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Wenn die Heizung plötzlich ausfällt

14.01.2016 | 10:00 Uhr
Wenn die Heizung plötzlich ausfällt
Bei einem Heizungsausfall muss der Vermieter umgehend benachrichtigt werden. So kann sich der frierende Mieter seine Rechte sichern.Foto: Dirk Bauer

Bottrop/Gladbeck.  Der Winter meldet sich zurück. Ein Vermieter muss jetzt mindestens 20 Grad in der Wohnung sicherstellen. Doch was tun, wenn nicht?

.Der Vermieter muss sicherstellen, dass die Mietwohnung ständig gebrauchstauglich ist und zum Beispiel bei einem Temperatursturz wie gegenwärtig ausreichend beheizt werden kann. Darauf weist Michaela Zientek, Juristin des Rechtsschutzversicherers DAS hin. Für Wohnräume gilt eine Temperatur von 20 Grad als angemessen. In der Nacht muss der Mieter jedoch zur Einsparung von Energie eine Absenkung der Mindesttemperatur auf 18 Grad in Kauf nehmen. Vertragsklauseln mit noch niedriger Mindesttemperatur sind jedoch unwirksam.

Unverzüglich benachrichtigen

Falls die Heizung ausfällt, muss der Vermieter unverzüglich benachrichtigt werden, denn es besteht die Gefahr, dass Rohre einfrieren. Dies sollte am besten schriftlich und mit einer Frist von mehreren Werktagen zur Mängelbeseitigung geschehen. Erst nach Verstreichen des gesetzten Termins darf der Mieter auf Kosten des Vermieters einen Reparaturnotdienst beauftragen.

Ist ein Rohrbruch durch Frost zu befürchten und der Vermieter nicht erreichbar, kann der Mieter ausnahmsweise selbst einen Handwerker rufen und sich die Kosten vom Vermieter erstatten lassen. Hier ist aber Vorsicht geboten, denn dies gilt nur, wenn der Bestand der Mietwohnung bedroht ist, und dann auch nur für die Kosten der notwendigsten vorläufigen Maßnahmen und nicht für eine umfassende Reparatur.

Mehrere Möglichkeiten

Bei einem Heizungsausfall hat der Mieter mehrere Möglichkeiten: Mietminderung, Zurückbehaltungsrecht und Schadenersatz. Eine Mietminderung ist ab dem ersten Tag des Heizungsdefekts möglich. Allerdings nur, wenn der Vermieter sofort über den Mangel informiert wurde und damit die Möglichkeit hat, den Defekt schnell zu beheben. Gerichte hielten Mietminderungen zwischen fünf und 100 und 70 Prozent wegen Komplettausfalls von Anfang Oktober bis Anfang Dezember für gerechtfertigt. Allerdings müssen Mieter nach erfolgter Mängelbeseitigung dem Vermieter den einbehaltenen Betrag auszahlen.

Hat der Vermieter den Heizungsausfall verschuldet oder innerhalb einer angemessenen Frist nicht für Abhilfe gesorgt, kann der Mieter zusätzlich das Recht auf Schadenersatz haben: Wenn er sich etwa zur Überbrückung einen Elektroheizlüfter kauft, muss der Vermieter die Strom- wie auch die Anschaffungskosten übernehmen.

Allerdings ist der Geschädigte in der Pflicht, die Kosten möglichst durch einen preiswerten Kauf gering zu halten. Im Ausnahmefall können Mieter dem Vermieter unter Umständen sogar die Kosten für ein günstiges Hotel in Rechnung stellen.

Kommentare
15.01.2016
14:47
Wenn die Heizung plötzlich ausfällt
von wowiki | #1

Allerdings müssen Mieter nach erfolgter Mängelbeseitigung dem Vermieter den einbehaltenen Betrag auszahlen. ???

Ist das nicht unlogisch ?

man...
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2016-01-14 10:00
Bottrop