Wassertreten - Wohltat für die Venen
25.07.2010 | 15:05 Uhr 2010-07-25T15:05:00+0200
Bottrop. Hosenbeine hoch und ab ins kühle Nass: Im Storchengang geht’s durch das Wasserbecken im Gesundheitspark Quellenbusch, die angenehme Vormittagssonne im Rücken – genau so hätte Pfarrer Kneipp es gewollt.
Wie man seine Lehren bei Venenleiden und Infektneigung richtig anwendet, das zeigten Doris Dimpfl und Manuela Seekamp vom Kneipp-Verein am Wochenende im Park hinter dem Knappschaftskrankenhaus.
„Wir beginnen jetzt mit einem leichten Aufwärmtraining, weil man nie mit kalten Füßen ins Wasser gehen sollte“, leitet Übungsleiterin Doris Dimpfl an, „einfach ein leichtes Auf- und Abtreten, jeder so viel er kann“ – und die Truppe folgt eifrig. Ein gutes halbes Dutzend Interessierter hat sich eingefunden, um etwas über das Wassertreten zu lernen. Einige von ihnen haben bereits Erfahrung, wie zum Beispiel Ruth Stratmann: „Ich kenne die Wasseranwendungen aus dem Urlaub. Aber in letzter Zeit fällt mir diese Vene da so stark auf“, bemerkt die Rentnerin mit leicht besorgtem Blick auf ihr Schienbein, „da wollte ich einfach mal schauen, was hier im Gesundheitspark so los ist.“
Um die positive Wirkung des Wassers auf ihren Körper weiß Ruth Stratmann schon lange: „Es ist einfach ein gutes Gefühl, so eine kühle Wasseranwendung.“ Dieses gute Gefühl wollte Stratmann eigentlich auch ihrem Mann zuteil werden lassen. Der hat sich allerdings lieber auf eine schattige Bank zurückgezogen und verfolgt das Geschehen aus sicherer Entfernung.
Gegen Schwellungen
Allgemein sind die Herren bei dieser Kneipp-Truppe deutlich in der Unterzahl. Einzig Gerda Müller hat es geschafft, ihren Mann Hans-Günther für die Einweisung ins Wassertreten zu begeistern: „Das kenne ich auch aus anderen Kursen, dass hauptsächlich Frauen dabei sind.“ Dafür haben die Damen umso besser verstanden, warum die Erkenntnisse Kneipps auch mehr als 100 Jahre nach dessen Tod so wertvoll für ihre Gesundheit sind: „Ich leide selbst unter einer Venenerkrankung. Deshalb mache ich auch zu Hause Wasseranwendungen“, erklärt Gerda Müller, „und seitdem habe ich zum Beispiel viel weniger Probleme mit Schwellungen in den Beinen.“
Dass „Kneippen“ irgendwann aus der Mode kommen könnte, glaubt Müller nicht: „Ich denke, dass die Menschen auch in 50 oder 100 Jahren sich noch an Kneipp erinnern werden.“ Da kann Manuela Seekamp vom Kneippverein nur beipflichten: „Zur Zeit verzeichnen wir steigende Mitgliederzahlen“, weiß die Übungsleiterin. Der Grund ist für sie eindeutig: „Übungen wie Wassertreten sind einfach in den Alltag zu integrieren. Sie erfordern wenig Aufwand, auch in finanzieller Hinsicht. “ So kann man gleichzeitig etwas für Venen, Kreislauf und Immunsystem tun – wie Kneipp schon sagte: „Lernt das Wasser richtig kennen, und es wird euch stets ein verlässlicher Freund sein.“
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