Wie Kinder sicher mit dem Fahrrad zur Schule kommen

Auf die Ampel achten, den Verkehr im Blick behalten und den Spurwechsel anzeigen – radelnde Kinder müssen auf ihrem Schulweg vieles gleichzeitig beachten. In NRW verunglückten im Jahr 2013 fast 25000 Kinder auf dem Schulweg. Fast jeder zweite Unfall passierte mit dem Fahrrad.

Die DAK-Gesundheit Bottrop rät Eltern zum Start der Rad-Saison, den Kindern ein Vorbild zu sein und genügend Zeit für den Schulweg einzuplanen. Kinder sind heute viel Lärm und Hektik auf dem Schulweg ausgesetzt“, sagt Miriam Thamm Leiterin der DAK-Gesundheit in Bottrop. Sie seien von ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung aber noch nicht in der Lage, den Straßenverkehr vollständig zu überblicken und vorauszuschauen.

Zudem ließen sie sich noch leicht ablenken. „Gerade der Stress am Morgen birgt Unfallgefahr“, erklärt Thamm. „Wer es eilig hat, macht schneller Fehler.“ Daher sei es ratsam, früher als notwendig loszufahren, um einen Zeitpuffer für den Weg zu haben. Oft sei das mit dem Auto – dem sogenannten Elterntaxi – zwar bequemer,. „Aber die Kinder lernen nicht, wie man sich sicher im Straßenverkehr bewegt“, ergänzt Thamm.

Die Kinder sollten während der Fahrt auf Musik über Kopfhörer verzichten. Handytelefonate auf dem Rad sind ohnehin tabu. Thamm: „Gerade jüngere Kinder überfordert das Multitasking des Radfahrens noch. Daher sollte sie unnötige Ablenkung vermeiden.“ Erst ab der vierten Klasse, nach abgeschlossener Fahrradprüfung, sollten Kinder mit dem Rad zur Schule fahren.

Doch auch Kickboards und Cityroller mit den kleinen Reifen sind auf dem Schulweg gefährlich. „Wenn das Vorderrad plötzlich bei voller Fahrt in einer Rille stecken bleibt, bremst der Roller und das Hinterrad hebt vom Boden ab“, so Thamm. Der Fahrer stürzt über den Lenker oder zur Seite. Die Folge: Schwere Verletzungen an Kopf, Schultern und Becken. Eltern sollten darauf achten, dass der Nachwuchs nach Möglichkeit Radwege nutzt, defensiv fährt und immer einen Helm trägt.