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Wie Unfälle ausgebremst werden

23.03.2011 | 16:56 Uhr
Wie Unfälle ausgebremst werden
Foto: Dirk Bannert

Bottrop. „Wenn die sich bloß mal in Mathe so häufig melden würden“, sagte Matthias Grote mit einem Lächeln im Gesicht. Grote unterrichtet an der Willy-Brandt-Gesamtschule nicht nur Mathematik und Technik, er ist auch Beauftragter für Verkehrserziehung. Begeistert verfolgte er, mit wie viel Eifer die Kinder der fünften Klassen beim Programm „Achtung Auto!“ bei der Sache waren. An zwei Tagen wurde ihnen verdeutlicht, wie lange ein Auto tatsächlich benötigt, um nach einer Vollbremsung zum Stehen zu kommen.

„Gerade für die Fünftklässler ist es besonders wichtig zu sehen, wie viele Meter so ein Auto eigentlich wirklich braucht, um zu bremsen.“, so Ralf Helmer, Moderator für Verkehrssicherheitsprogramme beim ADAC.

Nicht nur graue Theorie

Und um das zu veranschaulichen, hat sich Helmer einiges einfallen lassen. Zunächst erklärte er den Kindern, welche Faktoren den Anhalteweg beeinflussen und wie dieser sich errechnet. Doch damit genug der Theorie: Mit Verkehrs-Pylonen bewaffnet, wiederholten die 30 Schüler der Klasse 5 f zunächst die magische Formel „Reaktionsweg plus Bremsweg gleich Anhalteweg“. Anschließend sollten sie ihre Pylonen („Hütchen“) an der Stelle platzieren, an der das Auto ihrer Meinung nach zum Stehen kommt.

Eine Vollbremsung (zu-nächst mit 30, dann mit 50 km/h) lieferte ihnen überraschende Ergebnisse.„Ich hätte nicht gedacht, dass der Anhalteweg so lang ist“, sagte die elfjährige Dana. Der zehnjährige Benjamin war ebenfalls überrascht und lobte das Programm: „Es ist wichtig, so was zu lernen.“ Für Ralf Helmer steht die Praxis im Mittelpunkt: „Wichtig ist das Gefühl für die Sache, das Live-Sehen. Wir zeigen hier ein Stück Realität.“ Zu guter Letzt durften die Kinder auch mitfahren und so eine Vollbremsung hautnah erleben.

Präventives Programm

Für Matthias Grote leistet das Programm auch einen wichtigen Beitrag zur Unfallprävention: „Die Kinder können in dem Alter den Anhalteweg der Autos kaum einschätzen. Ich denke, das ist auch der Grund dafür, dass so viele Unfälle passieren.“

Dennis Kohl

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