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Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe

25.09.2012 | 10:40 Uhr
Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
Die Barbarafeier des Bergwerks gehört zu den Traditionsveranstaltungen im Saalbau.Foto: Dennis Strassmeier

In der Spardebatte wehren sich Vereine und Verbände gegen die Pläne, die Stadthalle aufztugeben. Die DKP schließt sich an und findet in Prof. Roland Günter einen Fürsprecher. Der als „Retter von Eisenheim“ bekannte Kulkturhistoriker spricht von Denkmalschutz.

Der Stärkungspakt fordert ein weiteres prominentes Opfer. Wenn heute im Rat über die endgültigen Sparpläne abgestimmt wird, dann entscheiden die Ratsvertreter auch über die Zukunft des Saalbaus. Die sieht, geht es nach dem Vorschlag der Verwaltung, düster aus. Der Saalbau soll aufgegeben werden. Der Hauptausschuss gab dieser Idee schon seine Zustimmung.

Auf 731 000 Euro beziffert die Verwaltung das Einsparpotenzial – ab 2017. Dabei geht aus dem Verwaltungsvorschlag nicht hervor, was mit Gebäude und Grundstück direkt am Rathaus geschehen soll. Im Gegenteil, ein Abriss würde, so heißt es weiter, „derzeit eine außerordentliche Abschreibung von 3,76 Millionen Euro erfordern.“ Dazu kämen Kosten von über einer Million Euro für den Abriss und die Herrichtung des Grundstücks. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, zunächst ein Gesamtkonzept für das Grundstück zu erarbeiten.

„Retter von Eisenheim“

Geht es nach Michael Gerber (DKP) ist das überflüssig. Seine Partei will den Saalbau als zentralen Veranstaltungsort erhalten. In dem Kampf hat er sich prominente Unterstützung geholt. Prof. Roland Günter, Vorsitzender des Werkbunds NRW und in der Region bekannt als „Retter von Eisenheim“. Er war mit dem Architekten des Saalbaus, dem damaligen Stadtbaurat Bernhard Küppers, befreundet und will dessen Werk bewahren. Vor einigen Jahren hat er sich deshalb schon einmal mit der Stadt angelegt. Damals ging es um Veränderungen im Quadrat, auch ein Bauwerk Küppers’. Der Saalbau, so Günter, gehöre unter Denkmalschutz. Als Kriterium dafür nennt er schlicht „Schönheit“.

Entwicklung
Entwicklung der Belegungstage

Die Belegungszahlen entwickelten sich positiv, sagt DKP-Ratsherr Michel Gerber. So war der Saal in 2010 für 57 Tage gebucht. In 2011 waren es 64 und in 2012 waren es 83 Tage, so die städtische Statistik.

Außerdem will Gerber beantragen, den Saalbau, ähnlich wie den anderen Küppers-Bau Quadrat, unter Denkmalschutz zu stellen.

Weniger Schönheit als der reine Nutzen treibt Günter Körber um. Der Vorsitzende und Präsident der Kleinen Karnevalsgesellschaft (KKG) gehört zu denjenigen, die den Saalbau als Veranstaltungsort brauchen. Prunk- und Weibersitzung der Gesellschaft finden hier statt. Einen alternativen Raum zu finden sei schwierig, fürchtet er. „Ganz zu Anfang waren wir mal im Lichthof.“ Doch ob sich der Schulraum eignet? Auch noch an Weiberfastnacht, einem Donnerstag, einem Schultag? Körber weiß es nicht. Und auch der Männergesangsverein hat bereits protestiert (die WAZ berichtete).

Dabei gab es von verschiedenen Seiten auch schon Ideen, den Saalbau in die Hochschule Ruhr West, die nur wenige Meter entfernt entsteht, einzubeziehen. Harald Lubina hatte es in einem WAZ-Interview vorgeschlagen, und auch Roland Günter und Michael Gerber denken so. „Eine Hochschule braucht einen großen Hörsaal und Seminarräume“, so Günter.

Matthias Düngelhoff



Kommentare
25.09.2012
20:37
Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von cockerspaniel | #4

Der aus Stahlkonstruktionen und Glaselementen 1981 fertiggestellte, unrentable Saalbau sollte wie geplant 2017 abgestoßen werden.

Als Ort für die wenigen Großveranstaltungen bietet sich der Lichthof der Berufsschule an, der sich immer noch in einem guten Zustand befindet.
Hier fanden auch schon immer Tagungen von Wirtschaftsunternehmen und Versammlungen politischer und kultureller Vereinigungen statt. Hier wurden auch zünftig Karneval gefeiert oder ein Firmenjubiläum begangen. Bottroper Vereine nutzen die Möglichkeiten des Lichthofes ebenso gerne wie auswärtige Veranstalter von Fachtagungen, Modenschauen und vielen weiteren Veranstaltungen.

Um das zu ermöglichen, brauchte der gesamte Lichthof (einschl. obere Ränge) nur mit relativ geringen Mitteln (z.B. größere Rauchschutztüren) ausgestattet werden, um auch 1200 Besucher zu fassen. Das bislang problematische Catering, könne durch entsprechende Einbauten und eine Außenanlieferung gelöst werden.

