Weiterer Lärmschutz für Ebel

Die neue Lärmschutzwand, aufgenommen von der Borbecker Straße aus. Rechts liegt Ebel.
Die neue Lärmschutzwand, aufgenommen von der Borbecker Straße aus. Rechts liegt Ebel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Schutzwand entlang der Güsterstrecke ist fertig. Der rund 350 Meter lange Bau senkt die Belastung in dem Stadtteil um bis zu zehn Dezibel. Doch nicht überall.

Bottrop..  Autobahn, Hauptverkehrsstraßen und Schiene – die Lärmbelastung in Ebel ist hoch. Stück für Stück wird daran gearbeitet, den Stadtteil ruhiger zu machen. Nun ist auch die Lärmschutzwand entlang der Güterstrecke fertig. Oberbürgermeister Bernd Tischler machte keinen Hehl daraus, dass die Geduld der Ebeler auf eine harte Probe gestellt wurde. Lang hat es gedauert, bis die Lärmschutzwand genehmigt wurde, nun ist sie fertig und nach der Lärmschutzwand an der Borbecker Straße ein weiterer Baustein, der den Stadtteil lebenswerter mach. Tischler: „Für Ebel ist das ein guter Tag.“

Doch es gibt auch Anwohner, die ziehen noch keinen Nutzen aus der Lärmschutzwand. Gabi und Werner Jaskulla wohnen an der Bernestraße, ihr Grundstück grenzt genau an die Bahnlinie. Und just hier klafft in der Wand eine Lücke. Es gibt keinen Anschluss zwischen der Wand und der Unterführung der Borbecker Straße. Nun wirke die Lücke „wie eine Trompete“, so das Ehepaar. „Zumindest bei uns ist es jetzt lauter als vorher“, beschweren sie sich beim OB und dem Leiter des Umweltamtes.

Bei der Stadt sei die Problematik bekannt, sagt Manfred Stein vom Fachbereich Tiefbau und Stadterneuerung. Aktuell werde mit der ausführenden Firma eine Lösung gesucht. „Die erarbeiten ein Angebot.“ Die Schwierigkeit sei aber, dass dort Dinge im Boden lägen, die nicht überbaut werden dürften. Und ein direkter Anschluss der Lärmschutzwand an die Brücke sei auch nicht möglich. Letztere müsse für Kontrollen zugänglich bleiben und es bestehe die Gefahr, dass Bewegungen der Brücke sich auf die Wand übertragen.

Doch seitens der Stadt wurde bekräftigt, eine Lösung zu finden. Zumal Horst Becker, Staatssekretär im Landesumweltministerium, kurz zuvor noch den Lärm als „das größte Umweltproblem unserer mobilen Welt“ bezeichnet hatte. In NRW seien 1,4 Millionen Menschen gesundheitsschädigendem Lärm ausgesetzt. Die etwa 350 Meter lange Wand senke den Lärm nun um fünf bis zehn Dezibel. Das sei eine „deutliche Reduzierung“. Trotzdem gelte es weiter, Druck auf die Bahn auszuüben, damit sie diealten Güterwagen mit Flüsterbremsen ausrüste. „Da liegt noch mal ein Potenzial von bis zu zehn Dezibel“, sagt Becker.

Tischler warb bereits um Verständnis für die nächste Baustelle in Ebel, denn jetzt steht die Erneuerung der Kanalisation an.