichtag 31. Dezember die Kostensumme von 556 000 Euro erreicht. Zum Vergleich: Der ganze Winter 2008/2009 hatte 217 000 Euro gekostet. Das werden die Gebührenzahler auf ihrer Rechnung wiederfinden. Denn die Verluste müssen innerhalb von drei Jahren ausgeglichen werden.
Die BEST möchte künftig die Bevölkerung besser über die Pflichten der Kommune und der Grundstückseigentümer informieren. Dazu soll eine Broschüre vor Winterbeginn an alle Haushalte gehen. Anlass sind die Beschwerden, die ab dem 20. und 21. Dezember explosionsartig zugenommen hatten. „Mitarbeiter waren den ganzen Tag am Telefon beschäftigt, Beschwerden zu bearbeiten“, heißt es in dem Bericht. „An einem normalen Montag gehen rund 250 Anrufe ein, an diesem Montag waren es über 700 Nachfragen und Beschwerden.“
Am häufigsten wurde die Verärgerung in Gegenden laut, die der Winterdienststufe 3 angehören. Diese Stufe beinhaltet Straßen ohne Verkehrsbedeutung, und ein Streudienst wird dort grundsätzlich nicht geleistet. Allerdings werden dort auch keine Winterdienstgebühren erhoben, weil die Winterwartung den Grundstückseigentümern übertragen ist. Wolters: „Es ist nicht immer verständlich zu machen, dass die Straßenreinigungsgebühren nicht für den Winterdienst aufgewendet werden dürfen. Der Wunsch zum Räumen und Streuen ist nachvollziehbar.“
Als Fazit merkt die BEST-Geschäftsführung an, dass die Belegschaft diesmal „an die Grenze des Leistbaren“ gestoßen sei. Es seien Verbesserungspotenziale erkannt worden, an deren Umsetzung gearbeitet wird. „Es werden Optimierungen erfolgen. Alle Wünsche und Forderungen werden aber auch in Zukunft nicht zu erreichen sein.“
07:57
Mein Gott, da merkt man, wie wenig Probleme die Leute in Bottrop haben. Tatsache ist, dass der Dezember wettertechnisch außergewöhnlich war, Tatsache ist auch, dass es - wenn man sich auf solche Wettersituationen einstellen möchte - es deutlich mehr kosten wird, aber das möchte man auch nicht? Es gibt mit Sicherheit Dinge, die man organisatorisch verbessern kann, aber das Grundproblem wird bleiben, auf solche außergewöhnliche Wetterlagen kann man sich nicht einstellen und es stellt sich die Kosten-Nutzen Frage.
Hier wird sich beschwert, dass Rollstuhlfahrer oder Rollatorfahrer bei dem Schnee nicht über die Strasse kamen, aber mal ehrlich, bei solchen Wetterlagen sind meine Eltern nicht rausgegangen, das Einkaufen habe ich erledigt und ich hätte es auch für Nachbarn erledigt, aber über so etwas nachdenken werden die wenigstens, da wird mit dem Finger auf den Staat oder die Stadt gezeigt, die für alles halt sorgen muss, da man ja Steuern zahlt. Nun ja, es zeigt sich immer wieder wie einfach es ist Verantwortung abzugeben. Vorsichtig fahren, alten Leuten helfen und einfach mal etwas Selbstinitiative zeigen (Indem man mit Nachbarn mal einen Weg sich auf der Strasse frei macht), dass sind wohl für viele Fremdwörter und es ist halt auch das Einfachste.
LG
16:38
Ich habe gerade ein Dejavu..
Trotzdem löblich, wenn sich was ändert. Zum Besseren ändert.
Höhere Gebühren sind mit der PARTEI allerdigns nicht zu machen. Innovationen müssen auch im Winterräumdienst gefödert werden, zu fairen Preisen.
Wir vertreten schließlich 78 Bügerinnen und Bürger.
21:49
Der Geschäftsführer der BEST, Herr Wolters, so wie die gesamte Führungsriege der dieses Unternehmens glänzen vor Unfähigkeit und Feigheit.
Diese Gruppe hat nicht einmal den Mut sich der Bevölkerung und den vorgebrachten Klagen zu stellen.
Oder trifft das Gerücht zu, dass Herr Ketzer, als Vorstandsvorsitzender dieser Gurkentruppe, hier ein Machtwort gesprochen hat, und so eine Aussprache zwischen Herrn Wolters und der Bevölkerung untersagt.
Sollte diese der Fall sein, kann man sich nur fragen, was steckt dahinter und was muss verborgen werden.
Ein Gerücht macht in Bottrop die Runde, dass Mitarbeiter der Müllabfuhr in dieser Zeit nach Hause geschickt wurden, weil die anzufahrenden Straßen nicht passierbar waren.
Eins hat der Winter 2010 / 2011 der BEST ermöglicht, nun hat man eine Begründung, um die Abgabe zu erhöhen.
Herr Wolters, noch ist der Winter 2010 /2011 noch nicht vorüber, und es kann um diese Jahreszeit zu nicht zu erwartenden Schneefällen und Eisregen kommen. Das wäre dann eine grobe Ungehörigkeit des Wetters.
21:24
Die Best wird von Leuten geführt deren Können durch keinerlei Sachkenntnis behindert wird.
20:33
Das versprechen die Hampelmänner jedes Jahr. Endergebnis wird eine Verteuerung der Leistungen, aber keinesfalls eine bessere Qualität sein. Suchen Sie mal die Versprechungen aus dem letzten Jahr raus und halten Sie sich den Bauch vor Lachen. Wenn es nicht so traurig wäre.
21:04
Winterdienst will besser werden
Bis es wieder im Originalton BEST lautet „ DER WINTER HAT UNS EINGEHOLT“
Was sich die Geschäftsführung und der Verwaltungsrat der BEST nun schon im zweiten Jahr geleistet hat, kann man nur als Arbeitsverweigerung bezeichnen.
- Was in diesem Zusammenhang die Krone ins Gesicht schlägt ist die Tatsache, dass Herr Wolters den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort geben wollte – in der Presse bekannt gemacht – und das er dann vom Verwaltungsratsvorsitzenden Ketzer zurück gepfiffen wurde.
Hier muss doch ein großes Hosenflattern vor einer Auseinandersetzung mit den Menschen in dieser Stadt herrschen.
Wenn man die in der Satzung der BEST festgeschriebenen Aufgaben mit der tatsächlich erbrachten Leistungen anschaut – dies gilt nicht nur für den Winterdienst, auch die Straßenreinigung spottet jeder Beschreibung- fragt man sich, wofür werden hierfür Abgaben erhoben.
Was einem bei den Schneekaos die Tränen in die Augen trieb war die Tatsache, dass das Überqueren von Straßen an Kreuzungen für Behindert mit Rollatoren / Rollstühlen unmöglich war. Gleichzeitig im Stadtgarten von Mitarbeiter des Grünflächenamtes ein Gehweg von 1,5 Meter breite mit Schaufeln freigemacht wurde.
Was leider zu bedauern ist, ist die Tatsache, dass sich der Unmaut der Menschen gegen die Mitarbeiter der BEST, die alles mögliche versucht haben, ihre Arbeit nach den Vorgaben der Geschäftsführung zu erledigen.
Wer sich in Wirtschaftsunternehmen so etwas zu wiederholten male leistet, hätte seinen Job verloren. Hier wird alles Schön geredet und für den nächsten Winter Besserung versprochen.
Es bleibt abzuwarten, welche unvorhersehbare Dinge beim nächsten Schneefall passieren und es wieder in Bottrop nicht mit einem ordentlichen Winterdienst klappt.