25.09.2012
19:33
Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von donjose | #3

Der einzige der sich an dieser Stelle stets zu profilieren versucht ,ist ein gewisser Stefan S.

6 Antworten
Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von stesocom | #3-1

Warum sollte ich mich hier profilieren? Ich gehöre doch keiner Partei, keinem Gremium bzw. dem Rat der Stadt Bottrop an. Als völlig parteilos und somit unabhängig kann ich Bereiche ansprechen, die ein Parteimitglied niemals anreißen könnte. So ist das halt...und das ist auch gut so! Mit kleinen Mitteln, mit Nadelstichen, aber auch mit jur. Feinfühligkeiten kann man von hintenheraus auch ein wenig die Strippen ziehen, um etwas konstruktiv zu verändern!
Stefan Soppe

Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von donjose | #3-2

Ihre "Parteilosigkeit" liegt wohl eher an dem Ton und Inhalt ihrer Kommentare,und daran das keine Partei sie als Mitglied aufnehmen würde.

Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von stesocom | #3-3

@ donjose
Im Laufe der Jahre haben sich wortwörtlich alle - leider auch rechtsgesinnte - Parteien bei mir gemeldet, um für eine Mitgliedschaft meiner Person zu werben. Ich habe bis dato abgesagt! Sehen Sie, anstatt mich zu beleidigen, könnten Sie doch einmal produktive und damit sachliche Argumente einbringen, wie man z.B. nach Ihrer Ansicht den Saalbau retten kann! Beleidigen kann jeder, aber konstruktiv zuarbeiten nicht alle, gell....!
Stefan Soppe

Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von donjose | #3-4

Wer sich selbst als außergewöhnliche und interessante Prsönlichkeit bezeichnet hat für mich irgendwo schon einen Webfehler.Im Zusammenhang mit dem Wort Beleidigung kann ich hnen nur dringend empfehlen ihre Kommentare und andere Veröffentlichungen nachzulesen.Wer im Glashaus sitzt...............

Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von stesocom | #3-5

Es freut mich sehr, dass Sie mich für eine "außergewöhnliche und interessante Persönlichkeit" halten. Ich selber habe dieses hier seit dem ich im WWW "herumwusele" niemals gesagt bzw. geschrieben. Das Zeug von Ihrem guten und weitsichtigen Geschmack! Vielen Dank....

Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von stesocom | #3-6

Oje, jetzt habe ich einen Rechtschreibefehler gemacht. Sicher revidieren Sie nun Ihre Ansicht! Tja, ......

25.09.2012
11:35
Wirtschaftliche Kompetenz ? Nein, Danke.....
von stesocom | #2

Mittlerweile muss ich Herrn Gerber und seiner DKP die wirtschaftliche Kompetenz absprechen, denn zwar ist jeder Protest gut, dieser sollte aber kompetent abgesichert und mit einem detaillierten Ausweichprogramm zur Einsparung einhergehen. Dieses bietet die DKP nicht an! Im Gegenteil....................

Diese Damen und Herren wollen alles ohne Kompromiss und Lösungsansatz. Das ist beschämend und Bottrop unwürdig Geht es diesen Leuten wirklich noch um unsere Stadt, oder wollen sie sich nur profilieren?

Das ist restlos kontraproduktiv für Bottrop und entspricht absolut nicht mehr meinem Verständnis für seriöse Politik.

Stefan Soppe

2 Antworten
?
von DKWF12 | #2-1

Wo und mit wem, machen Sie denn Politik?

Ich kann Ihren Namen in keinem Gremium finden.

Widerstand gegen Saalbau-Aufgabe
von stesocom | #2-2

@ DKWF
Ihre Antwort ist nicht nachvollziehbar! Auch Bürger ohne Parteibuch können Politik machen, selbst wenn sie kein Ratsmandat haben. Beratend kann man immer zur Seite stehen, und als "Zweckoptimist" glaube ich an die Kraft des Wortes, sowie die Einsichtsfähigkeit und Aufgeschlossenheit mancher Gremien, Ratsherren und Ratsdamen für wirtschaftlich fundierte Argumente, die dann - zwar mittelbar - durch Bürgern wie mich eingebracht werden.
Stefan Soppe

25.09.2012
11:33
Es müssen Opfer gebracht werden!
von stesocom | #1

Mein Gott, geht es einigen Menschen nicht in den Kopf, das diese Stadt praktisch pleite ist? Es müssen einfach Opfer gebracht werden, damit für Bürger wichtige Projekte am Leben erhalten werden können. Die Stadt Bottrop ist im Sinne der Auflagen an das Stärkungspaket NRW daran gebunden, diese Sparmaßnahmen konsequent durchzuführen, um Gelder hieraus bekommen zu können! Wenn die DKP und Herr Gerber den Saalbau, das Stenkhoffbad etc.pp. erhalten wollen, müssen sie Kompromisse schließen. Ohne das Geld aus dem Paket hat diese Stadt keinen Handlungsspielraum mehr. Alle wichtigen soziale Projekte wären gefährdet. Soweit muss man doch denken können, gell.....
Will die DKP, will Gerber, den sozialen Kahlschlag denn wirklich?

Stefan Soppe

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