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Werkzeuggurt löst Ranzen ab

20.06.2007 | 08:57 Uhr

Letzter Schultag heißt für Hausmeister Andreas Marcinkowski und seine Kollegen nicht letzter Arbeitstag, denn in den großen Ferien wird in den Schulen renoviert und modernisiert

Das Zeugnis in der Hand, ein letzter Blick zurück ins Klassenzimmer, und dann nichts wie raus: Die Sommerferien haben gestern begonnen, und Schule ist für die meisten Kinder und Jugendlichen - abgesehen von den Nachprüfungen - für die nächsten sechs Wochen kein Thema mehr.

Auch an der Willy-Brandt-Gesamtsschule ist es gestern am späten Vormittag still geworden. Einige Nachzügler bummeln noch über den Schulhof, und als auch endlich das letzte Kind das Gebäude verlassen hat, schließt Andreas Marcinkowski die Tür ab. "Tschüss, Herr Marcinkowski, bis in sechs Wochen", bekommt der Hausmeister der Willy-Brandt-Gesamtschule noch einen kleinen Abschiedsgruß.

Ein verwaister Schulhof, leere Gänge und Klassezimmer, nur aus dem Sekretariat ist ein fernes Telefonklingeln zu hören: Endlich Ferien, könnte man meinen, doch Andreas Marcinkowski nimmt die Szene nur kurz wahr. Schließlich kann von Ruhe an "seiner" Schule trotz Sommerferien keine Rede sein. - Letzte Schicht am letzten Schultag? Von wegen. - Das gilt nur für Schüler und Lehrer. Auch für die Kolleginnen und Kollegen aus der Abteilung Rampflege, denn auch die gingen gestern - allerdings erst nach dem Großreinemachen - in die Ferien. Dagegen hat Andreas Marcinkowski noch drei Wochen Arbeit vor der Brust, bevor auch er in den Urlaub gehen kann.

"Natürlich ist man erst mal froh, wenn die Sommerferien beginnen, denn die Hausmeistertätigkeit ist dann schon etwas angenehmer und entspannter", sagt Andreas Marcinkowski, der seit sechs Jahren als Hausmeister an der Willy-Brandt-Gesamtschule arbeitet. "Es gibt eben nicht die zusätzliche Belastung durch den laufenden Schulbetrieb, aber ich leiste in dieser Zeit ja nicht nur den Schließdienst. Die Arbeit geht auch in den Ferien weiter, und ich muss alles so gut wie möglich in Ordnung halten". Kaum haben sich Schüler und Lehrer gestern in die Sommerferien verabschiedet, da rückten auch schon die ersten Handwerker an, um die Ferienzeit für aufwändige Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten zu nutzen. Fliegender Wechsel in der Eigener Gesamtschule, der Werkzeuggurt löst den Schulranzen ab.

In diesen Sommerferien gibt es in der Willy-Brandt-Gesamtschule gleiche mehrere Großbaustellen. So werden unter anderem die Heizungsanlage erneuert und die Klassenräume mit neuen Heizkörpern ausgestattet. Und im Aula-Bereich werden die Glasfassade und das Dach renoviert. Dazu kommen Modernisierungs- und Malerarbeiten in den Klassenräumen, Fluren und Treppenhäusern. Jede Menge Aufträge, die von verschiedenen Gewerken und Fachfirmen durchgeführt werden. Die Arbeiten muss Marcinkowski - in Absprache mit dem Fachbereich Zentrale Gebäudewirtschaft der Bottroper Stadtverwaltung - überwachen, koordinieren und organisieren. Und der Hausmeister der Willy-Brandt-Gesamtschule muss die Gebäude und Einrichtungen auf Vordermann bringen. In den nächsten Tagen wird Andreas Marcinkowski die Räume sichten und Schäden aufnehmen, Möbel, Schränke, Regale und Stühle überprüfen, Steckdosen und Lichtschalter reparieren, defekte Leuchtmittel auswechseln. "Immerhin haben wir in der Willy-Brandt-Schule 94 Räume, die auch in den Ferien in Ordnung gehalten werden müssen", erzählt der 45-Jährige."Die Arbeit in den Ferien ist schon etwas angenehmer und entspannter"

Von Harald Jelonnek

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