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Wende geht nur mit der Kohle

15.01.2012 | 16:39 Uhr
Wende geht nur mit der Kohle
Der Neujahrsempfang des IGBCE - Bezirkes Gelsenkirchen fand am Sonntag im Saalbau Bottrop statt. Die Neujahrsansprache hielt Ulrich Freese , stellvertretender Vorsitzender IGBCE. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool

Bottrop. Als der Jugendchor „Pro Prosper“ des Bergwerkes Prosper-Haniel das Steigerlied anstimmt, wird es still im Saalbau Bottrop. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) des Bezirks Gelsenkirchen hatte zum Neujahresempfang geladen.

Mehrere hundert Mitglieder, Vertreter der Ortsgruppen, Vertrauensleute und Betriebsräte aus den angrenzenden Städten sowie Repräsentanten aus den Unternehmensleitungen, der Politik und Kommunen waren der Einladung gefolgt.

Bezirksleiter Peter Obramski richtete das Grußwort an die Anwesenden und blickte zurück auf „ein turbulentes und ereignisreiches Jahr 2011.“ Besonders einschneidend waren der Tsunami und die Atomkatastrophe von Fukushima. Als Folge dessen folgte der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie. Obramski machte deutlich, dass die angestrebten Ziele der Regierungsparteien bezüglich Energiewende mit erneuerbaren Energien nur möglich seien, „wenn weiterhin effiziente und umweltschonende Steinkohlekraftwerke in NRW genutzt werden.“ Daher unterstütze die IG BCE die Betriebnahme des Kraftwerks in Datteln, um eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten.

Oberbürgermeister Bernd Tischler zog ebenfalls ein Resümee des vergangenen Jahres. Seine schwierigste Aufgabe war die Einbringung des Haushalts.

Deshalb werde auch im neuen Jahr der Rotstift angesetzt. Positive Bilanz zog Tischler in Sachen Innovation City. „Ich bin sicher, dass wir die Vorreiterrolle beim Klimaschutz nicht nur gut ausfüllen, sondern ausbauen werden.“ Er hoffe für 2012, die Projekte für den Bürger beispielsweise anhand von Musterhäusern noch greifbarer zu gestalten.

In seiner Neujahrsansprache äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende der IG BCE, Ulrich Freese, zu Themen und Zielen der Gewerkschaft fürs neue Jahr.

Er mahnte vor dem Risiko der Altersarmut und sprach über die hohen Arbeitslosenquoten im Revier: „Wir werden nicht zulassen, dass das Ruhrgebiet zum Armenhaus von Deutschland verkommt“.

Seiner Meinung nach wird auch 2012 im Zeichen der Finanzmärkte und Wirtschaftskrisen stehen. Hingegen sei für die IG BCE das Jahr bezüglich der Energiewende von höchster Priorität. „Nur mit Steinkohle, Braunkohle und Erdgas als stabile Brücke erfolgt ein Übergang ins Zeitalter der regenerativen Energien.“

Im Hinblick auf die Schließung des letzten Bergwerkes im Saarland mitte diesen Jahres lobte der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende das Bergwerk Prosper-Haniel, da es derzeit jene Bergleute als Fachkräfte aufnehme.

Carsten Liebfried

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