Weihnachtszier wird zu Dünger

In Kirchhellen werden die Bäume dann ausgeladen. Landwirt Eberhard Schmücker lässt sie schreddern und nutzt sie auf dem Acker.
In Kirchhellen werden die Bäume dann ausgeladen. Landwirt Eberhard Schmücker lässt sie schreddern und nutzt sie auf dem Acker.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die katholische Jugend und die Best sammeln ab Samstag wieder Tannenbäume. Landwirt Eberhard Schmücker verarbeitet sie zum Nährstoff für Heidelbeeren.

Bottrop..  Die ersten Bürger haben ihren Weihnachtsbaum schon entsorgt. In manchem Vorgarten liegt zumindest schon ein kahles Exemplar und wartet auf die Abholung.

Dafür ist die Best zuständig, und auch in diesem Jahr wird der städtische Entsorgungsbetrieb unterstützt vom Bund der deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). In den Postleitzahlengebieten 46238 und 46240 sind die Sammler am kommenden Samstag unterwegs, in den Gebieten 46236 und 46242 am Samstag, 17. Januar. In Kirchellen (46244) werden die Tannenbäume am Freitag, 16. Januar, abgeholt.

Die Kooperation zwischen Best und BDKJ gibt es seit Einführung der Blauen Tonne für Altpapier. Weil bis dahin die Jugendlichen für die Best Papier gesammelt hatten, wurden sie seither an der Tannenbaumsammlung beteiligt.

Für Best-Vorstand Uwe Wolters steht fest, dass von dieser Regelung beide Seiten profitieren. Die Jugendverbände bessern mit dem Geld ihre Kasse auf, „und ich muss weniger Personal einsetzen, es fallen also weniger Überstunden an“. Beim BDKJ ist Stefan Juretzky für die Sammlung verantwortlich. Als Dachverband organisiert der BDKJ die Sammlung, auf den Autos im Einsatz sind dann Pfadfinder, Mitglieder der KJG oder der Malteser-Jugend. „Sie erhalten vorher eine Sicherheitseinweisung und wir stellen auch die Ausrüstung“, sagt Wolters. Und selbstverständlich sind auch ein Fahrer und ein Lader der Best mit an Bord.

Für die BDKJ-Mitgliedsverbände sei natürlich der finanzielle Aspekt wichtig, sagt Juretzky. Gut 10 000 gibt die Best an den BDKJ, der es dann weiter verteilt an die Gruppen im Stadtgebiet. Doch selbstverständlich hätten die Teilnehmer auch viel Spaß an der Aktion: „Wir haben kein Problem, Helfer zu finden.“

Was dann zur Weihnachtszeit prächtig geschmückt und leuchtend im Wohnzimmer stand, endet in Kirchellen. Landwirt Eberhard Schmücker kauft der Best die Bäume ab, schreddert sie und nutzt sie für die Heidelbeeren. „Die wachsen ja auf saurem Böden, auf ehemaligen Waldflächen“, sagt Schmücker. Um eine solche Fläche zu simulieren, hat er seine Heidelbeeren auf Tannengrünn angepflanzt. Mit den Weihnachtsbaumresten füllt er diese Beete nun wieder auf, am Ende zersetzen sich die Tannen. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass der Schmuck restlos entfernt wird“, so Schmückers eindringliche Bitte.

„Eigentlich ist hier der Gedanke der Kreislaufwirtschaft wirklich komplett zu Ende gedacht“, urteilt Wolters.