Willkommen in Bottrop - Antje Herbst plant Greeter-Gruppe

Antje Herbst möchte 2015 in Bottrop eine Greeter-Gruppe gründen und sucht dafür Mitstreiter. Ein Ziel das man Touristen in Bottrop zeigen könnte, wäre auf jeden Fall das Kulturzentrum August Everding, meint die Bottroperin.
Antje Herbst möchte 2015 in Bottrop eine Greeter-Gruppe gründen und sucht dafür Mitstreiter. Ein Ziel das man Touristen in Bottrop zeigen könnte, wäre auf jeden Fall das Kulturzentrum August Everding, meint die Bottroperin.
Foto: Labus / FUNKE Foto Servises
Was wir bereits wissen
Bottrop hat Touristen vieles zu bieten, findet Antje Herbst. Sie plant deshalb die Gründung einer Greeter-Gruppe. Greeter zeigen Gästen ihre Stadt.

Bottrop.. Erst New York und bald schon in Bottrop? Ihren Ursprung hatte die „Greeter-Bewegung“ auf jeden Fall 1992 in New York, wird sie 2015 auch in Bottrop Fuß fassen? Die Bottroperin Antje Herbst plant hier jedenfalls die Gründung einer Gruppe: „Bottrop hat jede Menge zu erzählen und zu bieten. Man kann so vieles zeigen.“

„Greeter“ kommt von englisch „to greet“, grüßen/begrüßen. Greeter sind also Leute, die fremde Menschen in ihrer Stadt begrüßen und sie ihnen zeigen. Dabei geht es nicht um touristische Highlights, die auch in jedem Stadtführer vorkommen, sondern um die Besonderheiten abseits der Route.

Antje Herbst erzählt, dass sie seit 1989 in der Tourismusbranche tätig und viel unterwegs ist. Sie selber sei sehr kontaktfreudig und nutze gerne jede Gelegenheit, sich fremde Städte von Privatleuten zeigen lassen, so zuletzt in Paris. „Ich finde es spannend, Alltagsdinge über eine Stadt zu erfahren. Die gibt es nicht bei touristischen Führungen.“

Die erste deutsche Gruppe fand sich in Berlin zusammen

Aber beispielsweise bei „women welcome women“, wo sie Mitglied ist oder eben bei den „Greeters“, die sich seit 1992 von New York ausgehend, in vielen Ländern der Erde verbreitet haben. Die ersten Greeter in Deutschland fanden sich vor ziemlich genau vier Jahren in Berlin zusammen. Inzwischen gibt es sieben Gruppen in Deutschland. In Bottrop soll 2015 die achte folgen, wenn Antje Herbst Idee zündet.

Fünf Mitstreiter müssen sich finden

Denn an die Gründung einer Gruppe sind verschiedene Bedingungen geknüpft. Eine davon: Es müssen sich mindestens fünf Leute finden, die mitmachen wollen. Ein entsprechender Aufruf bei Facebook – eigentlich immer für Überraschungen gut – brachte aber nicht die gewünschte Resonanz. Die Menschen, die mitmachen, müssen grundsätzlich Privatleute und bereit sein, Touristen kostenlos einen Teil ihrer Stadt zu zeigen und ihnen etwas darüber zu erzählen.

Da könnte vielleicht auch das Hemmnis liegen, vermutet Antje Herbst, dass manche Bottroper glauben könnten, in ihrer Stadt gebe es nichts so tolles zu sehen, als dass es für Fremde attraktiv sein könnte: „Was schön ist und interessant, das liegt ja immer im Auge des Betrachters.“ Auch eine andere Sorge kann die Bottroperin potentiellen Mitstreitern nehmen: „Man muss keine Fremdsprache können.“ Und den Zeitaufwand, den man in eine solche Sache steckt, kann man auch selber bestimmen.

"Der Bergbau wäre mir ein wichtiges Thema"

Antje Herbst ist in Bottrop geboren und zu den Zielen, die sie Fremden präsentieren würde, gehörten auf jeden Fall die Gartenstadt Welheim und der Malakoff-Turm. „Der Bergbau wäre bei mir ein wichtiges Thema“, erklärt sie und erzählt von ihrem Urgroßvater, der 1860 von Schlesien als Bergarbeiter nach Bottrop kam.

Sie würde davon erzählen, wie damals der Alltag auf der Zeche aussah und das Leben in der Siedlung. „Als ich Kind war, hatte jeder Zweite mit dem Bergbau zu tun. Heute kenne ich keinen mehr.“ Grund genug also, den Wandel zu zeigen und an Vergangenes zu erinnern.

Antje Herbst sucht Mitstreiter

Die Verabredungen zwischen Greeter und Touristen laufen über das Internet. Per Email werden Zeitpunkt und Wünsche mitgeteilt. Der Verein sucht dann den passenden Greeter und gibt dessen Email-Adresse weiter. Alles weitere läuft dann im direkten Kontakt bis hin zur konkreten Verabredung, die so aussehen könnte: Treffen am Rathaus, Erkennungszeichen WAZ unter dem linken Arm.

Im Ernst: Touristen und Greeter werden einander vermutlich kinderleicht erkennen und: „Ich rechne nicht damit, dass wir von Anfragen überrannt werden“, meint denn auch Antje Herbst. „Aber selbst wenn es nur ein bis zwei sind im Jahr, ist das doch eine Möglichkeit, Bottrop positiv zu präsentieren. Es gibt hier doch Dinge, die wir nicht verstecken müssen“, gibt sich Antje Herbst optimistisch.

Die Führungen werden, wie schon erwähnt, kostenlos sein. Die Teilnehmer haben aber am Ende die Möglichkeit, zu spenden. Das Geld kommt dann der örtlichen Greeter-Gruppe zugute und hilft, deren Kosten zu decken.

Wer Lust hat, mit Antje Herbst in Bottrop eine Greeter-Gruppe zu gründen, sollte sich mit ihr in Verbindung setzen. Gerne hätte die Bottroperin beispielsweise auch junge Leute mit dabei, die Reisenden ihre Schule zeigen und vom deutschen Schulsystem erzählen oder zeigen, was die Stadt so für die Jugend zu bieten hat.