Wetterfeste tanzen in Bottrop zu einem ernsten Thema

Auf dem Berliner Platz in Bottrop tanzten rund 60 Menschen im Rahmen der Kampagne „One Billion Rising“, die sich gegen Gewalt gegen Frauen ausspricht.
Auf dem Berliner Platz in Bottrop tanzten rund 60 Menschen im Rahmen der Kampagne „One Billion Rising“, die sich gegen Gewalt gegen Frauen ausspricht.
Foto: W. Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Aktionstag „One Billion Rising“ auf dem Berliner Platz bekämpft die Gewalt gegen Frauen.

Regen und Kälte hielten rund 60 Männer, Frauen und Kinder am Sonntagnachmittag nicht davon ab, bei der weltweiten Aktion „One Billion Rising“ auf dem Berliner Platz mitzumachen. Gegen sexuelle Gewalt tanzten die Menschen zu dem Lied „Break the Chain“, das die Unabhängigkeit der Frauen repräsentiert. Dafür stehen Textzeilen wie „Wir sind wunderschöne Kreaturen“, „Es ist mein Körper“ und „Wir müssen uns erheben“. Eine Billion Frauen sind Opfer häuslicher Gewalt - das ist jede dritte Frau auf der Welt.

Ihre Wurzeln hat die Kampagne in New York, für Bottrop organisiert wurde die Aktion vom Frauenzentrum „Courage“. In Kooperation mit der Tanzschule Peter Frank wurden die Schritte zuerst ohne Musik geübt. „Ich habe einige Schritte aus der Originalchoreographie übernommen und mit einfacheren Elementen kombiniert, damit alle spontan mittanzen können“, erklärte Tanzlehrer Marcel Kuzminska.

Trotz nasser Kleidung tanzten die Menschen das Lied dreimal durch. „Es ist unglaublich wichtig, dieses Thema immer wieder und auch weltweit publik zu machen“, meine die Vorsitzende des Frauenzentrums, Doris Wagner. „Die Aktion fand zum ersten Mal in Bottrop statt. Dafür, dass wir auch noch so ein Wetter hatten, ist die Resonanz toll. Wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mitmachen.“

Wie manche anderen tanzte Tochter Johanna Wagner Nässe und Kälte einfach weg. „Ich habe die Choreographie gerade erst gelernt. Aber es macht viel Spaß. Es ist sonst schwierig, einem so ernsten Thema etwas Leichtigkeit zu verleihen.“

Marcel Kuzminska kannte diesen Aktionstag noch nicht. „Ich finde das eine bedeutende Sache. Wir planen jetzt schon für das nächste Jahr und wollen das ganze größer aufziehen, um noch mehr Leute bewegen zu können.“