WAZ-Leser in Bottrop schauen auf die Technik im Hallenbad

In die Technikräume des Hallenbades kommt man als normaler Badegast nicht rein.
In die Technikräume des Hallenbades kommt man als normaler Badegast nicht rein.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Leser werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kirchhellener Hallenbades. Vor allem die aufwendige Wasseraufbereitung interessiert die Gäste.

Bottrop-Kirchhellen..  Es ist ein unscheinbarer Keller, durch unzählige Rohrleitungen führen. Doch genau hier, eine knappe Etage unter der Wasserfläche des Hallenbades in Kirchhellen, verlaufen die Lebenslinien der gesamten Anlage: Ob sauberes Wasser, Wärme oder chemische Reinigung, alles passiert in einem ausgeklügelten System von Pumpen, Filtern und Rohrleitungen, das - für die Badegäste unsichtbar - für angenehmes Schwimmen im Becken sorgt.

„Im Grunde fängt es bei uns mit dem Wasser an, wie auch bei Ihnen privat im Haus. Wir haben eine ganz normale Wasserübergabestelle, aus der wir unser Wasser zapfen“, erklärt Schwimmmeister Karl Auschrat.

Wenige Schritte weiter wird den Teilnehmern dieser Führung jedoch klar, dass hinter dem ungetrübten Badevergnügen einiges mehr an Aufwand steckt, als beim einlassen der heimischen Badewanne. So werden im Chemikalienlager zahlreiche Stoffe in großen Behältern gelagert, die zur Desinfektion des Wassers erforderlich sind.

„Früher haben wir Chlorgas genutzt. In Deutschland gab es damit aber immer wieder Unfälle“, sagt Auschrat. Seit einiger Zeit wird stattdessen ein spezielles Salz verwendet, das zwar auch Chlor enthält, dieses aber erst unter Zugabe von Schwefelsäure in einer Umwälzanlage ans Wasser abgibt.

Einen Leser möchte wissen, wie dieser ja nicht ungefährliche Stoff dosiert wird. „Wir haben ein intelligentes Pumpensystem, das uns stets über den aktuellen Wert informiert“, antwortet der Schwimmmeister. Doch nicht nur Chlor dient der Wasserbehandlung. Filteranlagen sorgen dafür, dass das kühle Nass sauber bleibt. In mehreren Stufen wird dabei zunächst die gröbste Verschmutzung abgetragen und dann eine immer feinere Säuberung durchgeführt. „Wir nutzen spezielle Mikroflocken, die feine Überreste von Kosmetik und Seife binden und die dann aus dem Wasser entfernt werden“, sagt Auschrat. Die letzte Reinigungsstufe bilden spezielle Aktivkohlefilter.

Abwasser

Ein solcher Aufwand dient nicht nur den Badegästen, sondern lohnt sich auch für die Umwelt. „Bevor das Haus vor rund fünf Jahren saniert wurde, haben wir noch etwa 80 Prozent des Abwassers direkt in die Kanalisation geleitet“, so Karl Auschrat.

Bei Umbau Umweltaspekte berücksichtigt

Bei der technischen Überholung des Hallenbades vor fünf Jahren wurde Wert auf Umweltverträglichkeit gelegt: Es gibt nicht nur eine effiziente Wasserrückgewinnung, auch die Heizung des Bades läuft heute wesentlich ressourcenschonender ab als noch vor wenigen Jahren. „Wir beziehen einen Großteil der für den Betrieb benötigte Heizungsenergie über einen Fernwärmeanschluss. Dieser wird von der Biogasanlage auf einem Bauernhof in der Nähe gespeist“, erklärt Schwimmmeister Karl Auschrat.

Neben der konventionellen Heizung wird aber auch noch die kostenlos verfügbare Sonnenenergie konsequent genutzt. Dafür befindet sich auf dem Hallendach eine so genannte Absorberanlage, mit deren Hilfe auch Sonnenenergie das Wasser im Schwimmbeckens mit erwärmt.

Um den Verlust von Wärme zu verringern, wird ein so genannter Wärmetauscher eingesetzt, der die noch vorhandene Energie des abfließenden Wassers aufnimmt und wieder in den Wasserkreislauf zurückführt

„Mit dem Umbau haben wir ein neues Gerät bekommen, das etwa ein Kubikmeter groß ist. Das vorherige Modell war fast zehnmal so groß. Trotzdem kann das neue Gerät in nur acht Stunden die Temperatur im Bad um gut zwei Grad erhöhen“, erklärt der Schwimmmeister.