Wasserstoffbus ging auf Jungfernfahrt
03.05.2009 | 18:36 Uhr 2009-05-03T18:36:00+0200
Elektrische Energie wird aus einer Brennstoffzelle gewonnen. Mit 30 Stundenkilometern im Linienverkehr unterwegs und doch kein rollendes Verkehrshindernis.
Hören tut man ihn kaum, riechen gar nicht: Der Wasserstoffbus der Vestischen, der seit dem Maifeiertag offiziell im Linienverkehr eingesetzt wird, ist ein echter Hingucker. Wenn nicht gar ein „Ablenker”: Viele Autofahrer blickten dem auffälligen Gefährt bei dessen Jungfernfahrt mit großen Augen hinterher. Gleiches galt auch für Spaziergänger und Radfaher auf der Tetraeder-Halde.
Die erklomm der Mini-Bus – er bietet Platz für 22 Fahrgäste – nämlich am 1. Mai ausnahmesweise. „Wir setzen den Bus auf der Linie 266 ein. Ab Mitte Juni werden wir mit dem Bus ganz offiziell bis auf das Plateau der Halde fahren”, so Martin Schmidt, Geschäftsführer der Vestischen.
Zusätzlich zu den
normalen Bussen
Montags bis freitags von 13.52 Uhr bis 17.52 Uhr verkehrt der Wasserstoffbus stündlich. Samstags fährt der Bus von 14.36 Uhr bis 18.37 Uhr und an Sonntagen ist er von 10.37 bis 18.37 unterwegs. Und das zusätzlich. Denn die normalen Busse der Linie 266 fahren auch weiterhin, beruhigt Norbert Konegen, Sprecher der Vestischen.
Umweltfreundlichkeit ist das Trumpf-As des Brennstoffzellenbusses. Der fährt nämlich komplett schadstofffrei. „Das Fahrzeug wird mit Wasserstoff betankt und nutzt den Sauerstoff der Umgebung. Aus dieser Kombination gewinnt er elektrische Energie und als Abfallprodukt fällt nur Wasser an”, erklärt Thomas Krämer, der Betriebsleiter der Vestischen.
Eingesetzt werden die neuen Brennstoffzellen-Busse im Rahmen des EU-Projekts „HyChain-Minitrans”. Außerdem fördern das Landesbauministerium und das Landesverkehrsministerium den Einsatz der Busse, mit dem Ziel, die Region überregional als Wasserstoff-Kompetenzzentrum zu etablieren.
34 Fahrer absolvierten
spezielle Weiterbildung
34 Fahrer hat die Vestische speziell für den Wasserstoffbus weitergebildet. Bei der Jungfernfahrt steuerte Hermann-Josef Kruse den Bus aufs Haldenplateau. „Im Prinzip fährt er sich nicht anders als andere Busse auch.” Ein zweites Display informiert ständig über den Wasserstoffstand und die Batterieladung. „Allerdings muss man sehr vorsichtig fahren, weil die Leute den Bus nicht hören. Darum muss man als Fahrer hier noch aufmerksamer sein.”
Abstriche muss man bei der Geschwindigkeit machen. Mehr als 30 Stundenkilometer sind nicht drin. Als rollendes Verkehrshindernis sehen die Verantwortlichen den Mini-Bus jedoch nicht. „Wir haben den Linienweg so gewählt, dass er zum Großteil über Straßen führt, auf denen sowieso nicht schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden darf”, so Konegen. Bei der Vestischen glaubt man an eine große Zukunft des Wasserstoffbusses. „Ich gehe davon aus, dass sich diese Technik auf lange Sicht durchsetzen wird”, so Martin Schmidt.
08:22
Wiedermal nicht verstanden. Der Bus in Bottrop muss so langsam sein, da er Teil eines Konzeptes für kleine Brennstoffzellenfahrzeuge ist (<10 kW). So hat die Größe des Buses auch mit neuen Konzepten zu einem Klein-Gliederigen ÖPNV zu tun. So kann der neue Bus auch leicht auf die Halde am Tetraeder fahren.
In Berlin werden andere Motoren getestet. Nur weil in Bottrop die kleineren Konzepte ausprobiert werden heißt das also nicht, dass Bottrop ein Nachzügler. Diese neue Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und muss erst intensiv getestet und erprobt werden in verschieden. Bottrop ist Teil eines dieses Konzeptes (das ja übrigens auch ein EU-Projekt ist).
07:59
Toll, im Rahmen des HyFleet Cute Projektes werden in ganz Europa bereits jetzt über 33 vollwertige Linienbusse mit Brennstoffzellenantrieb eingesetzt, davon z.B. 14 in Berlin und 6 in Hamburg. Diese Linienbusse von Mercedes Benz und MAN weisen ähnliche Leistungsdaten, wie ein Standardlinienbus auf . Sie liegen zudem im Bereich der Zuverlässigkeit bereits jetzt bei 90 %.
Leider ist Bottrop nicht Vorreiter sondern halbherziger Nachzügler im Bereich der Wasserstofftechnologie.